Pallade Veneta - Deutschland rutscht in Germanwatch-Klima-Index deutlich ab

Deutschland rutscht in Germanwatch-Klima-Index deutlich ab


Deutschland rutscht in Germanwatch-Klima-Index deutlich ab
Deutschland rutscht in Germanwatch-Klima-Index deutlich ab / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Deutschland erhält von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch beim Klimaschutz nur mäßige Noten. In dem am Montag am Rande der UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich veröffentlichten Klimawandel-Performance-Index sackte die Bundesrepublik um drei Plätze ab auf Rang 16. Spitzenreiter bleibt Dänemark vor Schweden und Chile, das sich deutlich verbessern konnte. Deutlich schlechter bewertet als bisher wurde China, deutlich besser Indien.

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"Die Verschlechterung in der Gesamtplatzierung Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr ist einerseits eine Folge des stark erlahmten Erneuerbaren-Ausbaus an Land bis 2020. Andererseits ist er Konsequenz der massiven Verfehlung der Klimaziele insbesondere im Verkehrs-, aber auch Gebäudesektor", sagte Germanwatch-Experte Jan Burck, einer der Autoren des Index.

Darin bewertet die Organisation nach unterschiedlichen Kriterien Fortschritte und Rückschläge in den einzelnen Staaten im Ringen um größere Anstrengungen beim Klimaschutz. Berücksichtigt werden die Senkung der Treibhausgasemissionen, Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien, der Energieverbrauch pro Kopf sowie die Klimapolitik insgesamt.

Positiv bewertet wurden in Deutschland demnach die Pläne der Regierung für einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien sowie die angekündigte Energieeffizienz-Offensive. "Negativ wirkt sich hingegen zum einen die Fixierung von Kanzler Scholz auf den überdimensionierten Ausbau von Flüssiggas-Importen und das Hochfahren von Kohlekraftwerken infolge der Energiepreiskrise aus", sagte Burck weiter. Zudem drücke "die Arbeitsverweigerung" von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) bei der Umsetzung der Klimaziele im Verkehr auf Deutschlands Bewertung.

Die ersten drei Plätze im Ranking ließ Germanwatch erneut leer. Damit will die Organisation deutlich machen, dass derzeit in keinem Staat weltweit der Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung als "sehr hoch" eingestuft wird. Dänemark führt demnach auf Rang vier eine Gruppe von 15 Staaten an, denen zumindest ein "hohes" Maß an Ehrgeiz bescheinigt wird. Zu dieser Gruppe gehören neun EU-Staaten einschließlich Deutschland, aber neben Chile auch Indien, Marokko und die Philippinen sowie Großbritannien und Norwegen.

Die EU insgesamt wird erst in der nächsten Gruppe als "mittelmäßig" bewertet, ebenso Frankreich, das gleich um elf Plätze abrutscht. Dies liegt auch an den beiden mit Abstand am schlechtesten eingestuften EU-Staaten, Ungarn auf Rang 53 und Polen auf Rang 54. Insgesamt sind 59 Staaten plus die EU in dem Index aufgeführt.

Schlusslichter sind Saudi-Arabien und Iran - aber auch China (minus 13 Ränge), die USA, Kanada und Russland zählen zu dieser Schlussgruppe mit nur "sehr geringem" Ehrgeiz beim Klimaschutz.

Dänemark schneidet in allen Bereichen gut ab, befindet sich aber laut Germanwatch gleichwohl noch nicht auf dem Pfad zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels für die Begrenzung der Erderwärmung. Beim zweitplatzierten Schweden wird die Befürchtung geäußert, dass dort nach dem Regierungswechsel die Anstrengungen für den Klimaschutz nachlassen könnten. Chile verdankt seine gute Bewertung vor allem dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Senkung der Emissionen, Indien der deutlichen Nachschärfung seiner nationalen Klimaziele.

Brasilien erreicht mit Rang 38 vor allem wegen der fortschreitenden Entwaldung der Amazonas-Region nur einen mittelmäßigen Wert. Die Herabstufung Chinas ergibt sich vor allem aus den dort weiter massiv steigenden Treibhausgasemissionen, die bis 2030 sogar noch weiter zunehmen sollen.

Hohe Emissionen und der Rückstand beim Ökostrom-Ausbau führen auch zur schlechten Bewertung der USA sowie von Australien und Kanada. Generell schneiden Staaten schlecht ab, die weiterhin stark auf fossile Energieträger setzen.

Z.Ottaviano--PV

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