Pallade Veneta - Breites Bündnis fordert wegen hoher Inflation mehr Einsatz gegen Kinderarmut

Breites Bündnis fordert wegen hoher Inflation mehr Einsatz gegen Kinderarmut


Breites Bündnis fordert wegen hoher Inflation mehr Einsatz gegen Kinderarmut
Breites Bündnis fordert wegen hoher Inflation mehr Einsatz gegen Kinderarmut / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Ein breites Bündnis von mehr als 50 Organisationen fordert von der Politik dringend mehr Einsatz im Kampf gegen Kinderarmut in Deutschland. "Viele Familien trifft jetzt die Inflation und die Energiekrise mit unfassbarer Wucht", erklärte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, Holger Hofmann, am Dienstag. "Dadurch geraten Familien mit geringem Einkommen an oder sogar über die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten, viele sind finanziell schlicht am Ende."

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Hofmann wies darauf hin, dass jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ein Kind sei, obwohl der Anteil von Kindern an der Gesamtbevölkerung nur bei rund 16 Prozent liege. "Wir brauchen deshalb endlich eine Kindergrundsicherung, die ihren Namen verdient", verlangte er. Die Einführung dieser Leistung, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, soll voraussichtlich erst 2025 erfolgen.

Die am Dienstag veröffentlicht Erklärung mit dem Titel "Solidarität mit armutsbetroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien – besonders in der Inflationskrise" wurde von 56 Organisationen unterzeichnet. Dazu gehören neben dem Kinderhilfswerk etwa der Deutsche Kinderschutzbund, die Nationale Armutskonferenz, Save the Children sowie die Sozialverbände VdK, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Arbeiter Samariter Bund.

Sie fordern unter anderem "eine monetäre Absicherung im Rahmen einer echten Kindergrundsicherung" und bis zu deren Einführung "schnelle und lückenlose Hilfe". Die bisherigen Maßnahmen zur Unterstützung von Familien fielen zu gering aus, kritisieren die Organisationen.

"Es ist ein Skandal, dass Kinder in einem reichen Land wie Deutschland das größte Armutsrisiko darstellen", erklärte die für Sozialpolitik zuständige Diakonie-Vorständin Maria Loheide. Durch die aktuell "massiven Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel" würde zudem vielen einkommensarmen Familien der "Boden unter den Füßen" weggerissen.

"Kinderarmut ist kein Schicksal, sondern ein lösbares Problem", zeigte sich Loheide überzeugt. "Es braucht nur den politischen Willen."

T.Galgano--PV

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