Pallade Veneta - Hohe Energiepreise belasten Industrieproduktion in Deutschland

Hohe Energiepreise belasten Industrieproduktion in Deutschland


Hohe Energiepreise belasten Industrieproduktion in Deutschland
Hohe Energiepreise belasten Industrieproduktion in Deutschland / Foto: Jean-Christophe VERHAEGEN - AFP

Die hohen Energiepreise haben im August die Industrieproduktion in Deutschland geschwächt - besonders die in den energieintensiven Industriezweigen. Insgesamt sank die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 Prozent verglichen mit Juli, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Bei der reinen Industrieproduktion - also produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe - stand ein Minus von 0,1 Prozent.

Textgröße ändern:

Werden die energieintensiven Branchen gesondert betrachtet, ergibt sich ein Minus von 2,1 Prozent verglichen mit Juli, wie die Statistiker weiter mitteilten. Seit Februar dieses Jahres, als der russische Angriff auf die Ukraine begann, ging die Produktion in der energieintensiven Industrie um 8,6 Prozent zurück.

Zu diesen Branchen zählt das Statistikamt in erster Linie die Herstellung chemischer Erzeugnisse und die Metallerzeugung und -bearbeitung. Auch der Zweig Kokerei und Mineralölverarbeitung, die Herstellung von Glas und Keramik sowie die Produktion von Papier und Pappe benötigen viel Energie.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts standen diese fünf Branchen im Jahr 2020 zusammen für 76 Prozent des gesamten industriellen Energieverbrauchs. Zugleich betrug ihr Anteil an der industriellen Bruttowertschöpfung nur 21 Prozent. Erdgas ist dabei ein wichtiger Energieträger und im Zuge der Energiekrise besonders teuer geworden.

Die Industrieproduktion in Deutschland ist laut Bundesamt zudem weiterhin durch die Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt. Gestörte Lieferketten "führen nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge", fasst das Bundesamt die Lage zusammen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte, dass der Industriestandort Deutschland "immer mehr unter Druck" gerate. Die Produktion "verharrt auf niedrigem Niveau" - viele Betriebe seien gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder Geschäftsfelder teilweise stillzulegen.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Neuer Höchststand bei Beziehern von Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr bezogen rund 771.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter - das waren 36,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2020: Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Textgröße ändern: