Pallade Veneta - Vergewaltigungsverdacht: Ermittlungen gegen früheren Pariser Priester

Vergewaltigungsverdacht: Ermittlungen gegen früheren Pariser Priester


Vergewaltigungsverdacht: Ermittlungen gegen früheren Pariser Priester
Vergewaltigungsverdacht: Ermittlungen gegen früheren Pariser Priester / Foto: Alain JOCARD - AFP/Archiv

In Frankreich ist ein neuer Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch durch einen katholischen Priester bekannt geworden: Die Justiz nahm Ermittlungen gegen einen 81-Jährigen Geistlichen wegen des Verdachts auf Vergewaltigung eines Minderjähriger zwischen 1997 und 2015 auf, wie die Staatsanwaltschaft am Montagabend in Paris bestätigte.

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Ein heute 41-Jähriger wirft dem Priester vor, ihn jahrelang immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Dies habe in einem Pfadfinderlager begonnen, später habe der Priester ihn zu sich nach Hause eingeladen und ihn dort vergewaltigt, sagte der Kläger der Zeitung "Le Parisien".

"Ich ließ es geschehen, er hatte mich im Griff", sagte er. Der Priester, der in mehreren Pariser Gemeinden eingesetzt war, lud den Jugendlichen, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, regelmäßig zum Essen und in den Urlaub ein und gab ihm Taschengeld. Als er erwachsen wurde, gewährte er ihm ein Darlehen, damit er sich ein Haus kaufen konnte.

"Alle wussten, dass ich oft bei ihm war, aber niemand ahnte etwas", sagte der Kläger. Der Priester sei für seine charismatische Ausstrahlung bekannt gewesen. "Wir haben ihm alle vertraut", fügte er hinzu. Im vergangenen Sommer zeigte er den Priester an, woraufhin dieser vor einer Woche festgenommen wurde. Im Polizeigewahrsam sprach der Geistliche von einer "Liebesbeziehung", in der es "sexuelle Handlungen", aber keine Vergewaltigung gegeben habe.

2018 hatten bereits zwei weitere mutmaßliche Opfer des Priesters Klage eingereicht. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Die Diözese Paris teilte mit, der Priester sei damals mit einem Kontaktverbot zu Minderjährigen belegt worden, das nach Einstellung des Verfahrens wieder aufgehoben wurde. Seit der jüngsten Anzeige gilt es wieder. Dem Beschuldigten wurde zudem verboten, Gottesdienste zu leiten. Für die Betroffenen wurde eine Beratungsstelle eingerichtet.

Die katholische Kirche in Frankreich ist seit Jahren mit der Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle beschäftigt. Bei dem im September anstehenden Besuch von Papst Franziskus sollen Betroffene mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammentreffen.

C.Grillo--PV

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