Pallade Veneta - DIHK fordert "resiliente" Infrastruktur: Wasserstraßen besser an Niedrigwasser anpassen

DIHK fordert "resiliente" Infrastruktur: Wasserstraßen besser an Niedrigwasser anpassen


DIHK fordert "resiliente" Infrastruktur: Wasserstraßen besser an Niedrigwasser anpassen
DIHK fordert "resiliente" Infrastruktur: Wasserstraßen besser an Niedrigwasser anpassen / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Vor dem Spitzengespräch bei Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zum Niedrigwasser hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) den Bund zum Handeln aufgefordert. "Wir brauchen jetzt eine verlässliche, resiliente Infrastruktur", sagte DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Hier ist der Bund gefragt: Er sollte seine Binnenwasserstraßen besser an Niedrigwasserphasen anpassen."

Textgröße ändern:

Notwendige Anpassungsmaßnahmen dürften nicht von vornherein ausgeschlossen werden, betonte Binding. Maßnahmen wie Fahrrinnenoptimierungen und ein modernes Management der Gewässersohle sollten "konsequent umgesetzt" werden, forderte er. Sie könnten dazu beitragen, den Schiffsverkehr auch in Niedrigwasserphasen länger aufrechtzuerhalten und dadurch die Folgen für die Wirtschaft zu verringern.

Die Unternehmen hätten nur "begrenzte Alternativen zur Binnenschifffahrt", sagte Binding. Ein Umschwenken auf Schiene und Straße sei wegen höherer Kosten und aus Kapazitätsgründen meist keine Alternative. "Wenn die durchschnittlichen Frachtkapazitäten wegen der niedrigen Pegelstände beispielsweise am Rhein um 25 Prozent sinken, werden hierdurch knapp drei Millionen Tonnen Güter weniger pro Monat transportiert." Das entspreche knapp 120.000 Lkw-Ladungen. "Diese Kapazitäten haben wir weder bei den Lkw noch bei den Fahrern."

Bundesverkehrsminister Bilger hat für Donnerstagnachmittag zu einem Spitzengespräch zum Niedrigwasser in Bonn eingeladen, darunter auch Vertreter der vom Niedrigwasser betroffenen Industrien. Ziel sei es, "Problemstellungen und Herausforderungen zu identifizieren und dann gemeinsam in eine Umsetzung möglicher Lösungen zu kommen", sagte ein Ministeriumssprecher.

Verursacht wird das Niedrigwasser durch die lang anhaltende Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands. Auch einzelne Gewitter oder Unwetter ändern die Lage nicht wesentlich. Durch den fortschreitenden Klimawandel steigt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen die Wahrscheinlichkeit solcher Extremwetterlagen. Betroffen ist unter anderem der Rhein, der ein wichtiger Transportweg für Industrierohstoffe ist.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Extremes Niedrigwasser: Verkehrsminister Bilger lädt zu Spitzentreffen in Bonn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lädt wegen des extremen Niedrigwassers im Rhein und in weiteren deutschen Flüssen für Donnerstag (13.30 Uhr) zu einem Spitzengespräch nach Bonn. Teilnehmen werden Vertreter von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft. Bilger sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" im Vorfeld: "Wir wollen die aktuelle Lage gemeinsam bewerten, kurzfristig dort handeln, wo Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig wollen wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehe, um unsere Wasserstraßen widerstandsfähiger gegen zunehmende extreme Niedrigwasserereignisse zu machen."

Drohnen-Vorfall in Leipzig: Dobrindt sieht "neues Bedrohungsszenario"

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht von einem "neuen Bedrohungsszenario": Der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen stellt die Sicherheitsbehörden in Deutschland vor eine Bewährungsprobe. Es sei seine Einschätzung, "dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben", sagte Dobrindt am Mittwochabend am Flughafen Leipzig/Halle. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernahm gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Sachsen die Ermittlungen.

Weiter Widerstand in SPD gegen Aus für Rente ab 45 Versicherungsjahren

Das geplante Aus für die abschlagsfreie vorgezogene Rente für Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren stößt in der SPD weiter auf Widerstand. Menschen, "die 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben", von ihrer Lebensleistung profitieren, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Mitteilung vom Mittwoch. Weitere SPD-Politikerinnen und -Politiker äußerten sich ähnlich.

Industrie erwartet niedrige Kartoffelernte wegen extremer Trockenheit

Nach dem Rekordjahr 2025 wird die Kartoffelernte in diesem Jahr nach Einschätzung der Industrie deutlich schlechter ausfallen. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie erklärte am Mittwoch, Gründe seien die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen und die Verringerung der Anbauflächen in Deutschland und in Europa. Die Industrie verarbeitet Kartoffeln etwa zu Pommes frites oder Chips.

Textgröße ändern: