Pallade Veneta - Ataman: Neue Studie belegt hohen Nachholbedarf bei Beratung gegen Diskriminierung

Ataman: Neue Studie belegt hohen Nachholbedarf bei Beratung gegen Diskriminierung


Ataman: Neue Studie belegt hohen Nachholbedarf bei Beratung gegen Diskriminierung
Ataman: Neue Studie belegt hohen Nachholbedarf bei Beratung gegen Diskriminierung / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundesweit mangelt es an Beratungsstellen für Menschen, die Diskriminierung erleben. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird, wie die Regierungsbeauftragte Ferda Ataman am Mittwoch mitteilte. "Wir brauchen eine flächendeckende Antidiskriminierungsberatung, um Betroffene nicht länger allein zu lassen", so Ataman.

Textgröße ändern:

Die Studie, die im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt wird, trägt den Titel: "Gut beraten! Auf dem Weg zu einer flächendeckenden Antidiskriminierungsberatung in Deutschland". Demnach gibt es bundesweit weniger als hundert Vollzeitstellen - das ist im Schnitt nur ein Berater oder eine Beraterin für mehr als 920.000 Menschen.

"Den größten Anteil an der Beratung leisten kleine, nicht-staatliche Stellen, die oft unterfinanziert und ohne langfristige Perspektive arbeiten", erklärte Ataman. Drei von vier Beratungsstellen beschreiben ihre Finanzierung der Studie zufolge als nicht ausreichend. Nur eine von zehn Stellen könne mit einer Perspektive von mehr als zwei Jahren planen.

"Zugleich steigen die Anfragen deutschlandweit seit Jahren an", betonte die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes. Es sei ein gutes Zeichen für gesellschaftlichen Fortschritt, wenn Menschen Benachteiligungen nicht hinnehmen wollten. "Sie brauchen aber Anlaufstellen und Unterstützung." Dafür sei es wichtig, ausreichend Beratungsstellen vor Ort zu haben.

Auch bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes steigen die Anfragen derzeit massiv. Die Beratungsanfragen hätten sich seit dem Sommer zeitweise mehr als verdoppelt. Das Servicebüro könne nicht mehr jeden Anruf annehmen, die Antwortzeit verlängere sich zeitweise auf bis zu vier Wochen. "Das ist keine Situation, mit der wir uns abfinden wollen", sagte Ataman. Gute Beratung brauche Zeit und genügend qualifiziertes Personal.

Die Studie legt den Angaben zufolge erstmals detailliert dar, wie eine qualifizierte Antidiskriminierungsberatung in Deutschland ausgestattet sein muss. Dazu gehörten eine verlässliche Finanzierung und eine Qualitätssicherung der Beratung. Die Autorinnen und Autoren stellen einen Bedarf von einer Vollzeit-Stelle auf 200.000 Menschen fest, das entspreche bundesweit mindestens 400 Vollzeitstellen. Dabei sollte wohnortnahe Beratung möglich sein – bisher sind viele Stellen vor allem in den größeren Städten angesiedelt.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes empfiehlt außerdem, in allen Bundesländern eine Landes-Antidiskriminierungsstelle einzurichten – bisher haben nur neun Länder eine solche Stelle.

C.Conti--PV

Empfohlen

Neuer Höchststand bei Beziehern von Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr bezogen rund 771.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter - das waren 36,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2020: Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Textgröße ändern: