Pallade Veneta - Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben

Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben


Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben
Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Der Bund will trotz der Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit weiterhin Anteile an dem deutschen Geldinstitut halten. Als Aktionär poche die Bundesregierung darauf, weiterhin zwei Vertreter im Aufsichtsrat der Commerzbank zu stellen, hieß es aus dem Bundesfinanzministeriums. Demnach war dies eine der Forderungen, die Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei einem persönlichen Treffen mit dem Unicredit-Chef Andrea Orcel am Montag in Berlin vortrug.

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Das Ministerium hatte zuvor angekündigt, Klingbeil werde in dem Gespräch die Interessen Deutschlands klarstellen. Im Anschluss bekräftigte er, dass er drei Themen besonders betont habe: die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland durch die Commerzbank, den Finanzstandort Frankfurt am Main und die Interessen der Beschäftigten. "Wir erwarten, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt - sowohl in Deutschland, als auch international", erklärte der Finanzminister.

Die italienische Unicredit hatte sich in den vergangenen Monaten fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert. Beide Banken wollen nun über die von der Unicredit angestrebte Übernahme verhandeln. Die Frankfurter Bank hatte sich lange dagegen gewehrt, ebenso der Bund, der seit der Rettung der Commerzbank im Jahr 2008 Großaktionär des Geldinstituts ist.

"Die Bundesregierung hat stets deutlich gemacht, dass sie eine feindliche Übernahme ablehnt", hieß es aus dem Ministerium. "Inzwischen sind beide Banken jedoch in Verhandlungen über einen Zusammenschluss eingetreten."

Der Bund hält derzeit noch 12,1 Prozent Anteil an der Bank. Zur Zukunft dieser Beteiligung hatte sich das Ministerium zunächst bedeckt gehalten und auch Klingbeil sprach sie nicht öffentlich an. Nach dem Gespräch mit Orcel hieß es dann, dass der Bund vorerst Aktionär bleiben werde.

Im Vorfeld des Gesprächs mit Unicredit-Chef Orcel hatte sich der Finanzminister nach Angaben seines Hauses unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), der Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und dem Betriebsratsvorsitzenden Sascha Uebel abgestimmt. "Es geht darum, den besten Weg für beide Banken zu finden", sagte ein Ministeriumssprecher

"Für die Bundesregierung ist zentral, dass die Commerzbank weiterhin ihre wichtige Rolle für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands erfüllen kann", führte Klingbeil aus. "Wir haben die Interessen der über 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank im Blick und stehen in dieser unsicheren Zeit an ihrer Seite."

D.Vanacore--PV

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