Pallade Veneta - Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht

Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht


Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht

Der Sparkurs bei Volkswagen ist am Freitag erneut Thema im Aufsichtsrat - ein Kompromiss zwischen Management, Arbeitnehmervertretung und dem Land Niedersachsen war kurz davor aber nicht in Sicht. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verlangte am Donnerstag vom VW-Vorstand ein Konzept, "das Auslastung der Standorte und damit den Erhalt der Industriearbeitsplätze am Standort Deutschland als Ziel hat".

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Das sei Aufgabe des Vorstands, sagte Tonne dem Nachrichtenmagazin "Politico". Und "da sehe ich deutliche Defizite."

Bei Volkswagen stehen die Streichung von 50.000 Stellen, die Hälfte davon in Deutschland, und die Schließung von vier Werken im Raum: Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Bei einer Aufsichtsratssitzung Anfang Juli war keine Entscheidung über einen vom Vorstand vorgelegten Sparplan zustandegekommen.

Das Recherchenetzwerk Correctiv berichtete am Donnerstag unter Berufung auf ein Konzept des Vorstands für den Aufsichtsrat, dass ein fünfter Standort geschlossen werden müsse. Aus Managementkreisen berichtete Correctiv, es könnte den Standort Györ in Ungarn treffen. Statt der bisher genannten 50.000 Stellen müssten bis 2030 rund 60.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Um gegen die stärker werdende Konkurrenz aus China bestehen zu können, müsse VW die Kosten senken, sagten mehrere Top-Manager zu Correctiv. Die Fabrikkosten seien im internationalen Vergleich deutlich zu hoch.

Die "Wirtschaftswoche" berichtete unter Berufung auf eine Unterlage des Vorstands für den Aufsichtsrat, die spanische Marke Seat solle "bis spätestens Ende 2029" eingestellt werden, um Kosten zu reduzieren. Die seit 2018 eigenständige Schwestermarke Cupra, die sehr erfolgreich ist, solle dagegen fortgeführt werden. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Interne Unterlagen würden "in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet", sagte er. "Diesem Prozess greifen wir nicht vor."

Medienberichten zufolge wollen am Freitag auch Niedersachsen und die Arbeitnehmerseite Beschlussvorlagen präsentieren, über die der Aufsichtsrat abstimmen soll. Das "Handelsblatt" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf "mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen", Land und Gewerkschaft könnten ihre bislang getrennten Vorschläge zusammenführen und gemeinsam zur Abstimmung stellen.

Laut "Handelsblatt" hatte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch noch am Mittwoch mit den zerstrittenen Parteien gesprochen; die Fronten seien jedoch weiterhin verhärtet. Im Aufsichtsrat sitzen zehn Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerseite und zehn der Kapitalseite, wozu Niedersachsens Regierungschef Olaf Lies (SPD) und Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) gehören.

Auf der Kapitalseite ist ein Posten derzeit frei, weil die Managerin Susanne Wiegand Mitte Juni überraschend zurückgetreten war. VW wolle den Posten noch vor der Aufsichtsratssitzung wieder besetzen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag. Das Amtsgericht Braunschweig solle Marianne Heiß kurzfristig zur neuen Aufsichtsrätin bestellen. Die Österreicherin war bereits 2018 bis 2025 Mitglied des VW-Aufsichtsrates und wurde damals durch Wiegand ersetzt. Sie würde damit Nachfolgerin ihrer Nachfolgerin. Ein Sprecher des Aufsichtsrates wollte den Bericht gegenüber AFP nicht kommentieren.

U.Paccione--PV

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