Pallade Veneta - Korruptionsfall in Ungarn: Ex-Zentralbankchef und Orban-Vertrauter festgenommen

Korruptionsfall in Ungarn: Ex-Zentralbankchef und Orban-Vertrauter festgenommen


Korruptionsfall in Ungarn: Ex-Zentralbankchef und Orban-Vertrauter festgenommen
Korruptionsfall in Ungarn: Ex-Zentralbankchef und Orban-Vertrauter festgenommen / Foto: Attila KISBENEDEK - AFP/Archiv

In einem der spektakulärsten Korruptionsfälle in Ungarn ist der ehemalige Zentralbankchef und Vertraute von Ex-Regierungschef Viktor Orban, György Matolcsy, festgenommen worden. Wie sein Anwalt Pal Batki am Mittwoch dem ungarischen Nachrichtenportal Telex bestätigte, wurde Matolcsy in Gewahrsam genommen. Ihm würden "Wirtschaftsbetrug mit erheblichem finanziellem Schaden" sowie Urkundenfälschung vorgeworfen.

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Laut Telex kam es im Zuge der Ermittlungen zu weiteren Festnahmen. Die ungarische Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, koordinierte Ermittlungen "im Rahmen einer laufenden Untersuchung wegen Veruntreuung mit besonders erheblichem finanziellen Schaden" zu führen.

Während Matolcsys Amtszeit zwischen 2013 und 2025 waren durch Immobilien- und Investitionsgeschäfte mit von ihm gegründeten Stiftungen rund eine halbe Milliarde Euro an öffentlichen Geldern verschwunden. Recherchen der Investigativplattform Direkt36 und weiterer ungarischer Medien zufolge profitierten von den Geschäften vor allem Unternehmen aus dem Umfeld von Matolcsys Sohn Adam. Der ungarische Rechnungshof deckte den massiven Vermögensverlust im vergangenen Jahr auf.

Der 71-jährige Matolcsy galt als Schlüsselfigur in Orbans Wirtschaftspolitik und als einer seiner engsten Vertrauten. Der rechtsnationalistische Regierungschef bezeichnete ihn einst als seine "rechte Hand". Im Zuge der Korruptionsvorwürfe gegen Matolcsy hatte sich die Beziehung in den vergangenen Jahren jedoch verschlechtert.

Ungarns derzeitiger Regierungschef Peter Magyar, der Orbans Amtszeit im April nach 16 Jahren ein Ende bereitet hatte, warf der Staatsanwaltschaft wiederholt vor, die Korruptionsermittlungen in dem Fall zu langsam voranzutreiben.

F.M.Ferrentino--PV

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