Pallade Veneta - Bundeshaushalt 2027: Bündnis warnt vor Einsparungen bei Jugendlichen

Bundeshaushalt 2027: Bündnis warnt vor Einsparungen bei Jugendlichen


Bundeshaushalt 2027: Bündnis warnt vor Einsparungen bei Jugendlichen
Bundeshaushalt 2027: Bündnis warnt vor Einsparungen bei Jugendlichen / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Angesichts der Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 warnt ein Bündnis von rund 60 Organisationen vor Einsparungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sozialreformen dürften nicht von Sparzwängen bestimmt werden, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Appell. Ein starker Sozialstaat müsse junge Menschen schützen und ihnen Zukunftsaussichten eröffnen. "Denn wer heute bei jungen Menschen spart, gefährdet gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes."

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Die Organisationen fordern weitreichende Verbesserungen für Jugendliche und junge Erwachsene. Anstelle von Kürzungen im Bundeshaushalt, zum Beispiel beim Wohngeld oder Kindersofortzuschlag, brauche es Investitionen in eine starke soziale Infrastruktur, heißt es in dem Appell. "Flächendeckend verfügbare Beratungs-, Unterstützungs- und Freizeitangebote schaffen Orientierung, eröffnen Chancen und stärken gesellschaftliche Teilhabe."

Sozialleistungen wie Kindergeld und Unterhaltsvorschuss müssten junge Menschen "verlässlich und möglichst automatisiert erreichen", verlangt das Bündnis mit dem Namen "Ratschlag Kinderarmut". Gefordert wird zudem "eine Politik, die jungen Menschen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ermöglicht". Den Appell unterzeichneten unter anderem der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Arbeiterwohlfahrt (AWO) der Kinderschutzbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

"Die Bundesregierung wird durch ihre geplante Sparpolitik die Zukunft vieler Menschen verspielen, die ohnehin nicht viel haben", kritisierte AWO-Präsident Michael Groß. "Familien mit geringem Einkommen droht das Aus beim Kindersofortzuschlag, Kürzungen beim Wohngeld." Dies sei "nicht nur unsozial, ungerecht und kurzfristig gedacht, sondern vor allem absolut unnötig".

"Wer heute bei Kinderarmut wegschaut, zahlt morgen einen hohen Preis", erklärte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. "Unsere Praxiserfahrung bestätigt regelmäßig, was wissenschaftliche Studien beschreiben: Kinder aus armen Familien starten mit einem erheblichen Risiko ins Leben." Welskop-Deffaa forderte eine bessere Unterstützung einkommensschwacher Familien "durch auskömmliche Transferzahlungen und durch eine befähigende Infrastruktur".

Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 wird aktuell im Haushaltsausschuss des Bundestags beraten. Er soll dann Ende November final vom Plenum verabschiedet werden. Kürzungen sind unter anderem beim Unterhaltsvorschuss und Wohngeld geplant.

F.Abruzzese--PV

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