Pallade Veneta - Claudia Pechstein erstreitet Zwischenerfolg vor dem Bundesverfassungsgericht

Claudia Pechstein erstreitet Zwischenerfolg vor dem Bundesverfassungsgericht


Claudia Pechstein erstreitet Zwischenerfolg vor dem Bundesverfassungsgericht
Claudia Pechstein erstreitet Zwischenerfolg vor dem Bundesverfassungsgericht / Foto: Sebastien Bozon - AFP/Archiv

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat im Streit um Schadenersatz wegen ihrer Dopingsperre einen wichtigen Zwischenerfolg vor dem Bundesverfassungsgericht eingefahren. Dieses hob das Urteil des Bundesgerichtshofs von 2016 auf, mit dem ihre Klage für unzulässig erklärt worden war. Das Oberlandesgericht (OLG) München muss damit neu in dem Fall entscheiden. (Az. 1 BvR 2103/16)

Textgröße ändern:

Der Rechtsstreit zieht sich seit fast zehn Jahren. Die Internationale Eislauf-Union (ISU) hatte Pechstein im Juli 2009 anhand von Indizien und ohne Dopingnachweis "wegen Blutdopings" rückwirkend vom Februar 2009 für zwei Jahre gesperrt. Dadurch war sie unter anderem von der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 ausgeschlossen.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne bestätigte dies. Pechstein hatte eine öffentliche Verhandlung beantragt, was der CAS aber zurückwies. Das Schweizer Bundesgericht lehnte später ihre Revision gegen den CAS-Schiedsspruch ab.

Führende deutsche Hämatologen bescheinigten Pechstein allerdings in der Zwischenzeit eine genetisch bedingte Blutanomalie, auf welche die ungewöhnlichen Blutwerte zurückzuführen seien.

Ende 2012 klagte Pechstein dann beim Landgericht München auf Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen die ISU und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Dieses wies die Klage zwar ab, das Oberlandesgericht als nächste Instanz hielt sie aber für zulässig und die Schiedsvereinbarung zugunsten des CAS für nichtig.

Dem widersprach der Bundesgerichtshof (BGH), der das OLG-Urteil 2016 aufhob. Daraufhin zog Pechstein vor das Bundesverfassungsgericht. Dieses erklärte nun, dass die Entscheidung des Bundesgerichtshofs Pechsteins Grundrechte verletze. Der BGH habe die Bedeutung des Anspruchs auf Öffentlichkeit des Verfahrens verkannt.

Nun wird das Verfahren vor dem OLG München neu aufgerollt. Möglicherweise bekommt die heute 50-jährige Pechstein also doch noch Schadenersatz - entschieden ist das aber noch nicht.

Der frühere Linken-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi erklärte nach dem Beschluss aus Karlsruhe, er begrüße diesen "aus vollem Herzen". Pechstein "hat niemals gedopt und wurde durch eine Fehleinschätzung, die von wissenschaftlichen Gutachten widerlegt wurde, über lange Zeit ihrer sportlichen Möglichkeiten beraubt", so Gysi weiter.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Besuch in Großbritannien: Harry und Meghan wohnen im Juli in königlichen Residenzen

Der in den USA lebende Prinz Harry wird im Juli bei einem Besuch mit seiner Familie in seinem Heimatland Großbritannien auch in königlichen Residenzen wohnen. Der Prinz und seine Ehefrau Meghan Markle sowie der siebenjährige Archie und die fünfjährige Lilibet würden während des Besuchs in königlichen und in privaten Unterkünften residieren, bestätigte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle der Nachrichtenagentur AFP am Samstag.

Sony stellt Verkauf von Roboterhündchen Aibo in Japan ein

Sony stellt den Verkauf seines beliebtes Roboterhündchen Aibo in Japan ein. Die Lagerbestände des aktuellen Modells ERS-1000 würden jedoch noch abverkauft, erklärte der Elektronikkonzern. Dienstleistungen wie technische Unterstützung, Ersatzteile und Abonnements für Onlineclouddienste zur Speicherung von Daten des Roboterhundes würden weiterhin angeboten.

Stuttgarter Feuerwehr rettet vier junge Turmfalken aus heißer Blechverkleidung

Aus einer aufgeheizten Blechverkleidung hat die Feuerwehr in Stuttgart vier junge Turmfalken gerettet. Wie die Einsatzkräfte am Donnerstagabend in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mitteilten, wurden sie am Nachmittag vom Umweltamt angefordert. Die Jungvögel steckten demnach in einem Wohn- und Geschäftshaus hinter einer gut 65 Grad Celsius heißen Blechverkleidung eines Kamins fest.

Polizisten retten in Thüringen Schwanenfamilie von Straße

Polizisten haben im thüringischen Gera eine Schwanenfamilie von einer Straße gerettet. Die zwei Elterntiere und sieben Jungschwäne brachen am Donnerstagmorgen zu einem Spaziergang zwischen Thieschitz und Bad Köstritz auf, wie die Beamten in Gera mitteilten. Dadurch blockierten sie im Berufsverkehr die Straße.

Textgröße ändern: