Pallade Veneta - Volkswagen: Arbeitnehmer enttäuscht von Vorstand - Gewerkschaft warnt vor Streiks

Volkswagen: Arbeitnehmer enttäuscht von Vorstand - Gewerkschaft warnt vor Streiks


Volkswagen: Arbeitnehmer enttäuscht von Vorstand - Gewerkschaft warnt vor Streiks
Volkswagen: Arbeitnehmer enttäuscht von Vorstand - Gewerkschaft warnt vor Streiks / Foto: Jens SCHLÜTER - AFP

Nach einer Reihe von Betriebsversammlungen des Volkswagen-Konzerns hat sich der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger enttäuscht von den Äußerungen des Konzernvorstands zu den Sparplänen bei dem kriselnden Autobauer gezeigt. Die Erwartungen seien "unglaublich groß" gewesen, sagte Gröger am Montag nach der letzten Versammlung in Hannover. Im Großen und Ganzen falle die Bilanz nun aber "schon ein Stück weit enttäuschend" aus, denn den Beschäftigten sei keine klare Zukunftsperspektive über 2030 hinaus aufgezeigt worden.

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"Also man kann ja wohl erwarten, dass es einen konkreten Plan gibt, wie man dieses Unternehmen" und die vielen Beschäftigten "in die Zukunft bringt", fuhr Gröger fort. In seiner Rede bei der Versammlung kritisierte er die Kommunikation des Konzerns laut Redetext als "absolutes Desaster".

Volkswagen steckt wie auch die anderen deutschen Autobauer in der Krise. Konzernchef Oliver Blume hat deshalb weitere Sparbemühungen angekündigt und weitere 50.000 Stellenstreichungen in den Raum gestellt, die Hälfte davon in Deutschland. Zudem stehen die VW-Werke Emden, Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm ab 2030 auf der Kippe. Auch der Standort in Hannover ist gefährdet.

Finanzvorstand Arno Antlitz bestätigte dies am Montag bei der Betriebsversammlung. "Aufgrund der großen Kostenunterschiede zu anderen europäischen Werken haben wir - aus heutiger Sicht - für vier deutsche Standorte keine wirtschaftliche Nachbelegung, wenn die aktuellen Produkte Anfang der 30er Jahre auslaufen. Darunter ist auch das Werk Hannover", sagte Antlitz nach Konzernangaben.

IG-Metall-Bezirksleiter Gröger verwies auf eine Einigung mit dem Vorstand aus dem Jahr 2024. Damals war bereits die Rede von möglichen Werksschließungen gewesen. Die traditionell starken Arbeitnehmervertreter im VW-Konzern sowie das Land Niedersachsen als Anteilseigner rangen der Konzernspitze damals als Kompromiss ein Sparprogramm ab, das einen sozialverträglichen Abbau zehntausender Stellen bis 2030 vorsah.

Der Vorstand dürfe das 2024 Vereinbarte nicht in Frage stellen, fuhr Gröger fort. "An geschlossene Verträge hält man sich." Die Beschäftigten hätten "geliefert", sagte der Gewerkschafter. "Jetzt ist der Vorstand an der Reihe."

Gröger versicherte, "konstruktiv" mit dem Management zusammenzuarbeiten. "Aber bleibt der Vorstand auf der falschen Richtung, dann scheuen wir den Konflikt nicht."In seiner Rede warnte er: Wenn der Vorstand die damalige Vereinbarung wieder infrage stellen wolle, "dann wird der Werkboden an allen Standorten brennen". "Wir werden uns mit aller Macht dagegen stellen."

S.Urciuoli--PV

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