Pallade Veneta - Macron kündigt Bürgerdebatte über neues Gesetz zum Lebensende in Frankreich an

Macron kündigt Bürgerdebatte über neues Gesetz zum Lebensende in Frankreich an


Macron kündigt Bürgerdebatte über neues Gesetz zum Lebensende in Frankreich an
Macron kündigt Bürgerdebatte über neues Gesetz zum Lebensende in Frankreich an / Foto: Ludovic MARIN - AFP

Frankreich hat einen neuen Anlauf zur gesetzlichen Regelung der Sterbehilfe genommen. Präsident Emmanuel Macron kündigte am Dienstag eine gesellschaftliche Debatte über "ethische Fragen zu Situationen am Lebensende" an. Kurz zuvor hatte sich der französische Ethikrat erstmals vorsichtig für eine aktive Sterbehilfe unter strengen Auflagen ausgesprochen.

Textgröße ändern:

In Frankreich ist dies bislang verboten. Ärzte können Todkranke im Endstadium aber mit Medikamenten tief betäuben, bis der Tod eintritt.

Die Debatte soll landesweit geführt werden und im März Ergebnisse vorlegen. Diese könnten in ein neues Gesetz vor Ende 2023 münden. Für Macron wäre es eine große Gesellschaftsreform, die seine zweite Amtszeit prägen könnte.

Die Debatte "über das Lebensende" solle jedem Bürger die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema zu beschäftigen, betonte der Élysée. "Es wird alles getan, dass es eine geordnete, entspannte und aufgeklärte Debatte wird", hieß es.

Der Ethikrat hatte sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen, das seit 2016 geltende Gesetz zu ändern. In dem am Dienstag veröffentlichten Bericht ist erstmals von einem Weg die Rede, "auf ethische Weise aktive Sterbehilfe zu leisten".

Dafür müssten jedoch strenge Bedingungen gelten, unter anderem die "freie, aufgeklärte und wiederholte" Bitte des Betroffenen. Der Ethikrat bekräftigte auch die Bedeutung der Palliativmedizin, die die Lebensqualität eines unheilbar Kranken in den Mittelpunkt stellt.

Macron hatte sich bislang nur zurückhaltend zu dem Thema geäußert. Die französische Nationalversammlung hatte im vergangenen Jahr bereits einen Gesetzesvorschlag diskutiert, der wegen zu vieler Änderungsanträge letztlich nicht verabschiedet wurde.

Die Opposition reagierte skeptisch. "Wir haben ein gutes Gesetz, da brauchen wir nicht drüber hinaus zu gehen", sagte die rechtspopulistische Fraktionschefin Marine Le Pen. Die linkspopulistische Abgeordnete Clémentine Autain begrüßte die geplante Gesetzesänderung, kritisierte aber die Form der Debatte. Ein ähnliches Format zum Klimawandel habe in einem "Fiasko" geendet, sagte sie.

Die Debatte bekam zufällig Aktualität, als nahezu zeitgleich bekannt wurde, dass der französisch-schweizerische Filmemacher Jean-Luc Godard im Alter von 91 Jahren Beihilfe zum Suizid in Anspruch genommen hat und gestorben ist.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Wohnungskrise in Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt vorgezogene Neuwahlen an

Nach dem Scheitern seiner Pläne zur Bekämpfung der Wohnungskrise hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Um die Reformen voranzubringen, brauche er eine "deutlich breitere progressive Mehrheit" im Parlament, sagte der Sozialist am Montag in Madrid. "Ich habe beschlossen, noch heute Morgen eine außerordentliche Kabinettssitzung einzuberufen, um die Kammern aufzulösen und Parlamentswahlen auszurufen."

E-Auto-Boom im September: Anteil an Neuzulassungen steigt auf mehr als ein Drittel

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken: Mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto war im September ein reiner Elektro-Pkw, der Anteil lag bei 34,5 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg am Montag mitteilte. Das waren knapp 88.600 Autos. Beliebter waren wie auch in den Vormonaten nur Pkw mit Hybridantrieb: Davon wurden knapp 98.900 Pkw neu zugelassen, der Anteil erreichte 38,5 Prozent.

Galeria-Miteigentümer kritisiert Geschäftsführung für erneuten Insolvenzantrag

Der Miteigentümer der insolventen Kaufhauskette Galeria, Bernd Beetz, hat die Geschäftsführung des Unternehmens für den erneuten Insolvenzantrag kritisiert. Er halte die Insolvenz "grundsätzlich für vermeidbar", sagte Beetz der "Bild"-Zeitung vom Montag. "Die Gesellschafter haben Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen."

Textgröße ändern: