Pallade Veneta - 50.000 Stellen betroffen: Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu

50.000 Stellen betroffen: Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu


50.000 Stellen betroffen: Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu
50.000 Stellen betroffen: Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu / Foto: Jens Schlueter - AFP

Der kriselnde Autobauer Volkswagen will in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen streichen: Der VW-Aufsichtsrat hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Laut dem am Donnerstagabend nach Konzernangaben einstimmig beschlossenen sogenannten Zukunftsplan 2030 ist eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen" vorgesehen - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen.

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Weiter teilte der Konzern mit Marken wie Audi und Porsche mit, der Aufsichtsrat habe mit seinem Beschluss zur Kenntnis genommen, dass eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa im Volkswagen-Konzern bestehe. Für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne aktuell "keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet" werden. "Für diese Werke werden parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft."

In Nordamerika will sich VW den Angaben zufolge künftig auf "die profitabelsten Segmente" konzentrieren. Das China-Geschäft passe der Konzern "an die veränderte Erwartung an das Gesamtwachstum des chinesischen Automobilmarkts an" und baue das Exportgeschäft in Richtung des Globalen Südens aus.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Group, Oliver Blume, sprach angesichts der einstimmigen Zustimmung von einem "starken Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns". "Wir übernehmen Verantwortung für unser gesamtes Team, für unsere Partner und für Industriearbeitsplätze weltweit", fuhr er fort. In den kommenden Jahren werde "eine dreistellige Milliardensumme" investiert.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), Mitglied des Aufsichtsrats, erklärte: "Von dem heutigen Beschluss gehen wichtige Signale aus: Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln." Es liege nun aber "viel Arbeit vor allen Beteiligten".

Die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, und die Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG, Daniela Cavallo, betonten, dass keine Werksschließung besiegelt sei. "Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht", erklärten sie. Dieser müsse "notwendige Investitionen auf den Weg bringen, Innovationen vorantreiben und Beschäftigung dauerhaft sichern".

Porsche begrüßte die Entscheidung des VW-Aufsichtsrats in einer Mitteilung. Das Unternehmen beabsichtige, "die Transformationsbemühungen des Vorstands ihrer Kernbeteiligung, der Volkswagen AG, weiter zu unterstützen".

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erklärte, es handele sich nicht um den ursprünglich in den Medien bekannt gewordenen Zukunftsplan, sondern um eine "Light-Version". "Die Werkschließungen sind nicht beschlossen, aber auch nicht ausgesetzt", fuhr Dudenhöffer fort.

Volkswagen steckt wie auch die anderen deutschen Autobauer in der Krise. Die Verkäufe von Elektroautos nehmen zwar an Fahrt auf, die Gewinnmargen sind dort jedoch kleiner. Zugleich belasten die Zölle der US-Regierung und vor allem das wegbrechende Geschäft in China die Unternehmen.

L.Guglielmino--PV

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