Pallade Veneta - KKH-Analyse: Mehr Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen

KKH-Analyse: Mehr Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen


KKH-Analyse: Mehr Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen
KKH-Analyse: Mehr Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Sprachstörungen ist in den vergangenen Jahren und auch während der Coronakrise gestiegen. Während der beiden Pandemiejahre stieg die Zahl der betroffenen Sechs- bis 18-Jährigen um rund neun Prozent, bei den Älteren zwischen 15 und 18 Jahren sogar um fast 21 Prozent, wie die Kaufmännische Krankenkasse am Donnerstag in Hannover berichtete.

Textgröße ändern:

Auch im längerfristigen Vergleich stiegen die Zahlen der Analyse zufolge deutlich an. Zwischen 2011 und 2021 erhöhte sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Sprachstörungen wie Problemen bei der Artikulation von Lauten, bei der Satzbildung oder Grammatikschwächen um insgesamt 58 Prozent. Damit litten acht Prozent der Kinder und Jugendlichen im vergangenen Jahr unter Sprachauffälligkeiten - jeder zehnte Junge und jedes 16. Mädchen.

Die Krankenkasse führt die Zunahme der Fälle in den vergangenen beiden Jahren auch auf die Einschränkungen während der Pandemie zurück. Durch Homeschooling und mangelnde soziale Kontakte habe vielen Kindern und Jugendlichen der direkte kommunikative Austausch mit Lehrern und vor allem Gleichaltrigen beim Lernen, Spielen oder auch Streiten gefehlt. Dies sei aber wesentlich für das Entfalten sprachlicher Fähigkeiten.

Durch die geschlossenen Kitas und Schulen seien zudem Sprachstörungen unentdeckt geblieben. Geschlossene Logopädiepraxen hätten dazu geführt, dass Therapien unterbrochen wurden. Der Krankenkasse zufolge können aber auch "organische Ursachen wie Hörprobleme sowie genetische Veranlagung oder auch übermäßige Nutzung von Smartphone, PC und Fernseher" für Sprachdefizite ursächlich sein.

Die KKH-Daten zeigen demnach auch, dass Sprache und Sprechen immer mehr älteren Kindern und Jugendlichen Probleme bereiten. So stieg die Zahl der betroffenen Elf- bis 14-Jährigen binnen zehn Jahren von 2011 auf 2021 um rund 107 Prozent. Bei den 15- bis 18-Jährigen liegt das Plus sogar bei 151 Prozent.

Auch bei kleinen Kindern rechnet die KKH mit einer Zunahme logopädischer Behandlungen. Aufgrund coronabedingter Hygienevorschriften wie Schutzmasken oder Kontaktbeschränkungen sei der komplexe Spracherwerb von heute Zwei- und Dreijährigen über kommunikatives Erleben mit Lautbildung, Ablesen von Lippenbewegungen oder auch Mimik eingeschränkt gewesen. Basis der Auswertung sind anonymisierte Daten von KKH-Versicherten zwischen sechs und 18 Jahren von 2011 und 2021.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

100 Euro pro Liter Fruchtsaft: Verbraucher-Negativpreis für Nahrungsergänzungsmittel

Fruchtsaftkonzentrat mit Zusätzen für 100 Euro der Liter: Eine Umfrage der Verbraucherorganisation Foodwatch hat ein Nahrungsergänzungsmittel der Marke LaVita zur "dreistesten Werbelüge" des Jahres gekürt. 39 Prozent der gut 66.000 Teilnehmer an der Online-Umfrage stimmten dafür, dem "Mikronährstoffkonzentrat" des bayerischen Unternehmens den Negativpreis "Goldener Windbeutel" zu verleihen, wie Foodwatch am Dienstag mitteilte. Foodwatch forderte eine stärkere Regulierung des Marktes für Nahrungsergänzungsmittel.

Verivox: Langsame Internettarife kosten im Schnitt ähnlich viel wie schnellere

Wer mit einem kleineren Internettarif mit weniger Leistung sparen will, wird wahrscheinlich enttäuscht: Bestandskunden für langsame Internettarife mit 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zahlen nach einer Untersuchung des Vergleichsportals Verivox aktuell im Schnitt fast genauso viel wie für dreimal schnellere Tarife. "Weniger Leistung heißt nicht automatisch spürbar niedrigere Kosten", erklärte Verivox-Experte Jörg Schamberg.

Studie erwartet Rückgang der EU-Bevölkerung ab 2029 - Sorge wegen alternder Gesellschaften

Die Bevölkerung in der Europäischen Union wird einer Studie zufolge im Jahr 2029 ihren Höchststand erreichen - bevor sie dann über Jahrzehnte abnehmen wird. Der am Dienstag in Brüssel veröffentlichte Bericht des Wissenschaftszentrums der EU-Kommission geht davon aus, dass die Bevölkerung der EU von heute 450,6 Millionen Menschen bis 2029 auf 453,3 Millionen Menschen ansteigen wird, um dann bis 2100 auf 398,8 Millionen zu sinken. Als große Herausforderung sehen die Wissenschaftler eine zunehmend älter werdende Gesellschaft.

Reeder warnen vor Auswirkungen des Konflikts in Straße von Hormus auf Lieferketten

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat vor den Folgen weiterer Störungen bei der Durchfahrt der Straße von Hormus gewarnt. "Freie Schifffahrt ist weder Selbstzweck noch verhandelbar. Über den Seeweg werden Energie, Rohstoffe, Lebensmittel, Medikamente und industrielle Vorprodukte transportiert", erklärte der Verband am Dienstag. "Jede Störung trifft Lieferketten, bringt die Versorgung ins Stocken und verteuert das tägliche Leben, auch in Deutschland."

Textgröße ändern: