Pallade Veneta - Bauernverbände: Inflation bei Tierwohlabgabe berücksichtigen

Bauernverbände: Inflation bei Tierwohlabgabe berücksichtigen


Bauernverbände: Inflation bei Tierwohlabgabe berücksichtigen
Bauernverbände: Inflation bei Tierwohlabgabe berücksichtigen / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Bauernverbände haben die Pläne für eine Verbrauchsteuer auf Fleischprodukte begrüßt und Vorstellungen über die Höhe geäußert. "Eine Tierwohlabgabe ist notwendig, um die Stallumbauten und den höheren Aufwand für die Tierhaltung mitzufinanzieren", sagte der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Martin Schulz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. "Wenn wir den Umbau der Tierhaltung wollen und weiterhin Fleisch aus Deutschland essen wollen, kommen wir an diesem Weg nicht vorbei."

Textgröße ändern:

Empfehlungen für eine Tierwohlabgabe hatte eine Kommission unter dem Vorsitz des einstigen Landwirtschaftsministers Jochen Borchert schon Anfang 2020 vorgelegt. Schulz sagte nun: "Die Höhe sollte sich am Vorschlag der Borchert-Kommission plus Inflationszuschlag orientieren. Das bedeutet in der Endstufe mindestens 40 Cent pro Kilo Fleisch." Für die Umbauten und bessere Tierhaltung würden die Bauern vier Milliarden Euro pro Jahr benötigen, und dies über die nächsten 20 Jahre.

Auch der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, forderte einen Aufschlag im Vergleich zu den Vorschlägen der Borchert-Kommission. "Die Borchert-Kommission hatte für den Umbau der gesamten Tierhaltung seinerzeit konkrete Vorschläge gemacht", sagte er den Funke-Zeitungen. "Da diese Vorgaben im Zuge des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes mittlerweile noch erhöht worden sind und wir zusätzlich inflationsbedingte Kostensteigerungen haben, bedarf es hier einer Neukalkulation."

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte derweil, dass eine Tierwohlabgabe an Bedingungen geknüpft und zeitlich begrenzt werden müsse. "Verbraucher und Verbraucherinnen müssen sich darauf verlassen können, dass der Aufpreis, den sie zahlen, auch an der richtigen Stelle ankommt", sagte vzbv-Chefin Ramona Pop den Funke-Zeitungen. "Die Zahlungen sollten daher nur an die Landwirte und Landwirtinnen gehen, die nachweislich für mehr Tierwohl in ihren Ställen sorgen."

Die Tierwohlabgabe dürfen zudem nicht zu einer dauerhaften finanziellen Belastung für Verbraucher werden. "Die Abgabe ist sinnvoll, um den Umbau der Tierhaltung zu unterstützen, allerdings zeitlich beschränkt", sagte Pop. "Langfristig müssen sich am Markt kostendeckende Preise bilden."

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte Eckpunkte für eine Verbrauchsteuer auf Fleischprodukte vorgelegt. Das Konzept für den sogenannten Tierwohlcent wurde vom Ernährungsministerium an die Ampel-Fraktionen verschickt. Özdemir selbst hat wiederholt für eine Abgabe auf Fleisch und Fleischprodukte geworben, aus deren Einnahmen Landwirte beim Umbau ihrer Ställe unterstützt werden sollen. Es handle sich um nur "wenige Cent pro Kilo mehr", sagte der Grünen-Politiker Mitte Januar im Bundestag.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Tausende Fans nehmen Abschied von Rocksängerin Bonnie Tyler

Gut einen Monat nach dem Tod von Rocksängerin Bonnie Tyler haben Fans und Einwohner ihrer walisischen Heimatstadt Mumbles nahe Swansea der Musikerin die letzte Ehre erwiesen. Tausende Menschen säumten die Straßen, während ein Leichenwagen am Samstag Tylers Sarg durch die Stadt zu ihrem früheren Wohnhaus gefahren wurde. Die Menge brach in Applaus aus und sang Tylers Hit "Total Eclipse of the Heart", Fans warfen Blumen auf den Leichenwagen.

Umfrage: Gut jeder Fünfte will sich im Urlaub digitale Auszeit nehmen

Gut jeder Fünfte, der in diesem Jahr einen Sommerurlaub plant, will sich einer Umfrage zufolge währenddessen eine digitale Auszeit nehmen. Im Schnitt soll die bewusste Pause von digitalen Geräten knapp drei Tage dauern, wie der Digitalverband Bitkom am Freitag mitteilte. 13 Prozent planen allerdings nur einen Tag dafür ein. Mehr als eine Woche lang will nur ein Prozent verzichten.

Merz ruft 65 Jahre nach Mauerbau zu Einsatz für Demokratie auf

65 Jahre nach Beginn des Mauerbaus hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Merz am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst X. Er wies zugleich darauf hin, dass die Menschen heute "in Frieden und Freiheit" leben könnten: Deutschland sei inzwischen länger vereint, als es durch die Mauer geteilt gewesen sei.

Ausgetrocknete Wasserstellen: Hitze wird auch für Wildtiere zur Gefahr

Wegen ausgetrockneter Wasserstellen und Teiche wird die Hitze in Deutschland auch für Wildtiere zur Gefahr. "Die Kombination aus extremer Hitze und anhaltender Trockenheit ist für viele Wildtiere eine lebensbedrohliche Herausforderung", erklärte Paulina Kuhn vom Deutschen Tierschutzbund am Donnerstag in Bonn. Wenn selbst im Wald natürliche Bäche, Teiche und kleine Wasserstellen austrockneten, fehle es den Tieren an Möglichkeiten zum Trinken und Abkühlen.

Textgröße ändern: