Pallade Veneta - DIHK-Umfrage: Unternehmen spüren Druck aus China - wählen aber Flucht nach vorn

DIHK-Umfrage: Unternehmen spüren Druck aus China - wählen aber Flucht nach vorn


DIHK-Umfrage: Unternehmen spüren Druck aus China - wählen aber Flucht nach vorn
DIHK-Umfrage: Unternehmen spüren Druck aus China - wählen aber Flucht nach vorn / Foto: Pedro PARDO - AFP/Archiv

Deutschen Unternehmen ist zunehmend Konkurrenz aus China auf den Fersen - doch laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sind die heimischen Firmen zugleich entschlossen, sich in dem Wettstreit zu behaupten. "Der Wettbewerb mit China hat ein neues Ausmaß erreicht", erklärte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Die deutschen Unternehmen stecken deshalb aber nicht den Kopf in den Sand, sondern suchen aktiv nach eigenen Antworten."

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Laut der am Donnerstag veröffentlichten DIHK-Sonderumfrage zur Wettbewerbsfähigkeit mit China, für die die Antworten von rund 1300 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor ausgewertet wurden, spüren inzwischen zwei Drittel der Unternehmen Druck durch chinesische Wettbewerber. In der Industrie sind es sogar 83 Prozent. "Chinesische Unternehmen konkurrieren längst nicht mehr nur über Menge und Preis", erläuterte Treier. "Sie sind technologisch stark, innovativ und international immer präsenter."

Allerdings seien chinesische Lieferketten und Produktionsstandorte auch für manche deutsche Betriebe sogar Voraussetzung, um selbst international wettbewerbsfähig zu bleiben, führte die DIHK aus. Gleichzeitig beklagten die befragten Unternehmen einen "massiven Preis- und Margendruck, hohe staatliche Unterstützung chinesischer Bewerber und nicht zuletzt schwierige Rahmenbedingungen am heimischen Standort". Teils seien neue Maschinen aus China günstiger als die Reparatur bestehender Anlagen in Deutschland.

Am stärksten ist der Druck bei Unternehmen mit engem China-Geschäft: 88 Prozent der Unternehmen mit eigenem Standort in China berichten der DIHK zufolge von wachsender Konkurrenz. Doch selbst 38 Prozent der Unternehmen ohne direkte China-Geschäfte spüren demnach den gestiegenen Wettbewerb. "Der Wettstreit findet also längst nicht mehr nur in China statt, sondern auch in Deutschland, im EU-Binnenmarkt und auf Drittmärkten", erklärte die Industrie- und Handelskammer.

Ein Rückzug aus ihrem Geschäftsfeld kommt für 88 Prozent der betroffenen Unternehmen laut der Umfrage nicht infrage. "Stattdessen setzen 60 Prozent auf Produktinnovationen, 50 Prozent auf Kostensenkungen und 39 Prozent auf die Erschließung neuer Absatzmärkte", erklärte die DIHK. Fast jedes dritte Unternehmen reagiere zudem mit verstärkter Kooperation mit chinesischen Partnern.

Treier wertete dies als "starkes" Signal. "Die Unternehmen ergeben sich nicht ihrem Schicksal", erklärte er. "Sie innovieren, senken Kosten und erschließen neue Märkte." Wettbewerb könne "ein Katalysator" sein, erklärte er. "Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen und der Wettbewerb fair sein", schränkte der DIHK-Außenwirtschaftschef ein. Denn laut der Umfrage monieren die deutschen Unternehmen auch Probleme vor der eigenen Haustür und beklagen unter anderem hohe Arbeits- und Energiekosten sowie wachsende Bürokratie.

Von der europäischen Politik erwarten die Unternehmen laut der Umfrage vor allem Geschlossenheit: 67 Prozent fordern ein koordiniertes außenwirtschaftliches Auftreten gegenüber China, 60 Prozent sind für eine Verringerung strategischer Abhängigkeiten und fast die Hälfte der Firmen (49 Prozent) spricht sich dafür aus, chinesische Unternehmen von kritischen Infrastrukturprojekten auszuschließen. Auf der anderen Seite sagen 25 Prozent der Befragten, dass Handels- und Investitionshürden abgebaut werden sollten; 18 Prozent wünschen sich erleichterte Innovationspartnerschaften.

"Bemerkenswert" sei die Bereitschaft der Unternehmen, auch eigene Belastungen in Kauf zu nehmen, hob die DIHK hervor. Demnach befürworten 55 Prozent stärkere EU-Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen selbst dann, wenn dem eigenen Unternehmen dadurch Nachteile entstehen könnten. 37 Prozent lehnen dies ab.

Treier verwies darauf, dass es bei den befragten Unternehmen sowohl Forderungen nach einem entschiedeneren Vorgehen gegen Subventionen, Dumping oder regulatorische Schlupflöcher gebe, andererseits aber auch Warnungen vor zusätzlichen Zöllen oder Belastungen. "Die Unternehmen wollen fairen Wettbewerb statt Abschottung", erklärte er. Nach Auffassung des DIHK-Außenwirtschaftschef muss Europa daher einen Spagat bewältigen und einerseits Wettbewerbsverzerrungen begegnen - dürfe sich "mit pauschalen Maßnahmen aber nicht selbst schaden".

C.Grillo--PV

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