Pallade Veneta - CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein

CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein


CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein
CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Im koalitionsinternen Ringen um die geplante Rentenreform hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig mit einer Ablehnung des Gesetzentwurfs gedroht, sollte dieser zu stark vom vereinbarten Kompromiss abweichen. Der CDU-Politiker warnte die Koalition am Freitag gegenüber der "Welt", aus Sorge vor unpopulären Entscheidungen von der Reform abzurücken: "Dass manche jetzt in eine Art kurzsichtigen Sozialpopulismus verfallen und aus Angst wieder keine Reform machen wollen, werden uns die Wähler nicht honorieren."

Textgröße ändern:

Die "Grundvoraussetzung" sei, dass die Empfehlungen der Rentenkommission "in ein Paket" kommen und so verabschiedet werden, sagte Reddig. Wenn dies geschehe, "stimmen wir natürlich gerne zu". Auf die Frage, was andernfalls geschehe, antwortete er: "Dann nicht."

Reddig hatte für die Union federführend in der Rentenkommission an den Reformplänen mitgearbeitet. Insbesondere verteidigte Reddig die geplanten Änderungen bei der sogenannten Rente mit 63, deren geplante Abschaffung in der SPD auf große Kritik stößt, aber auch in Teilen der CDU. Bei einem "Gerechtigkeitscheck" müsse hier zu dem Ergebnis gekommen werden, "dass sie in ihrer Verteilungswirkung nicht fair ist". Die Gruppe mit dem höchsten Einkommen nehme die Rente mit 63 heute viermal so häufig in Anspruch wie die mit dem niedrigsten.

Eine ersatzlose Abschaffung lehnte Reddig ab. "Wir wollen eine Härtefallregelung, eine Schutzrente für diejenigen, die tatsächlich nicht mehr arbeiten können. Diese Menschen sollen auch künftig vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen können."

Einen möglichen Kompromiss, statt 45 künftig 46 oder 47 Beitragsjahre für einen abschlagsfreien Renteneintritt vorauszusetzen, wies Reddig zurück. "Wir haben uns das in der Kommission genau angesehen und einstimmig die Grundsatzentscheidung getroffen: Ein Renteneintritt allein nach Beitragsjahren ist nicht gerecht." Frauen etwa erreichten 45 oder 47 Beitragsjahre häufig nicht.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Freigabe strategischer Ölreserven: EU "bereit für gemeinsames Handeln"

Vor dem Hintergrund steigender Treibstoffpreise und Druck aus den USA hat Brüssel seine grundsätzliche Bereitschaft für eine Freigabe der strategischen Ölreserven erklärt. "Die Europäische Union ist bereit für gemeinsames Handeln im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA)", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag. Mit Blick auf eine mögliche Videokonferenz der G7-Staaten am Nachmittag fügte sie hinzu: "Wir werden nun die nächsten Schritte abwarten."

Flexiblere Schlichtungsverfahren: Fluggäste sollen schneller entschädigt werden

Mit einer Neuregelung bei Schlichtungsverfahren will Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) dafür sorgen, dass Fluggäste für eine verspätete oder stornierte Verbindung schneller entschädigt werden können. Ein am Freitag auf den Weg gebrachter Verordnungsentwurf hat ein flexibleres Schlichtungsverfahren zum Ziel.

Kaufhauskette Galeria meldet erneut Insolvenz an

Die Kaufhauskette Galeria hat erneut Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Insolvenz sei am Freitagvormittag beim Amtsgericht Düsseldorf eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Es ist der vierte Insolvenzantrag binnen sechs Jahren.

Nach BGH-Urteil: Amazon senkt Prime-Beitrag für langjährige Kunden vorübergehend

Nach dem BGH-Urteil gegen Preiserhöhungen bei Amazon Prime senkt Amazon die Preise für langjährige Kunden vorübergehend. Das Unternehmen sei mit dem Urteil zwar nicht einverstanden, erklärte eine Sprecherin am Donnerstagabend, werde aber "den Prime-Beitrag vorübergehend für Kunden anpassen, deren Mitgliedschaft vor dem 15. September 2022 begann und seither unverändert besteht". Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte die Erhöhung von 2022 gekippt. (Az. III ZR 205/25)

Textgröße ändern: