Pallade Veneta - Nach Öl-Deal mit Trump: Venezuelas Präsidentin sichert Wahrung der Souveränität zu

Nach Öl-Deal mit Trump: Venezuelas Präsidentin sichert Wahrung der Souveränität zu


Nach Öl-Deal mit Trump: Venezuelas Präsidentin sichert Wahrung der Souveränität zu
Nach Öl-Deal mit Trump: Venezuelas Präsidentin sichert Wahrung der Souveränität zu / Foto: Juan BARRETO - AFP

Nach der Verkündung des "größten Öl-Deals in der Weltgeschichte" durch US-Präsident Donald Trump hat die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez ihren Landsleuten versichert, dass Venezuela die Kontrolle über seine Ölvorkommen behalten werde. "Eine Sache muss absolut klar sein: Venezuela behält das Eigentum und die Souveränität über seine Ressourcen", sagte Rodríguez am Samstag in einer Fernsehansprache.

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US-Präsident Donald Trump hatte das Ölabkommen am Freitag bekanntgegeben. Er teilte mit, die USA erhielten die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel aus den venezolanischen Erdölvorkommen.

Die unter starkem Druck aus Washington stehende Rodríguez sagte dazu, das Abkommen mit den USA werde Venezuela Kapital und die Technologie verschaffen, "um die Wiederbelebung einer strategischen Industrie zu unterstützen, die von den Sanktionen schwer getroffen wurde". Die Kooperation mit Washington werde in Investitionen, in Produktion, in Wohlstand und "in greifbare Ergebnisse für die Venezolaner" münden.

Angaben aus Caracas zufolge beinhaltet das Abkommen private Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar (gut 86 Milliarden Euro). Laut Rodríguez sollen sich die Steuereinnahmen auf mehr als 204 Milliarden Dollar (176 Milliarden Euro) belaufen. Details nannte sie indes nicht.

Nach Angaben Trumps werden die USA durch die Vereinbarung ihre Ölreserven mehr als verdoppeln. In seinem Onlinedienst Truth Social versicherte er zudem, der Deal mit Venezuela sorge dafür, die Spritpreise "für alle Amerikaner" auf Jahre hinaus zu verringern. Den US-Steuerzahlern entstünden durch die Vereinbarung keine Kosten.

Da in Washington ebenfalls kaum Details bekannt gegeben wurden, gab es zahlreiche Spekulationen, dass das Abkommen zum Nachteil Venezuelas geschlossen worden sei. In Onlinenetzwerken äußerten auch Anhänger der Regierung ihre Sorgen hinsichtlich eines Verlusts eigener Souveränität, bescheidener Profiten und der politischen Kosten.

"Wir wissen nicht, wer davon profitieren wird, ob es Venezuela sein wird", sagte der 68 Jahre alte Sicherheitsmitarbeiter Jesús Salazar der Nachrichtenagentur AFP. "ich habe meine Zweifel, aber wir müssen abwarten und sehen, was passiert."

Mit mehr als 303 Milliarden Barrel verfügt das südamerikanische Land über die größten bekannten Erdölreserven weltweit. Nach jahrelanger Wirtschaftskrise hat Venezuela aber große Probleme, diese auszubeuten und Profit daraus zu schlagen.

Auf Befehl Trumps hatten US-Soldaten Anfang Januar den langjährigen linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro in Caracas gefangengenommen und in die USA gebracht. Dort soll ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden.

Anschließend übte Washington starken Druck auf die neue Führung in Caracas aus, den USA Zugang zu den venezolanischen Vorkommen des klimaschädlichen Energieträgers zu gewähren. Zugleich drängte sie US-Energiekonzerne dazu, in Venezuela zu investieren. Diese zeigten sich bislang jedoch zurückhaltend wegen der schlechten Infrastruktur dort und früherer Enteignungen ausländischer Investoren.

Venezuelas Regierungspartei teilte mit, sie unterstütze wirtschaftliche Schritte, die "nationale Interessen voranstellen und es möglich machen, die Folgen von mehr als einem Jahrzehnt wirtschaftlicher Sanktionen, einseitigen Zwangsmaßnahmen und ungerechten Blockaden zu überwinden." Die Partei macht die USA regelmäßig für den Niedergang der venezolanischen Wirtschaft verantwortlich.

Rodríguez - die frühere Stellvertreterin Maduros an der Staatsspitze - hat Reformen im Bergbau und Ölsektor des Landes durchgebracht. Damit wurden die einst streng kontrollierten Bereiche für privates Kapital und ausländische Investitionen geöffnet. Im Gegenzug hat Washington seine Sanktionen gelockert.

Die Ölförderung in Venezuela stieg zwischen Januar und Juli um knapp 30 Prozent auf 1,2 Millionen Barrel pro Tag. Dies sind allerdings immer noch deutlich weniger als die drei Millionen Barrel, die vor einem Vierteljahrhundert täglich gefördert wurden.

M.Romero--PV

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