Pallade Veneta - Kfz-Haftpflicht: 7,4 Millionen Autofahrer werden in höhere Typklasse eingestuft

Kfz-Haftpflicht: 7,4 Millionen Autofahrer werden in höhere Typklasse eingestuft


Kfz-Haftpflicht: 7,4 Millionen Autofahrer werden in höhere Typklasse eingestuft
Kfz-Haftpflicht: 7,4 Millionen Autofahrer werden in höhere Typklasse eingestuft / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die Versicherungsbranche hat für zahlreiche Automodelle neue Typklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung festgelegt, wovon mehr als zwölf Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer betroffen sind. Rund 7,4 Millionen von ihnen werden in eine höhere Typklasse eingestuft und rund 5,1 Millionen in eine niedrigere, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mitteilte. Für die übrigen fast 30 Millionen Autofahrer ändere sich in der Einstufung nichts, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

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Die Typklasse ist eine Einstufung, um abzubilden, wie häufig Schäden mit einem Automodell im Vergleich zu anderen Modellen sind - und wie teuer. "In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind Schäden maßgeblich, die bei Dritten verursacht werden", erläuterte der GDV. "Dazu gehören beispielsweise Auffahrunfälle und Parkrempler, aber auch größere Verkehrsunfälle."

Typklassen gibt es allerdings nicht nur für die Kfz-Haftpflicht, sondern auch für die Voll- und Teilkaskoversicherung. Hier gehe es "um Schäden am eigenen Auto, etwa durch Autodiebstahl, Wildunfälle, Hagel oder Sturm" - und in der Vollkasko außerdem "um selbstverschuldete Unfälle", erklärte der GDV.

"Für die Schadenbilanzen in den Kaskoversicherungen spielen daher auch Wiederbeschaffungswert, Reparaturkosten und Ersatzteilpreise des jeweiligen Automodells eine Rolle", führte der Verband aus. "Viele Kleinwagen, wie Fiat Panda, Renault Twingo und VW Polo, die vergleichsweise günstig zu reparieren sind, haben oft niedrige Kasko-Typklassen."

Häufig höher aus fallen die Kosten dagegen bei hochwertigen Geländewagen, Sportwagen oder Oberklassemodellen. In einer höheren Typklasse finden sich dementsprechend beispielsweise verschiedene Autos der Baureihen Porsche Panamera, Land Rover Range Rover oder Toyota Land Cruise wieder. "Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus", erklärte Asmussen.

Das Vergleichsportal Verivox teilte am Mittwoch mit, dass sich die neuen Typklassen teils auch innerhalb derselben Modellreihe unterschiedlich auswirken. So verteuere sich die Vollkaskoversicherung für einen Jeep Wrangler 2.0 im Schnitt um 25 Prozent - Fahrer einer anderen Variante des Wranglers zahlten im nächsten Jahr hingegen 19 Prozent weniger für den Rundumschutz.

"Der GDV bestimmt die Typklassen für jede Variante einer Baureihe auf Basis der jeweiligen Schadensbilanzen", erklärte Verivox-Versicherungsexperte Aljoscha Ziller. "So kann es passieren, dass Fahrzeuge der gleichen Modellreihe in verschiedene Typklassen eingestuft sind und die Kosten für die Versicherung unterschiedlich ausfallen."

Wie Verivox weiter mitteilte, steigt der Beitrag für die Vollkaskoversicherung mit jeder Typklasse im Schnitt um je vier Prozent. Anders als in den vergangenen Jahren müssten Versicherungsnehmer für das kommende Jahr aber "nicht grundsätzlich mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen".

"Die starken Preiserhöhungen sind vorerst vorbei und die meisten Versicherer sind zurück in der Gewinnzone", erklärte Ziller. "Wer dennoch eine Preiserhöhung erhält – etwa wegen höherer Typklassen – kann durch einen Vergleich und Wechsel sparen." Die Differenz zwischen günstigen Tarifen und Angeboten aus dem mittleren Preissegment liege über alle Versicherungsarten hinweg aktuell bei 33 Prozent.

R.Zaccone--PV

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