Pallade Veneta - Industrieproduktion im Juli deutlich gesunken

Industrieproduktion im Juli deutlich gesunken


Industrieproduktion im Juli deutlich gesunken
Industrieproduktion im Juli deutlich gesunken / Foto: Ronny HARTMANN - AFP

Dämpfer nach zuletzt guten konjunkturellen Vorzeichen: Die Industrieproduktion ist im Juli deutlich zurückgegangen. Die Herstellung in den Unternehmen lag 2,2 Prozent unterhalb des Vormonats, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Hauptgrund dürfte demnach eine mehrwöchige Produktionspause in der Autoindustrie sein, deren Produktion besonders stark sank (minus 9,2 Prozent).

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Das gesamte Produzierende Gewerbe verzeichnete den Angaben nach einen Produktionsrückgang um 1,1 Prozent, im weniger volatilen Dreimonatsvergleich blieb ein leichter Anstieg um 0,4 Prozent. Neben der Industrie gehören dazu die Energieerzeugung und das Baugewerbe, die beide Zuwächse verzeichneten. Der Energiesektor - und hier vor allem die Windkraft und Photovoltaik - produzierte laut Statistikamt 4,7 Prozent mehr als im Juni, das Baugewerbe 0,9 Prozent.

Innerhalb der Industrie gab es im Bereich Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse ein Plus von 2,7 Prozent, bei elektrischer Ausrüstungen von 1,6 Prozent und im Maschinenbau von 1,1 Prozent. Demgegenüber standen neben dem Rückgang der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen auch negative Entwicklungen bei Herstellern von pharmazeutischen (minus 5,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (minus 2,9 Prozent) sowie von Metallerzeugnissen (minus 2,6 Prozent) und von Gummi und Kunststoffwaren (minus 1,2 Prozent).

"Nachdem sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe trotz gestiegener Energiepreise im zweiten Quartal noch vergleichsweise robust gezeigt hat, scheinen die Folgen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten inzwischen zunehmend Spuren zu hinterlassen", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Darauf deute vor allem der Produktionsrückgang in energieintensiven Industrien hin. Speziell Auto- und Maschinenbau stünden zudem "wegen des verstärkten internationalen Wettbewerbs weiter zunehmend unter Druck".

"Der Rückgang der Industrieproduktion steht im Widerspruch zu den soliden Auftragseingängen in der Industrie und der spürbaren Verbesserung der Stimmung der Unternehmen", erklärte der Chefvolkswirt der Förderbank KfW, Dirk Schumacher. Er erkläre sich vor allem mit Produktionsumstellungen in der Autoindustrie. Auf die ausstehenden Zahlen für August und September dürfte sich zudem das Niedrigwasser des Rheins negativ auswirken.

Die Daten "machen einmal mehr deutlich, wie fragil die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft ist", erklärte der ING-Analyst Carsten Brzeski. "In der ersten Jahreshälfte war eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit zu beobachten", die allerdings zu einem großen Teil auf staatliche Investitionen zurückzuführen sei. Zudem seien deutsche Unternehmen "eine Art Krisengewinner", weil die Folgen des Iran-Kriegs asiatische Konkurrenten härter treffe.

O.Mucciarone--PV

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