Pallade Veneta - Deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal trotz Iran-Kriegs gewachsen

Deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal trotz Iran-Kriegs gewachsen


Deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal trotz Iran-Kriegs gewachsen
Deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal trotz Iran-Kriegs gewachsen / Foto: Alexandra BEIER - AFP

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal trotz der Auswirkungen des Iran-Krieges ihren jüngsten Aufwärtstrend fortgesetzt. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Konjunkturforscher und Wirtschaftsverbände werteten dies als positives Signal - sehen aber weiterhin Hindernisse für künftiges Wachstum.

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Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden ausführte, stiegen insbesondere die deutschen Exporte im zweiten Quartal. Die Konsumausgaben hätten sich hingegen "verhalten" entwickelt und die Investitionen seien zurückgegangen. Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal korrigierten die Statistiker leicht nach oben - statt um 0,3 wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung im Zeitraum von Januar bis März demnach um 0,4 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft habe sich angesichts gestiegener Energiepreise und hoher Inflation im zweiten Quartal "überraschend robust" gezeigt, kommentierte das Münchener Ifo-Institut die jüngste Entwicklung. "Insbesondere das krisengeplagte Verarbeitende Gewerbe dürfte seine Wertschöpfung weiter ausgeweitet haben", erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

"Dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal trotz des Iran-Kriegs und der zeitweise deutlich gestiegenen Energiepreise leicht gewachsen ist, zeigt, dass sich die Konjunktur derzeit als widerstandsfähig erweist", teilte auch der Konjunkturexperte beim Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Christian Breuer, mit. "Angesichts der erheblichen außenwirtschaftlichen Belastungen ist das ein positives Signal."

Konjunkturexperte Philipp Scheuermeyer von der Förderbank KfW erklärte, die deutsche Wirtschaft sei "erfreulich gut durch den Energiepreisschock gekommen". Dennoch sei "die Kuh noch nicht vom Eis" - denn die für den Seehandel wichtige Straße von Hormus sei weiterhin blockiert und "ein stabiler Waffenstillstand noch nicht in Sicht". Außerdem könne "die anhaltende Trockenheit über Lieferengpässe die Industrieproduktion in diesem Sommer noch etwas einschränken", gab er zu bedenken.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bezeichnete das Wachstum im zweiten Quartal zwar ebenfalls als "erfreuliches Signal" - es sei aber "längst kein Befreiungsschlag", betonte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Nur dank massiven, überwiegend mit Krediten finanzierten öffentlichen Investitionen hat die deutsche Wirtschaft den Iran-Schock bisher besser verkraftet als befürchtet."

Das außenwirtschaftliche Umfeld bleibe für die Unternehmen schwierig. Lieferengpässe, US-Zölle und "hoher, in Teilen unfairer Wettbewerbsdruck aus China" machten den Betrieben zu schaffen, listete der DIHK-Außenwirtschaftschef auf. "Hinzu kommen die strukturellen Probleme hierzulande, wie die noch immer hohen Energie- und Arbeitskosten, hohe Steuerbelastungen und die überbordende Bürokratie." Die Bundesregierung habe zwar verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angekündigt, "sie muss die ersten Reformschritte jetzt aber auch rasch und konsequent umsetzen", forderte Treier.

In der Europäischen Union legten auch weitere große Volkswirtschaften ihre jüngsten BIP-Zahlen vor. In Frankreich, der hinter Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der EU, wurde laut dem Statistikinstitut Insee ein Wachstum von 0,2 Prozent im zweiten Quartal verzeichnet, nachdem die Wirtschaftsleitung zu Jahresbeginn noch leicht um 0,1 Prozent geschrumpft war.

In Spanien stieg das BIP nach Angaben des Statistikamtes INE im zweiten Quartal um 0,7 Prozent. In der gesamten Eurozone wuchs die Wirtschaftsleistung laut Eurostat um 0,4 Prozent.

F.Dodaro--PV

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