Pallade Veneta - DGB-Ausbildungsreport: Neues Tief bei Zufriedenheit von Azubis

DGB-Ausbildungsreport: Neues Tief bei Zufriedenheit von Azubis


DGB-Ausbildungsreport: Neues Tief bei Zufriedenheit von Azubis
DGB-Ausbildungsreport: Neues Tief bei Zufriedenheit von Azubis / Foto: PHILIPPE HUGUEN - AFP/Archiv

Neues Tief bei der Zufriedenheit der Auszubildenden in Deutschland: Zwar sind dem am Donnerstag vorgestellten Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zufolge mit 65,7 Prozent rund zwei Drittel der befragten Auszubildenden zufrieden mit ihrer Ausbildung. Das sei allerdings ein Rückgang um fast sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebungen. Die Hälfte der Azubis gibt zudem an, psychisch belastet zu sein.

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Die Ausbildungszufriedenheit ging im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent zurück und sank damit auf ein neues Tief. "Dieses Signal müssen wir ernst nehmen", sagte DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger bei der Vorstellung des Ausbildungsreports.

Bei der Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung gibt es große Unterschiede. Besonders zufrieden sind dem Report zufolge Verwaltungsfachangestellte: Mehr als 80 Prozent sind mit ihrer Ausbildung (sehr) zufrieden. Bei angehenden Hotelfachleuten sind nur knapp 54 Prozent zufrieden. Auch bei angehenden Friseuren, Zahnmedizinischen Fachangestellten und Köchen sind die Zustimmungswerte niedrig.

Insgesamt zeigen sich im Ausbildungsalltag laut DGB weiterhin klare Handlungsbedarfe. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden leistet demnach regelmäßig Überstunden. 16,3 Prozent müssten häufig Tätigkeiten erledigen, die nicht Bestandteil ihrer Ausbildung sind und nicht dem Lernerfolg dienen. Es handele sich dabei um einen neuen Höchststand.

Der DGB ruft außerdem dazu auf, mehr bezahlbaren Wohnraum für Azubis zu schaffen. "Noch immer gibt es erheblich weniger Wohnangebote für Auszubildende als für Studierende - obwohl sie auf dem angespannten Wohnungsmarkt vor vergleichbaren Problemen stehen", sagte Krüger. "Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende muss ein festes politisches Ziel der Bundesregierung und der Länder sein, der Kommunen ebenfalls."

Der DGB fordert zudem mehr Verlässlichkeit auch für die Zeit nach der Ausbildung. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr wisse kurz vor dem Abschluss noch nicht, ob der Betrieb sie übernimmt. Ob junge Menschen eine Chance auf Übernahme haben, hänge dabei stark von Branche und Betrieb ab.

Schwerpunkt des DGB-Ausbildungsreports war in diesem Jahr die mentale Gesundheit. Mit 50,6 Prozent gab die Hälfte der Befragten an, psychische Belastungen zu erleben. Mentale Gesundheit hänge dabei eng mit der Qualität der Ausbildung zusammen, erklärte der Gewerkschaftsbund.

DGB-Bundesjugendsekretärin Krüger sprach angesichts der psychischen Belastung von einem "deutlichen Warnsignal". Sind Ausbilder immer verfügbar, fühlen sich der Umfrage zufolge nur 8,5 Prozent der Auszubildenden hoch belastet. Sind sie selten oder nie erreichbar, sind es 36 Prozent. "Das zeigt: Gute fachliche Anleitung ist der Kern guter Ausbildung und dafür sollte auch mehr Personal von Arbeitgebern bereitgestellt werden", sagte Krüger.

Der DGB fordert "verbindliche Fort- und Weiterbildungen für mentale Gesundheit, für das Ausbildungspersonal und Berufsschullehrkräfte". Wer junge Menschen ausbildet oder unterrichtet, müsse Belastungen erkennen und wissen, wie Unterstützung möglich ist.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) betonte, Ausbildungsbetriebe würden ihre Azubis "mit einer persönlichen Betreuung, festen Ansprechpartnern, einer wertschätzenden Unternehmenskultur und auch mit Angeboten zur Gesundheitsförderung" unterstützen. Die Betriebe dürften mit den Herausforderungen aber nicht allein gelassen werden. "Psychische Gesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Neben den Unternehmen sind insbesondere Schulen, Elternhäuser, Beratungsstellen und die Politik gefordert", erklärte der DIHK-Bildungsexperte Nico Schönefeldt.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks erklärte, Handwerksbetriebe übernähmen bereits viel Verantwortung und unterstützten junge Menschen "vielfach weit über die eigentliche Ausbildung hinaus". Verbands-Generalsekretär Holger Schwannecke verwies darauf, dass Schulabgänger zunehmend "mit erheblichen Lücken bei Grundkompetenzen und Sprachkenntnissen in die Ausbildung" kämen.

Für den diesjährigen Ausbildungsreport wurden dem DGB zufolge über zwölf Monate bis Mai 2026 insgesamt 13.227 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten dualen Ausbildungsberufen befragt.

B.Fortunato--PV

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