Pallade Veneta - Ressortabstimmung für mögliche Akw-Einsatzreserve eingeleitet

Ressortabstimmung für mögliche Akw-Einsatzreserve eingeleitet


Ressortabstimmung für mögliche Akw-Einsatzreserve eingeleitet
Ressortabstimmung für mögliche Akw-Einsatzreserve eingeleitet / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Zur Umsetzung der geplanten Einsatzreserve für die beiden süddeutschen Atomkraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg hat das Bundeswirtschaftsministerium die Ressortabstimmung für Änderungen des Atomgesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes eingeleitet. Ziel sei, darüber am kommenden Mittwoch im Bundeskabinett zu beraten, hieß es dazu am Freitag aus Ministeriumskreisen. Bis Ende Oktober könne das geplante Artikelgesetz dann verabschiedet werden.

Textgröße ändern:

Die Neuregelung soll es ermöglichen, dass die beiden Akw über das bislang gesetzlich festgeschriebene Datum für den Atomausstieg Ende 2022 hinaus bis maximal zum 15. April 2023 am Netz bleiben. Voraussetzung ist, dass dies zur Sicherung der Energieversorgung, insbesondere zur Netzstabilität erforderlich ist. Im Fall von Isar 2 geht das Wirtschaftsministerium allerdings davon aus, dass die dort eingesetzten Brennelemente nur einen Betrieb bis Anfang oder Mitte März zulassen, wie bereits vor einigen Tagen mitgeteilt wurde.

"Es geht um einen eng konditionierten Einsatz zur Abwehr einer Gefahr für die Versorgungssicherheit", hieß es aus dem Wirtschaftsressort weiter zu der geplanten Einsatzreserve für die beiden Akw. Hintergrund ist dabei auch der Ausfall mehrerer Atomkraftwerke im benachbarten Frankreich.

Ob die Einsatzreserve tatsächlich erforderlich ist, darüber will das Wirtschaftsministerium zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Genannt wurden bisher Termine Ende November oder Anfang Dezember. Die sogenannte Bedarfsfeststellung erfolgt dann durch eine Rechtsverordnung des Wirtschaftsministeriums. Dieser könnte der Bundestag innerhalb von zwei Wochen widersprechen. Nicht betroffen ist das ebenfalls noch am Netz befindliche niedersächsische Akw Lingen, das wie geplant bis Ende Dezember abgeschaltet werden soll.

Ursprünglich war auch erwogen worden, die beiden süddeutschen Akw zunächst dann ebenfalls vom Netz zu nehmen und später zu entscheiden, ob dies bei Bedarf wieder hochgefahren werden. Dies ist wegen technischer Probleme jedoch vom Tisch. Umgekehrt hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erkennen lassen, dass er wegen der Probleme in Frankreich damit rechnet, dass die beiden Akw über das Jahresende hinaus im Winter benötigt werden.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Neuer Höchststand bei Beziehern von Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr bezogen rund 771.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter - das waren 36,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2020: Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Textgröße ändern: