Pallade Veneta - US-Notenbank Fed berät über Leitzins: Gegen Trumps Willen Erhöhung möglich

US-Notenbank Fed berät über Leitzins: Gegen Trumps Willen Erhöhung möglich


US-Notenbank Fed berät über Leitzins: Gegen Trumps Willen Erhöhung möglich
US-Notenbank Fed berät über Leitzins: Gegen Trumps Willen Erhöhung möglich / Foto: Aaron Schwartz - AFP/Archiv

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihre zweitägigen Leitzins-Beratungen aufgenommen. Diesmal richten sich noch mehr Augen auf die Notenbank als gewöhnlich: Erwartet wird, dass die Fed am Mittwoch eine Leitzinserhöhung verkünden könnte. Es wäre die erste seit 2023 - und eine Niederlage für US-Präsident Donald Trump, der einen Zinsschnitt verlangt hatte.

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Trump hatte seinen Vertrauten Kevin Warsh an die Spitze der Fed gesetzt, damit dieser für eine Leitzinssenkung sorgt. Bei der dritten Sitzung unter Warshs Leitung droht dem Präsidenten aber erneut eine Schlappe. Bisher hatte die Fed den maßgeblichen Zinssatz in einer Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent belassen, am Mittwoch könnte Warsh sogar eine Erhöhung verkünden.

Bereits bei der letzten Fed-Sitzung Ende Juli hatte sich der Druck für eine Leitzinserhöhung erhöht. Drei der zwölf Mitglieder des zuständigen Offenmarktausschusses votierten dafür. Ende August ließ dann auch Warsh selbst indirekt Sympathien für einen solchen Schritt erkennen, als er den Verbraucherpreisanstieg in den USA als "besorgniserregend" bezeichnete.

Der von Trump vor gut sechs Monaten mit ausgelöste Iran-Krieg treibt massiv die Energiepreise und somit auch die Inflation. Mit 3,4 Prozent lag die Inflationsrate in den USA im August deutlich über der Fed-Empfehlung von 2,0 Prozent. Der Arbeitsmarkt hatte sich im August dagegen robuster erwiesen als erwartet, mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent.

Trump drohte der Fed vor ihrer Sitzung: "Senkt den Zins, oder ich werde aufhören, mit Ländern zu handeln, mit denen wir ein Defizit haben", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social, als die Arbeitsmarktzahlen Anfang September bekannt wurden. Ein solches Handelsbilanzdefizit besteht etwa mit Deutschland oder der Schweiz, die USA importieren aus beiden Ländern deutlich mehr als sie exportieren.

Ob Trump seine Drohung wahr machen könnte, ist unklar. Der Wirtschaftsberater des Präsidenten, Kevin Hassett, schien am Dienstag abzuwiegeln. Eine Leitzinserhöhung sei zwar nicht wünschenswert, sagte er. Das Weiße Haus würde eine solche Entscheidung aber "respektieren", falls es dazu komme, sagte Hassett.

Die Unabhängigkeit der US-Notenbank von der Politik ist eines der Grundprinzipien ihrer Arbeit. Trump hat diese seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 aber immer wieder in Frage gestellt.

L.Guglielmino--PV

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