Pallade Veneta - Deutschlandticket wird ab 2027 teuer

Deutschlandticket wird ab 2027 teuer


Deutschlandticket wird ab 2027 teuer
Deutschlandticket wird ab 2027 teuer / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Das Deutschlandticket wird teurer: Der Preis steigt ab dem 1. Januar 2027 auf 66,80 Euro pro Monat, wie das bayerische Verkehrsministerium am Mittwoch mitteilte. Das Land hat den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz inne. "Grundlage der Preisanpassung um 3,80 Euro im Vergleich zu 2026 sind Personal-, Energie- und allgemeine Kosten", erklärte das Ministerium. Derzeit kostet das Deutschlandticket 63 Euro. Umweltorganisationen kritisierten die Preiserhöhung scharf.

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Grundlage für die Berechnung der Preiserhöhung ist den Angaben nach der von der Verkehrsministerkonferenz beschlossene Preisindex, "detailliert gewichtet und mit Stichtagserfassung anhand einer Formel". Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erklärte, der Preisindex bringe "mehr Transparenz und Planbarkeit für unsere Kunden sowie für die Branche".

VDV-Präsident Ingo Wortmann verwies auf gestiegene Kosten. "Wir haben Verständnis dafür, dass eine Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft ist", erklärte er. Die allgemeinen Kostensteigerungen träfen aber "auch die Verkehrsunternehmen hart". Sie könnten diese Mehrkosten nicht auffangen. "Da Bund und Länder ihre Zuschüsse von insgesamt drei Milliarden Euro pro Jahr konstant halten, müssen die Kostensteigerungen über den Ticketpreis ausgeglichen werden", erklärte er.

Von Umweltschutzverbänden kam harsche Kritik an der Preiserhöhung. "Die Ankündigung einer erneuten Preiserhöhung kommt zur Unzeit", erklärte der Leiter Verkehrspolitik beim BUND, Jens Hilgenberg, am Mittwoch. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimacht, es aber nicht schafft, das Deutschlandticket zumindest preisstabil zu halten."

Zur Entlastung der spritpreisgebeutelten Autofahrer hatte die Bundesregierung erneut einen Tankrabatt auf den Weg gebracht. Die Steuersenkung um rund 17 Cent je Liter wird ab Donnerstag gültig und ist auf drei Monate befristet.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) beklagte ein Missverhältnis: "Für einen Tankrabatt sind Milliarden schnell mobilisiert", erklärte die Nabu-Teamleiterin für Klima und Verkehr, Pauline Schur. "Wenn es aber um bezahlbaren ÖPNV geht, sollen ausgerechnet die Menschen, die Bus und Bahn nutzen, noch tiefer in die Tasche greifen."

Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer sprach von "falschen Prioritäten". Das Deutschlandticket könne dazu beitragen, den Verbrauch von Öl und Gas zu senken, müsse aber bezahlbar bleiben. "Wer zielgerichtet schnell entlasten will, sollte dringend ein Sozialticket einführen", erklärte sie. "Anders als der Tankrabatt kommt das auch komplett bei den Richtigen an."

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Julia Verlinden, erklärte, es sei "den Menschen im Land nicht vermittelbar", in "Zeiten dramatisch hoher Spritpreise die Kosten für das Bahnfahren zu erhöhen". Sie forderte einen "Preisdeckel für das Deutschlandticket bei 49 Euro im Abo und die kostenlose Mitnahme von Kindern".

Von einem "Tritt in die Magengrube für alle, die klimafreundlich im ÖPNV unterwegs sind", sprach der verkehrspolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Vinzenz Glaser. Er sprach sich für die Rückkehr des 9-Euro-Tickets aus. "Schüler:innen, Azubis, Rentner:innen und Studierende sollen kostenlos fahren", forderte er zudem.

F.M.Ferrentino--PV

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