Pallade Veneta - Ifo-Umfrage: Viele Unternehmen sehen Möglichkeit für sinkende Löhne durch KI

Ifo-Umfrage: Viele Unternehmen sehen Möglichkeit für sinkende Löhne durch KI


Ifo-Umfrage: Viele Unternehmen sehen Möglichkeit für sinkende Löhne durch KI
Ifo-Umfrage: Viele Unternehmen sehen Möglichkeit für sinkende Löhne durch KI / Foto: Joel Saget - AFP

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) könnte laut einer Umfrage künftig die Löhne sinken lassen: Wie das Ifo-Institut am Mittwoch in München mitteilte, erwarten viele Unternehmen in Deutschland durch KI "eher sinkende Löhne in den nächsten fünf Jahren". Vor allem Arbeitskräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung haben demnach "mit niedrigeren Löhnen zu rechnen".

Textgröße ändern:

Für die Erhebung wurden im Rahmen der regelmäßigen Konjunkturumfragen des Forschungsinstituts im Juni rund 3000 Unternehmen in Deutschland befragt, die KI bereits nutzen. Am häufigsten rechnen demnach Dienstleister mit sinkenden Löhnen für ihre Arbeitskräfte: Hier gehen mit 53,3 Prozent mehr als die Hälfte der befragten Firmen davon aus, dass für Arbeitskräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung und ohne Fach- oder Hochschulabschluss die Löhne durch KI-Einsatz in den kommenden fünf Jahren sinken.

Bei den Händlern geben dies laut Ifo-Institut 47,9 Prozent der Befragten an, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit 46,5 Prozent. Seltener sagen dies hingegen Bauunternehmen (39 Prozent).

Insgesamt gehen 48,3 Prozent der Unternehmen davon aus, dass die Löhne für Beschäftigte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung und ohne (Fach-)Hochschulabschluss in den nächsten fünf Jahren wegen KI sinken. 45,9 Prozent erwarten keinen Effekt und lediglich 5,9 Prozent steigende Löhne.

Für Beschäftigte mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung rechnet rund die Hälfte der befragten Firmen (49,8 Prozent) damit, dass der KI-Einsatz keinen Effekt auf die Löhne hat. Ein Absinken der Löhne erwarten aber auch hier vier von zehn Unternehmen (40,4 Prozent); 9,7 Prozent gehen von steigenden Löhnen aus.

Am häufigsten erwarten Unternehmen ein Absinken der Löhne der Umfrage zufolge indes für Beschäftigte mit Fach- oder Hochschulabschluss und weniger als fünf Jahren Berufserfahrung: Hier gehen 50,8 Prozent aller befragten Firmen von geringeren Löhnen binnen fünf Jahren aus. Allerdings erwartet hier auch ein Drittel (33,0 Prozent) keinen KI-Effekt auf die Löhne - und 16,3 Prozent prognostizieren gar einen Anstieg.

Noch häufiger gehen die Unternehmen von höheren Löhnen für Beschäftigte mit Fach- oder Hochschulabschluss und mehr als fünf Jahren Berufserfahrung aus: Hier gibt laut der Umfrage mehr als jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) an, in den kommenden fünf Jahren mit steigenden Löhnen für diese Beschäftigten zu rechnen. Allerdings gehen auch hier viele Firmen davon aus, dass die Löhne durch KI-Einsatz sinken (37,5 Prozent). 36,6 Prozent erwarten keinen Effekt.

"Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen", resümierte Ifo-Forscherin Anna Ruffert. "Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen."

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise am Freitag. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe von Reserven gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Spanisches Parlament lehnt Regierungspläne gegen Wohnungsnot ab 

Das spanische Parlament hat die Vorhaben der Regierung zur Bekämpfung der Wohnungsnot zurückgewiesen. In zwei getrennten Abstimmungen am Freitag verweigerte die Mehrheit der Abgeordneten den beiden vom Kabinett von Ministerpräsident Pedro Sánchez auf den Weg gebrachten Dekreten die erforderliche Zustimmung. In Spanien finden seit Tagen Proteste gegen die hohen Mieten und den Wohnungsmangel statt, die Regierung hatte den Menschen daher Verbesserungen beim Mieterschutz zugesagt.

Textgröße ändern: