Pallade Veneta - Umwelthilfe: Politikerinnen und Politiker nutzen wieder stärker Verbrenner-Autos

Umwelthilfe: Politikerinnen und Politiker nutzen wieder stärker Verbrenner-Autos


Umwelthilfe: Politikerinnen und Politiker nutzen wieder stärker Verbrenner-Autos
Umwelthilfe: Politikerinnen und Politiker nutzen wieder stärker Verbrenner-Autos / Foto: Ina FASSBENDER - dpa/AFP/Archiv

Spitzenpolitikerinnen und -politiker legen laut des aktuellen Dienstwagen-Checks der Deutschen Umwelthilfe (DUH) beim Klimaschutz wieder den Rückwärtsgang ein. Der Anteil reiner Elektrofahrzeuge ging laut der am Dienstag veröffentlichten Analyse in Bund und Ländern zurück, die EU-Flottengrenzwerte würden teils erheblich überschritten. Besonders deutlich zeigt sich der Rückschritt demnach bei neu beschafften Dienstwagen.

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160 von 249 berücksichtigten Dienstwagen überschritten laut Umwelthilfe mit ihrem realen CO2-Ausstoß den EU-Flottengrenzwert und erhielten eine rote Karte. Schlusslichter sind demnach auf Bundesebene Bundesjustizministerin Stephanie Hubig (SPD) und Bildungsministerin Karin Prien (CDU), deren Fahrzeuge jeweils 196 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, vor Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) mit 193 Gramm.

Noch umweltschädlicher fahren demnach in den Ländern NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner mit jeweils 262 Gramm CO2 pro Kilometer. Auf 240 Gramm kommt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Als Positiv-Beispiel wird in der Bundesregierung Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) genannt, deren Elektrofahrzeug nur 64 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoße. Es folgen Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) mit 66 Gramm, dann Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) und Umweltminister Carsten Schneider (SPD) mit jeweils 67 Gramm.

In den Ländern ist demnach Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) mit 66 Gramm CO2 besonders umweltfreundlich unterwegs, dicht gefolgt von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit 67 Gramm. Ganz auf einen Dienstwagen verzichtet Bremens Umweltsenatorin Henrike Müller (Grüne), die stattdessen auf ein Dienstfahrrad setzt. Positiv hervorgehoben wurde auch Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein, die neu auf ein Elektrofahrzeug umstieg und den CO2-Ausstoß von 134 auf 50 Gramm pro Kilometer verringerte.

Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge ging der Analyse zufolge im Vergleich zu 2025 sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene zurück und liegt mit 90 Dienstwagen nur noch bei 36 Prozent. Kritisch sieht die Umwelthilfe auch den mit 42 Prozent etwas höheren Anteil von Plug-In-Hybriden, deren CO2-Ausstoß pro Kilometer mit durchschnittlich 179 Gramm fast dreimal so hoch sei wie bei reinen Elektrofahrzeugen mit 62 Gramm. Bei reinen Verbrennern seien es durchschnittlich 193 Gramm. Problem bei den Plug-In-Hybriden sei, dass sie zu 89 Prozent mit dem Verbrennungsmotor gefahren würden.

"Es ist völlig absurd, dass die Regierungspolitikerinnen und Regierungspolitiker im Jahr 2026 den Anteil von Dienstwagen mit Verbrennungsmotor sogar noch steigern", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz zu den Ergebnissen der Analyse. "Das ist eine Kampfansage gegen zukunftsgerichtete Verkehrspolitik und ein desaströses Signal für die deutsche Klimapolitik", kritisierte sie. Die betreffenden Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlten "ihre Vorbildfunktion massiv". Die Umwelthilfe forderte generell, bei Neubeschaffungen von Dienstwagen konsequent auf effiziente Elektroautos umzusteigen.

Nicht in die Analyse einbezogen wurden die Fahrzeuge von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie der Bundesminister für Finanzen, Auswärtiges, Inneres und Verteidigung, da für sie besonders schwere, sondergeschützte Fahrzeuge vorgesehen sind. Für den CO2-Ausstoß von Elektrofahrzeugen wurde der Verbrauch auf Grundlage des Strommixes von 2025 zugrunde gelegt.

S.Urciuoli--PV

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