Pallade Veneta - SPD ärgert sich über Linnemann: Keine "Denkverbote" für Pflegekommission

SPD ärgert sich über Linnemann: Keine "Denkverbote" für Pflegekommission


SPD ärgert sich über Linnemann: Keine "Denkverbote" für Pflegekommission
SPD ärgert sich über Linnemann: Keine "Denkverbote" für Pflegekommission / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Union und SPD streiten über die Aufgaben der geplanten Fachkommission für eine Pflegereform. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) lehnte es ausdrücklich ab, dass die Kommission sich mit der SPD-Forderung nach einer Deckelung der Eigenanteile für Pflegeheimkosten befasst - und rief damit Ärger beim Koalitionspartner SPD hervor. "Ich widerspreche Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann ausdrücklich", erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, am Donnerstag in Berlin. Der Minister dürfe der Kommission "nicht schon vor der ersten Beratung Denkverbote auferlegen".

Textgröße ändern:

Linnemann hatte am Mittwochabend im ZDF gewarnt, eine feste Deckelung der Eigenbeteiligung wäre "hochgradig gefährlich". Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten".

"Nicht die Diskussion über einen Pflegekostendeckel ist gefährlich", erwiderte der SPD-Gesundheitsexperte Pantazis. "Gefährlich wäre es, eine Strukturkommission einzusetzen und ihr gleichzeitig vorzugeben, welche strukturellen Lösungen sie nicht einmal prüfen darf."

Wenn die Kommission über eine langfristige Stabilisierung der Pflegekassen beraten soll, "dann müssen unterschiedliche Modelle ergebnisoffen geprüft und hinsichtlich ihrer Finanzierungs- und Verteilungswirkungen miteinander verglichen werden", sagte der Abgeordnete. Dazu zähle auch die Forderung der SPD, dass die privaten Kassen die unterfinanzierte gesetzliche Pflegeversicherung finanziell unterstützten.

"Wer einen Pflegekostendeckel mit dem Argument steigender Kosten ablehnt, spricht damit einen wichtigen Punkt an", erklärte Pantazis mit Blick auf Linnemanns Äußerung. "Jede zusätzliche Entlastung muss solide gegenfinanziert sein. Deshalb haben wir als SPD von Anfang an darauf gedrungen, bei der Strukturreform nicht nur über Leistungen und Ausgaben, sondern auch über eine gerechtere Finanzierung der Pflegeversicherung zu sprechen."

Am Mittwoch hatte das Bundeskabinett eine erste Stufe der Pflegereform auf den Weg gebracht, die kurzfristig die akute Unterfinanzierung der Pflegekassen lindern soll. Eine tiefer greifende Strukturreform, die das Pflegesystem über die kommenden Jahre hinweg stabilisieren soll, wurde auf das kommende Jahr verschoben. Die Regierung will hier zunächst die Empfehlungen einer Expertenkommission abwarten, die das Bundeskabinett in der kommenden Woche einsetzen soll.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Flexiblere Schlichtungsverfahren: Fluggäste sollen schneller entschädigt werden

Mit einer Neuregelung bei Schlichtungsverfahren will Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) dafür sorgen, dass Fluggäste für eine verspätete oder stornierte Verbindung schneller entschädigt werden können. Ein am Freitag auf den Weg gebrachter Verordnungsentwurf hat ein flexibleres Schlichtungsverfahren zum Ziel.

Kaufhauskette Galeria meldet erneut Insolvenz an

Die Kaufhauskette Galeria hat erneut Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Insolvenz sei am Freitagvormittag beim Amtsgericht Düsseldorf eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Es ist der vierte Insolvenzantrag binnen sechs Jahren.

Nach BGH-Urteil: Amazon senkt Prime-Beitrag für langjährige Kunden vorübergehend

Nach dem BGH-Urteil gegen Preiserhöhungen bei Amazon Prime senkt Amazon die Preise für langjährige Kunden vorübergehend. Das Unternehmen sei mit dem Urteil zwar nicht einverstanden, erklärte eine Sprecherin am Donnerstagabend, werde aber "den Prime-Beitrag vorübergehend für Kunden anpassen, deren Mitgliedschaft vor dem 15. September 2022 begann und seither unverändert besteht". Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte die Erhöhung von 2022 gekippt. (Az. III ZR 205/25)

Bundesgerichtshof kippt Preiserhöhung bei Amazon Prime

Die Erhöhung der Preise für Amazon-Prime-Abos von 2022 ist unwirksam. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied am Donnerstag, dass die entsprechenden Bestimmungen nicht transparent genug waren. Eine Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte damit Erfolg. (Az. III ZR 205/25)

Textgröße ändern: