Pallade Veneta - Umfrage: Zwei von drei Deutschen offen für Rechenzentrum am eigenen Wohnort

Umfrage: Zwei von drei Deutschen offen für Rechenzentrum am eigenen Wohnort


Umfrage: Zwei von drei Deutschen offen für Rechenzentrum am eigenen Wohnort
Umfrage: Zwei von drei Deutschen offen für Rechenzentrum am eigenen Wohnort / Foto: Brendan Smialowski - AFP/Archiv

Die deutsche Bevölkerung steht neuen Rechenzentren einer Umfrage zufolge deutlich offener gegenüber, als es Debatten über den Stromverbrauch der Anlagen oder Proteste insbesondere in den USA vermuten lassen. Wie der Digitalverband Bitkom am Mittwoch mitteilte, würden zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) einem neuen Rechenzentrum am eigenen Wohnort positiv gegenüberstehen. Lediglich 25 Prozent würden einen Neubau hingegen negativ sehen.

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Gleichzeitig findet mit 88 Prozent die große Mehrheit der Befragten, dass Rechenzentren, die nicht zuletzt wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) eine immer wichtigere Rolle spielen, zu viel Energie verbrauchen. Ähnlich viele (82 Prozent) sagen aber auch, dass Rechenzentren inzwischen zur Basisinfrastruktur Deutschlands gehörten - so wie Strom, Wasser oder Straßen.

Fast drei von vier Befragten (73 Prozent) sind laut der Bitkom-Umfrage der Meinung, Deutschland brauche mehr Rechenzentren. Auch das Thema Souveränität spielt dabei eine Rolle: 72 Prozent finden es wichtig, dass ihre Daten in Rechenzentren in Deutschland verarbeitet werden.

"Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Welt und werden durch KI noch wichtiger, für Wirtschaft und Verwaltung ebenso wie für unseren Alltag", erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir diese Infrastruktur brauchen, sondern wie wir ihren Ausbau möglichst effizient und ohne Beeinträchtigungen von Mensch und Natur gestalten", fügte er hinzu. "Dass die Bundesregierung die jeweiligen Kommunen künftig stärker am Gewerbesteueraufkommen von Rechenzentren beteiligen will, schafft im Fall der Fälle finanzielle Kompensation und sollte so auch umgesetzt werden", forderte er.

Wie der Digitalverband weiter mitteilte, bedeutet die hohe Akzeptanz indes nicht, "dass neue Rechenzentren vor Ort immer und überall auf Zustimmung stoßen". So gebe es in einzelnen Kommunen Widerstand gegen konkrete Projekte. Dementsprechend wünschen sich 92 Prozent der Befragten, "dass besser erklärt wird, wofür neue Rechenzentren gebraucht werden". 83 Prozent haben demnach zumindest eine grobe Vorstellung davon, was ein Rechenzentrum ist und was dort passiert.

In Rechenzentren kommen große Mengen leistungsstarker Computer zum Einsatz, um dort Daten zu speichern oder Verarbeitungsschritte und Rechenleistung für unzählige digitale Dienste zu übernehmen - ob für Cloudlösungen, Internetanwendungen oder zunehmend auch KI-Chatbots. Zugleich sorgt der immense Stromhunger der Anlagen und mitunter auch der Wasserverbrauch für Debatten über die Umweltauswirkungen. Insbesondere in den USA hatte es zuletzt wiederholt Proteste gegen Datenzentren gegeben, die vermehrt auch zu einem Wahlkampfthema vor den Kongress-Zwischenwahlen Anfang November werden.

Mit Blick auf Deutschland mahnte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder, dass Betreiber und Kommunen frühzeitig erklären müssten, "welchen Nutzen ein Rechenzentrum hat, welche Auswirkungen vor Ort entstehen und wie mit Energie, Wasser, Fläche und anderen Ressourcen umgegangen wird".

Für die laut Bitkom repräsentative Umfrage des Digitalverbands wurden im Juli und August insgesamt 1006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt.

A.dCosmo--PV

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