Pallade Veneta - Deutsche Bahn schreibt schwarze Zahlen - Pünktlichkeit weiter im Keller

Deutsche Bahn schreibt schwarze Zahlen - Pünktlichkeit weiter im Keller


Deutsche Bahn schreibt schwarze Zahlen - Pünktlichkeit weiter im Keller
Deutsche Bahn schreibt schwarze Zahlen - Pünktlichkeit weiter im Keller / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr erstmals seit 2019 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Umsatz legte zu und erste Kostensenkungen machten sich bemerkbar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Pünktlichkeit blieb allerdings weiterhin im Keller: Nur 59 Prozent der Fernverkehrszüge waren von Januar bis Juni pünktlich.

Textgröße ändern:

Unter dem Strich machte der Konzern 147 Millionen Euro Gewinn. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro, die Zahl der Reisenden ebenfalls um 1,8 Prozent auf 960 Millionen. Im Vorjahreszeitraum hatte die DB noch einen Verlust von 760 Millionen Euro ausgewiesen.

"Wir sind im ersten Halbjahr 2026 gut vorangekommen und haben eine wichtige Wegmarke erreicht", erklärte Bahn-Chefin Evelyn Palla. "Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben."

2026 bezeichnet die Bahn als "Super-Baujahr": Im ersten Halbjahr seien 14.000 Baustellen fertiggestellt worden. Das Baugeschehen spiegelt sich auch in den Investitionen wider: Sie legten um 18 Prozent zu auf 8,7 Milliarden Euro - "der höchste Halbjahreswert in der Geschichte der DB". Das meiste Geld gaben Bund und die Bahn selbst. Die Netto-Schulden der DB stiegen daher um eine Milliarde Euro auf 21,6 Milliarden Euro.

Neben den vielen Baustellen und dem maroden Schienennetz trugen auch der Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni zu den schlechten Pünktlichkeitswerten bei, wie die Bahn ausführte. 59 Prozent der Fernverkehrszüge kamen mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel, 76 Prozent mit weniger als 15 Minuten. Im Regionalverkehr lag die Quote (sechs Minuten Verspätung) bei 88,2 Prozent.

Den Unternehmensangaben nach verbesserte sich die finanzielle Bilanz in allen Geschäftsfeldern. Dazu beigetragen hätten auch "erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern". Der Personalabbau läuft demnach schneller als geplant.

Auch der Fernverkehr schrieb laut DB wieder schwarze Zahlen und fuhr einen Gewinn von 148 Millionen Euro ein - auch wenn die Fahrleistung wegen der vielen Baustellen niedriger ausfiel als im Vorjahr. Im Fernverkehr legten die Ticketverkäufe im zweiten Quartal zu, was die Bahn auch auf ihre Angebotspreise zurückführte.

Die DB Regio machte laut Halbjahresbilanz 89 Millionen Euro Gewinn. "Vor allem auf Pendlerstrecken stieg die Nachfrage, weil Berufstätige wegen der hohen Spritpreise vom Auto zum Zug wechselten", erklärte die Bahn. Der Umsatz legte hier um vier Prozent zu.

Die Gütersparte DB Cargo schrammte mit einer Million Euro Verlust knapp an der schwarzen Null vorbei. Der Bereich ist dennoch weiterhin ein Sorgenkind: "Der Sanierungsdruck ist weiter hoch, insbesondere bei anhaltend schwacher Konjunktur und instabiler infrastruktureller Lage", erklärte die DB.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise am Freitag. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe von Reserven gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Textgröße ändern: