Pallade Veneta - Vor Nordsee-Gipfel: Umweltverbände fordern "naturverträglichen" Offshore-Ausbau

Vor Nordsee-Gipfel: Umweltverbände fordern "naturverträglichen" Offshore-Ausbau


Vor Nordsee-Gipfel: Umweltverbände fordern "naturverträglichen" Offshore-Ausbau
Vor Nordsee-Gipfel: Umweltverbände fordern "naturverträglichen" Offshore-Ausbau / Foto: Christian Charisius - POOL/AFP

Im Vorfeld des Nordsee-Gipfels in Hamburg haben Umweltverbände ihre Unterstützung für den weiteren Windkraftausbau vor den Küsten bekräftigt - zugleich aber auch einen "naturverträglichen" Offshore-Ausbau angemahnt. Klimaschutz und Meeresschutz müssten "konsequent" zusammengedacht werden, forderten die Verbände am Donnerstag. Kritik äußerten sie an der bisherigen Vorbereitung des Gipfels: Zivilgesellschaftliche Organisationen seien bislang "nur unzureichend" eingebunden worden.

Textgröße ändern:

Der inzwischen dritte internationale Nordsee-Gipfel wird am kommenden Montag in Hamburg von der Bundesregierung ausgerichtet und soll den Ausbau der Offshore-Windenergie im gesamten Nordseeraum vorantreiben. Eingeladen sind Staats- und Regierungschefs aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen sowie die EU-Kommission - außerdem auch erstmals Island und die Nato.

Zudem werden nach Angaben der Bundesregierung mehr als 100 Unternehmensvertreter am Gipfel teilnehmen. Der erste Nordsee-Gipfel hatte 2022 im dänischen Esbjerg stattgefunden, der zweite 2023 im belgischen Ostende. Damals vereinbarten neun Staaten, ihre gemeinsame Offshore-Leistung bis 2050 mehr als zu verdoppeln. Die Nordsee solle zum "grünen Kraftwerk Europas" werden.

Der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren wird auch von den Umweltverbänden "ausdrücklich" begrüßt. Allerdings müsse als Voraussetzung dafür erfüllt sein, "dass sich die Ausbauziele an den Belastungsgrenzen des marinen Ökosystems orientieren", erklärte der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) am Donnerstag gemeinsam mit BUND, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Nabu, Greenpeace und WWF.

Denn schon jetzt gibt es nach Auffassung der Verbände eine intensive Nutzung des Ökosystems Meer, mit entsprechenden Folgen etwa für Tier- und Pflanzenpopulationen. Erforderlich sei es deshalb, dass der Windkraftausbau auch mit einer Verringerung "anderer Nutzungen wie der Exploration fossiler Energieträger, der Schifffahrt oder des Rohstoffabbaus" einhergeht. Die Offshore-Windenergie müsse Vorrang vor allen anderen Arten der wirtschaftlichen Nutzung der Meere haben.

Für einen "naturverträglichen" Offshore-Ausbau ist demnach auch "der konsequente Schutz und die Wiederherstellung ökologisch wertvoller Gebiete" nötig. Auch "hohe Umweltstandards bei Planung, Bau, Betrieb und Netzanbindung von Windparks" mahnen die Verbände an.

Grundsätzlich dürften Naturschutz und Klimaschutz nicht gegeneinander ausgespielt, sondern müssten stattdessen miteinander verzahnt werden: "Gesunde Meere sind unverzichtbar für den Klimaschutz - als CO2-Speicher, Lebensraum und Grundlage unserer Zukunft", hoben die Verbände hervor. "Genauso ist Klimaschutz unverzichtbar für die Gesundheit der Meere." Der Nordsee-Gipfel biete nun die Chance, Klimaschutz und Meeresschutz "gleichzeitig voranzubringen".

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Merz ruft 65 Jahre nach Mauerbau zu Einsatz für Demokratie auf

65 Jahre nach Beginn des Mauerbaus hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Merz am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst X. Er wies zugleich darauf hin, dass die Menschen heute "in Frieden und Freiheit" leben könnten: Deutschland sei inzwischen länger vereint, als es durch die Mauer geteilt gewesen sei.

Ausgetrocknete Wasserstellen: Hitze wird auch für Wildtiere zur Gefahr

Wegen ausgetrockneter Wasserstellen und Teiche wird die Hitze in Deutschland auch für Wildtiere zur Gefahr. "Die Kombination aus extremer Hitze und anhaltender Trockenheit ist für viele Wildtiere eine lebensbedrohliche Herausforderung", erklärte Paulina Kuhn vom Deutschen Tierschutzbund am Donnerstag in Bonn. Wenn selbst im Wald natürliche Bäche, Teiche und kleine Wasserstellen austrockneten, fehle es den Tieren an Möglichkeiten zum Trinken und Abkühlen.

Autobahn bei Mannheim wird wegen ausgebrochener Schafherde gesperrt

Weil eine ausgebrochene Schafherde auf die Fahrbahn lief, ist die Autobahn 659 im Grenzgebiet von Hessen und Baden-Württemberg vorübergehend gesperrt worden. Schon vorher fuhr aber ein Auto in ein Schaf, wie die Polizei in Mannheim am Donnerstag mitteilte. Das Tier wurde bei dem Unfall tödlich verletzt, der Autofahrer blieb unverletzt. Am Wagen entstand Sachschaden.

Ratiscon: Wenn Ingenieurskunst auf B2B-Marketing trifft

Innovative Leadgenerierung, SEO, GEO, SEA für die Industrie und Mittelstand: Dr.-Ing. Tamas Lamfalusi verbindet Expertenwissen mit moderner Digitalstrategie.

Textgröße ändern: