Pallade Veneta - Fast-Fashion-Händler Shein legt schwaches Börsendebüt in Hongkong hin

Fast-Fashion-Händler Shein legt schwaches Börsendebüt in Hongkong hin


Fast-Fashion-Händler Shein legt schwaches Börsendebüt in Hongkong hin
Fast-Fashion-Händler Shein legt schwaches Börsendebüt in Hongkong hin / Foto: Charlotte SIEMON - AFP/Archiv

Der Online-Modehändler Shein ist bei seinem lange erwarteten Börsendebüt in Hongkong nur auf verhaltenes Interesse der Anleger gestoßen. Das für sein "Fast Fashion"-Geschäftsmodell bekannte Unternehmen verzeichnete bei seinem Gang aufs Parkett am Dienstag deutliche Kursverluste. Zeitweilig sackte die Aktie um rund zehn Prozent ab.

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Das in China gegründete Unternehmen, das seinen Hauptsitz inzwischen in Singapur hat, wollte ursprünglich in New York oder London an die Börse gehen, was jedoch an regulatorischen Hürden scheiterte. Mit dem Aktiendebüt in Hongkong zielte Shein nun darauf ab, sich umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro an frischem Kapital zu beschaffen.

Insgesamt wird das für sein Geschäftsmodell immer wieder in der Kritik stehende Unternehmen damit auf rund 22,6 Milliarden Euro taxiert - deutlich weniger als noch vor vier Jahren, als Shein bei einer Finanzierungsrunde mit fast 100 Milliarden Dollar (derzeit gut 86 Milliarden Euro) bewertet worden war.

Nach Handelsstart am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Hongkong sank der Kurs der Aktie auf umgerechnet rund 4,39 Euro. Der Ausgabepreis hatte bei rund 5,33 Euro gelegen.

Analysten verwiesen auf das zuletzt langsamere Wachstum der Umsätze des für seine extrem niedrigen Preise und schnell produzierte Kleidung bekannten Modehändlers. Zudem hat das Unternehmen auch mit zunehmendem Gegenwind für sein Geschäftsmodell zu kämpfen: So verwies etwa Branchenexperte Ken Pucker von der Tufts University in den USA darauf, dass es "neu eingeführte Steuern und Zölle" gebe. Außerdem sehe sich Shein auch mit höheren Hürden "in den Bereichen Nachhaltigkeit, Datenschutz und Urheberrecht sowie Wettbewerb" konfrontiert, fügte er hinzu.

Für 2025 hatte Shein einen Jahresüberschuss von 2,06 Milliarden Dollar ausgewiesen. Zuletzt stand jedoch ein Quartalsverlust von 99 Millionen Dollar zu Buche, nachdem die USA für Kleidersendungen die Befreiung von Einfuhrzöllen aufgehoben hatten.

In einem ähnlichen Schritt führte die EU im vergangenen Monat einen Zoll von drei Euro pro Artikel für Sendungen aus Ländern außerhalb der EU mit einem Wert von weniger als 150 Euro ein, womit Brüssel die wachsende Paketflut eindämmen will. Und in Frankreich treten ab Dienstag neue Regeln für Wegwerfmode in Kraft, um "Ultra-Fast-Fashion"-Artikel deutlich zu verteuern. Angesichts dieser Entwicklungen werde "die nahe Zukunft von Shein von negativem Wachstum geprägt sein", erklärte der E-Commerce-Experte Juozas Kaziukenas gegenüber AFP.

Shein war insbesondere während der Corona-Pandemie rasant gewachsen. Bis Ende vergangenen Jahres wuchs der Kundenstamm in Europa auf durchschnittlich 156 Millionen Nutzer pro Monat an, womit das Unternehmen neben AliExpress aus China und dem US-Onlineriesen Amazon zu den größten E-Commerce-Plattformen des Kontinents zählt.

Zugleich sieht sich das Unternehmen immer wieder mit Kritik wegen der Umweltbilanz seines Geschäftsmodells und auch mit Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen konfrontiert. Shein-Chef Donald Tang erklärte diesbezüglich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP im vergangenen Jahr, dass das Unternehmen eine "Null-Toleranz-Politik" gegenüber Zwangsarbeit verfolge.

D.Vanacore--PV

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