Pallade Veneta - Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid


Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid
Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid / Foto: Oscar DEL POZO - AFP

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

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Wenige Stunden vor Beginn der Demonstration hatte Abascal die Spanier in einer vom Mieterschutzbund verbreiteten Videobotschaft aufgerufen, sich dem Protest für bezahlbaren Wohnraum und besseren Schutz vor Zwangsräumungen anzuschließen. "Ich will, dass das was mir passiert ist dazu beiträgt, dass es keinen anderen mehr passiert", sagte die 87-Jährige darin. "Ich will, dass es den Leuten Mut macht zu kämpfen und die Gesetze zu verändern, die meine Zwangsräumung zugelassen haben."

Abascal hatte 70 Jahre lang in ihrer Wohnung in Madrid gelebt. Am Mittwoch wurde die Wohnung zwangsgeräumt, nachdem ein Investor die Immobilie erworben und die Miete um 275 Prozent auf 2650 Euro monatlich erhöht hatte. Seither ist die 87-Jährige im Krankenhaus.

Seit Abascals Zwangsräumung gibt es in Spanien täglich Proteste. Der sozialistische Regierungschef Pedro Sánchez ist unter Druck, nachdem er im vergangenen Jahr angekündigt hatte, das Thema Wohnungsnot anzugehen. Das Kabinett will in der kommenden Woche über ein unter dem Namen "Maricarmen-Erlass" bekannt gewordenes Maßnahmenpaket beraten. Dazu gehört etwa eine automatische Verlängerung von Mietverträgen und striktere Regelungen für Zwangsräumungen.

Kritiker machen unter anderem Immobilienfonds sowie Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb für steigende Preise und die Knappheit von verfügbarem Wohnraum in Spanien verantwortlich.

A.Tucciarone--PV

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