Pallade Veneta - DGB-Chefin Fahimi hält in aktueller Krise hohe Tarifabschlüsse für angemessen

DGB-Chefin Fahimi hält in aktueller Krise hohe Tarifabschlüsse für angemessen


DGB-Chefin Fahimi hält in aktueller Krise hohe Tarifabschlüsse für angemessen
DGB-Chefin Fahimi hält in aktueller Krise hohe Tarifabschlüsse für angemessen / Foto: Jens Schlueter - AFP

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, hält trotz der angespannten Lage in vielen Unternehmen deutliche Lohnsteigerungen für angemessen. "Viele Unternehmen haben dieses Jahr Rekorddividenden ausgeschüttet oder machen extrem hohe Zusatzgewinne", sagte Fahimi der "Welt am Sonntag". "Einfach zu sagen, es drohe schwierig zu werden, wenn die Arbeitnehmer nicht verzichten, das entspricht nicht unserem Verständnis von einem fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg."

Textgröße ändern:

Für die Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten, brauche es Lösungen, sagte Fahimi. "Dafür gibt es Öffnungsklauseln. Wer aber glaubt, das gesellschaftliche Krisenmanagement allein auf die Lohnpolitik abwälzen zu können, der ist schief gewickelt."

Die Forderungen der Gewerkschaften würden "nicht im luftleeren Raum entstehen“, sondern auf Grundlage der wirtschaftlichen Bewertung in den Branchen, sagte die DGB-Vorsitzende. Sie sei sicher, dass alle Gewerkschaften, die in diesem Jahr noch Tarifverhandlungen führen, passgenaue Lösungen für die unterschiedliche Situation in den jeweiligen Branchen finden würden.

"Dass Beschäftigte Reallohnverluste einfach hinnehmen sollen, akzeptieren wir nicht", betonte die DGB-Chefin. "Das wäre auch volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, denn die Kaufkraft sollte stabilisiert werden, anstatt sie zu schwächen."

Zur Durchsetzung der Lohnforderungen seien auch in der aktuellen Situation Arbeitskampfmaßnahmen ein probates Mittel, sagte Fahimi. "Streik ist ein Grundrecht und ein absolut legitimes Mittel, um Forderungen durchzusetzen." Im internationalen Vergleich der Streiktage liege Deutschland im Übrigen "im hinteren Mittelfeld".

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Wohnungskrise in Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt vorgezogene Neuwahlen an

Nach dem Scheitern seiner Pläne zur Bekämpfung der Wohnungskrise hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Um die Reformen voranzubringen, brauche er eine "deutlich breitere progressive Mehrheit" im Parlament, sagte der Sozialist am Montag in Madrid. "Ich habe beschlossen, noch heute Morgen eine außerordentliche Kabinettssitzung einzuberufen, um die Kammern aufzulösen und Parlamentswahlen auszurufen."

E-Auto-Boom im September: Anteil an Neuzulassungen steigt auf mehr als ein Drittel

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken: Mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto war im September ein reiner Elektro-Pkw, der Anteil lag bei 34,5 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg am Montag mitteilte. Das waren knapp 88.600 Autos. Beliebter waren wie auch in den Vormonaten nur Pkw mit Hybridantrieb: Davon wurden knapp 98.900 Pkw neu zugelassen, der Anteil erreichte 38,5 Prozent.

Textgröße ändern: