Pallade Veneta - Frankreichs Abgeordnete debattieren über Reform der Arbeitslosenversicherung

Frankreichs Abgeordnete debattieren über Reform der Arbeitslosenversicherung


Frankreichs Abgeordnete debattieren über Reform der Arbeitslosenversicherung
Frankreichs Abgeordnete debattieren über Reform der Arbeitslosenversicherung / Foto: Ludovic MARIN - AFP/Archiv

Mit einer stürmischen Debatte über die geplante Reform der Arbeitslosenversicherung hat die französische Nationalversammlung ihre Sitzungsperiode begonnen. Die Arbeitslosenversicherung in Frankreich sei derzeit "eine der großzügigsten in Europa", sagte Arbeitsminister Olivier Dussopt am Montagabend in Paris. Ziel der Reform ist die Verschärfung der Bedingungen für den Erhalt des Arbeitslosengeldes, in Zeiten, in denen es viele freie Stellen gibt.

Textgröße ändern:

"Wenn wir die Menschen ermuntern, schneller als bisher wieder eine Arbeit zu finden - zumal, wenn es viele Möglichkeiten gibt -, dann heißt es nicht, dass wir bei ihnen Schuldgefühle wecken wollen", sagte der Arbeitsminister.

Die linke Opposition kritisierte die geplante Reform als "brutales Vorhaben" und "Jagd auf Arbeitslose". Die Rechtspopulisten nannten sie "ungerecht" und forderten, bevorzugt Franzosen einzustellen. Den konservativen Republikanern hingegen geht das Vorhaben nicht weit genug. Es wird aber damit gerechnet, dass sie am Ende zustimmen oder sich enthalten und die Verabschiedung des Gesetz damit ermöglichen.

Premierministerin Elisabeth Borne hat bereits erkennen lassen, dass sie im Fall einer Blockade in der Nationalversammlung das Gesetz dennoch durchdrücken will. Die französische Verfassung sieht im Artikel 49.3 vor, dass die Regierung einen Gesetzentwurf auch ohne Abstimmung verabschieden kann, solange die Opposition kein Misstrauensvotum fordert. Die Anwendung des Artikels ist aber begrenzt.

Für Präsident Emmanuel Macron ist dies das erste große Reformprojekt seit seiner Wiederwahl im April. Die Bedingungen, um Arbeitslosengeld zu erhalten, sollen künftig an die Konjunktur angepasst werden. Sie sollen "strenger sein, wenn viele Stellen offen sind und lockerer, wenn die Arbeitslosigkeit hoch ist", hatte Macron im Wahlkampf betont.

Die Regierung will in den kommenden Wochen mit den Sozialpartnern über die Reform beraten. Sie hat aber klar gemacht, dass es lediglich Gespräche und keine Verhandlungen seien. Die Gewerkschaften haben betonte, dass sie gegen flexible Kriterien für das Arbeitslosengeld sind.

Macron hatte die Reform für notwendig erklärt, um Unternehmen bei der Personalsuche zu helfen und zugleich das Ziel der Vollbeschäftigung im Jahr 2027 zu erreichen. Das bedeutet, den Anteil der Arbeitslosen von 7,4 auf 5,0 Prozent zu senken.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Neuer Höchststand bei Beziehern von Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr bezogen rund 771.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter - das waren 36,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2020: Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Textgröße ändern: