Pallade Veneta - Frühstartrente soll frühzeitigen Vermögensaufbau für das Alter erleichtern

Frühstartrente soll frühzeitigen Vermögensaufbau für das Alter erleichtern


Frühstartrente soll frühzeitigen Vermögensaufbau für das Alter erleichtern
Frühstartrente soll frühzeitigen Vermögensaufbau für das Alter erleichtern / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Gesetzentwurf für die sogenannte Frühstartrente beschlossen. "Die Frühstartrente ist ein wichtiger Beitrag für eine bessere Altersvorsorge und mehr Chancengleichheit", erklärte dazu Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Jedes Kind erhalte so "ein Startkapital für die eigene private Altersvorsorge".

Textgröße ändern:

Vorgesehen ist, dass der Staat vom 6. bis zum 18. Geburtstag eines Kindes monatlich zehn Euro in ein individuelles kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot einzahlt. Die Frühstartrente soll mit dem Geburtsjahrgang 2020 beginnen, rückwirkend zum 1. Januar 2026. Ab 2027 kommt jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen hinzu.

"Das ist ein guter Tag für die Kinder in unserem Land und es ist auch ein guter Tag für die Rente", sagte dazu Klingbeil. "So bauen junge Menschen über die Jahre ein eigenes Vermögen auf und lernen früh, wie Vorsorge am Kapitalmarkt funktioniert." Dieser Vermögensabbau funktioniere anders als bisher unabhängig vom Elternhaus. Zugleich werde die finanzielle Bildung gestärkt. Auch dies sei "ein wichtiger Schritt" weg von der "Kultur der Sparbücher" und hin zu einer "Kultur der Depots".

Gefördert werden zertifizierte Verträge mit einem effektivem Kostendeckel, sowie ohne Abschluss- und Vertriebskosten bis zur Volljährigkeit. Eröffnen die Eltern kein Depot, können die Kinder die staatlichen Zuschüsse dennoch später für ihre Altersvorsorge abrufen.

Die Erträge sind bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei, ausgezahlt wird das geförderte Kapital grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres. Die staatlichen Zuschüsse können privat, beispielsweise durch freiwillige Einzahlungen von Eltern oder Großeltern, um bis zu 6840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln ergänzt werden. Dafür ist aber keine zusätzliche steuerliche Förderung vorgesehen.

Kritik kam von der Linkspartei. Deren Rentenexpertin Sarah Vollath sagte der "Rheinischen Post", die Frühstartrente sei "nichts anderes als Symbolpolitik, mit der die Bundesregierung schon die Jüngsten in der Gesellschaft an den Kapitalmarkt binden will". Durch die Möglichkeit zur Zahlung zusätzlicher Eigenbeträge würden zudem wohlhabende Eltern begünstigt, "während ärmere Familien mal wieder das Nachsehen haben". Zugleich würden von der Regierung "Milliarden für ein Sinnlos-Projekt verpulvert", während die Bundesregierung gleichzeitig beim Zuschuss für die gesetzliche Rentenversicherung kürzen wolle.

Vor hohen Verwaltungskosten bei der Frühstartrente warnte der Sozialverband Deutschland (SoVD). Zwar sei es "grundsätzlich ein richtiger Ansatz", dass Kinder früh beim Aufbau ihrer Altersvorsorge unterstützt werden sollten. Dabei sei aber wichtig, "dass möglichst viel von der Förderung tatsächlich bei den jungen Menschen ankommt". Der SoVD wies zudem auf grundsätzliche Risiken einer kapitalgedeckten Altersversorgung hin.

Aus den staatlichen Zahlungen bis zum 18. Lebensjahr ergibt sich eine Einzahlsumme von 1440 Euro. Nach Berechnungen des Ratgebers "Finanztip" vom Juli würde diese bei einer durchschnittlichen Verzinsung abzüglich der Kosten in dem Zeitraum auf 2200 Euro anwachsen. Bis zur Rente könne daraus ein Kapital von mehr als 50.000 Euro entstehen, sagte Klingbeil. "Finanztip" rechnet vorsichtiger mit rund 25.000 Euro zum Zeitpunkt des Renteneintritts bei einer Durchschnittsrendite von sechs Prozent abzüglich von Kosten von 0,2 Prozent. Eine Garantie gibt es dafür aber jeweils nicht.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise am Freitag. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe von Reserven gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Spanisches Parlament lehnt Regierungspläne gegen Wohnungsnot ab 

Das spanische Parlament hat die Vorhaben der Regierung zur Bekämpfung der Wohnungsnot zurückgewiesen. In zwei getrennten Abstimmungen am Freitag verweigerte die Mehrheit der Abgeordneten den beiden vom Kabinett von Ministerpräsident Pedro Sánchez auf den Weg gebrachten Dekreten die erforderliche Zustimmung. In Spanien finden seit Tagen Proteste gegen die hohen Mieten und den Wohnungsmangel statt, die Regierung hatte den Menschen daher Verbesserungen beim Mieterschutz zugesagt.

Textgröße ändern: