Pallade Veneta - Höchster Wert seit Ende 2023: Inflationsrate steigt voraussichtlich auf 3,3 Prozent

Höchster Wert seit Ende 2023: Inflationsrate steigt voraussichtlich auf 3,3 Prozent


Höchster Wert seit Ende 2023: Inflationsrate steigt voraussichtlich auf 3,3 Prozent
Höchster Wert seit Ende 2023: Inflationsrate steigt voraussichtlich auf 3,3 Prozent / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Die Inflation in Deutschland ist im September inmitten hoher Energiekosten durch den Iran-Krieg auf den höchsten Wert seit Ende 2023 gestiegen. Die Verbraucherpreise legten um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Im August hatte der Anstieg bei 2,9 Prozent gelegen, es legten vor allem die Energiepreise deutlich zu.

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Energieprodukte verteuerten sich den vorläufigen Angaben der Statistiker zufolge im September um 14,9 Prozent und damit noch einmal stärker als im August (10,5 Prozent). Die Inflation bei Lebensmitteln legte auf deutlich geringerem Niveau zu. Im September kosteten Nahrungsmittel voraussichtlich 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, im August hatte der Preisanstieg bei 0,1 Prozent gelegen.

Bei Dienstleistungen flachte der Preisanstieg etwas ab. Im September legten die Preise um 2,7 Prozent zu, im August war es ein Anstieg von 2,8 Prozent gewesen. Die sogenannte Kerninflation, also die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, blieb mit 2,4 Prozent unverändert.

KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher machte den starken Anstieg der Energiepreise für das Anziehen der Inflation auf 3,3 Prozent im September verantwortlich. Die Stabilität der Kerninflation und der weitere leichte Rückgang der Dienstleistungsinflation zeige allerdings, dass das Inflationsbild "insgesamt moderat" bleibe und es keine Anzeichen für ein "Überschwappen" der hohen Energiepreise auf andere Preissegmente gebe. Es bestehe aber weiterhin die Gefahr, dass hohe Energiepreise "zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu einem breiteren Anstieg der Inflation führen".

Die Inflationsexpertin Silke Tober des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sprach von einem hohen Risiko eines Abbruchs der konjunkturellen Erholung wegen der Belastung der Wirtschaft und der privaten Haushalte. "Daher sind zielgerichtete Maßnahmen" wie der ab Donnerstag in Kraft tretende Tankrabatt "sinnvoll, die nicht nur entlasten, sondern auch der Verfestigung der Inflation entgegenwirken", erklärte sie.

Auch der Konjunkturanalyst der DZ Bank, Christoph Swonke, machte für den Anstieg der Teuerungsrate den Ölpreisanstieg infolge der Blockade an der Straße von Hormus sowie knappe Raffineriekapazitäten, insbesondere bei Diesel, verantwortlich. Swonke blickte jedoch skeptisch auf die Wirksamkeit des Tankrabatts. Dieser werde zwar für eine "kleine Entlastung an der Zapfsäule" sorgen, sei aber "keine nachhaltige Lösung für die Probleme an der Straße von Hormus und die fehlenden Raffineriekapazitäten". Daher rechnet der Experte damit, dass die Inflationsrate zunächst über der Marke von drei Prozent bleibt.

S.Urciuoli--PV

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