Pallade Veneta - Vogelgrippe: Chefin von Bundesinstitut beunruhigt "ungewöhnliche" Dynamik

Vogelgrippe: Chefin von Bundesinstitut beunruhigt "ungewöhnliche" Dynamik


Vogelgrippe: Chefin von Bundesinstitut beunruhigt "ungewöhnliche" Dynamik
Vogelgrippe: Chefin von Bundesinstitut beunruhigt "ungewöhnliche" Dynamik / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Angesichts der zahlreichen Fälle von Vogelgrippe in Deutschland warnt die Präsidentin des für Tiergesundheit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Christa Kühn, vor einer "ungewöhnlich dynamischen Entwicklung". Zwar lägen die absoluten Fallzahlen derzeit noch unter den Spitzenwerten früherer Jahre, aber "was uns beunruhigt, ist der sehr schnelle Verlauf der letzten Tage", sagte Kühn den Zeitungen der Funke Mediengruppe nach Angaben vom Freitag.

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Besonders betroffen seien derzeit Kraniche und andere Wildvögel. "Wir sehen lokal Sterberaten von über zehn Prozent", sagte Kühn. Die tatsächlichen Zahlen ließen sich jedoch schwer beziffern, da viele Tiere nicht gefunden würden.

Trotz der massiven Ausfälle erwartet die Institutsleiterin keine vollständige Gefährdung des Kranichbestands. "Es war ein gutes Brutjahr, sodass sich die Population vermutlich erholen kann. Wir müssen also keine Sorge haben, nächstes Jahr keine Kraniche mehr bei uns zu sehen", betonte Kühn.

Den Begriff 'Superspreader', der in einigen Medien im Zusammenhang mit Kranichen kursiert, weist Kühn zurück: "Von dem Begriff 'Superspreader' halte ich in diesem Zusammenhang nichts." Dieser verzerre das Bild und schüre unnötige Panik. "Kraniche sind zwar besonders empfänglich und scheiden das Virus stark aus - aber sie sind nicht die alleinigen Treiber."

Das FLI stuft das Risiko weiterer Ausbrüche in Geflügelhaltungen aktuell als "hoch" ein. Für den Menschen besteht laut Kühn jedoch weiterhin nur ein sehr geringes Infektionsrisiko: "Das Virus ist nach wie vor ein Vogelvirus."

Wichtig sei, den Kontakt zu infizierten Wildvögeln strikt zu vermeiden. "Wer in betroffenen Gebieten lebt, sollte Katzen möglichst im Haus halten und Hunde an der Leine führen", sagte die FLI-Präsidentin.Doch selbst wenn eine Katze einen infizierten Vogel fresse, könne das zwar für die Katze gefährlich werden, das Risiko für die Besitzer bleibe aber gering. Kühn betonte: "Was wir jetzt brauchen, ist Aufmerksamkeit – aber keine Hysterie."

Bei Wildvögeln registrieren die Behörden derzeit den bislang größten Ausbruch von Vogelgrippe. Bei dieser handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln übertragen werden kann und damit auch Geflügelhaltungen bedroht. Zehntausende Tiere mussten deshalb bereits vorsorglich getötet werden.

B.Fortunato--PV

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