Pallade Veneta - Britischer Ex-Prinz Andrew wenige Stunden nach Festnahme wieder auf freiem Fuß

Britischer Ex-Prinz Andrew wenige Stunden nach Festnahme wieder auf freiem Fuß


Britischer Ex-Prinz Andrew wenige Stunden nach Festnahme wieder auf freiem Fuß
Britischer Ex-Prinz Andrew wenige Stunden nach Festnahme wieder auf freiem Fuß / Foto: Daniel LEAL - AFP

Der frühere britische Prinz Andrew ist im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein am Donnerstag mehrere Stunden lang von der Polizei festgehalten worden. Nach seiner Festnahme am Morgen teilte die Polizei am Abend mit, er sei "unter Auflagen freigelassen" worden. Kurz zuvor hatten britische Medien berichtet, dass Andrew die Polizeiwache wieder verlassen habe. US-Präsident Donald Trump bedauerte die vorübergehende Festnahme des Ex-Prinzen.

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Die Durchsuchungen in Andrews Wohnsitz Sandringham im ostenglischen Norfolk seien abgeschlossen worden, erklärte die Polizei weiter. Die laut Medienberichten erfolgte Durchsuchung in Andrews früherer Residenz in Windsor dürfte demzufolge andauern.

Der Sender BBC und britische Zeitungen zeigten eine Aufnahme von dem 66-Jährigen, wie er nach Einbruch der Dunkelheit zusammengesunken auf dem Rücksitz eines Autos saß. Nach Polizeiangaben dauern die Ermittlungen gegen Andrew an.

Trump nannte den Vorfall "sehr traurig". Es sei "eine Schande" und "sehr schlecht für die königliche Familie", sagte der US-Präsident an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten.

Trump bekräftigte, er selbst sehe sich durch die Epstein-Akten "vollständig entlastet". Der Name des Präsidenten taucht in den Akten tausende Male auf. Ein persönliches Fehlverhalten konnte ihm bisher allerdings nicht nachgewiesen werden.

Der Bruder von König Charles III. hatte wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal bereits den Prinzen-Titel abgeben müssen. Seine Festnahme am Donnerstag an seinem 66. Geburtstag stürzte das britische Königshaus in eine in seiner jüngeren Geschichte beispiellose Krise.

Andrew Mountbatten-Windsor wird im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal unter anderem "Fehlverhalten in Ausübung offizieller Funktionen" vorgeworfen.

Bei den Ermittlungen geht es um Hinweise, dass Andrew in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter möglicherweise vertrauliche Berichte an Epstein weitergab. In einer in den Epstein-Akten enthaltenen E-Mail vom November 2010 hatte Andrew dem US-Investor offenbar nach einer dienstlichen Asien-Reise Berichte über mehrere von ihm besuchte Länder übermittelt.

Laut einem BBC-Bericht gab Andrew Epstein zudem Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten, die er auf seiner Reise gesammelt hatte. Er sei bei der Reise auch von Epstein-Geschäftspartnern begleitet worden. Andrew war von 2001 bis 2011 als britischer Handelsgesandter in der Welt unterwegs.

Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangte Informationen verpflichtet. Bei Fehlverhalten im öffentlichen Amt droht in Großbritannien nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu lebenslange Haft.

"Es ist ein sehr bedeutender Moment für die britische Monarchie und in der Tat für die ganze Nation", sagte der Monarchie-Experte Ed Owens der Nachrichtenagentur AFP. "Wir erleben meiner Meinung nach eine Monarchie, die durch die jüngsten Ereignisse erschüttert wurde."

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente wie Andrew vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.

Einen Monat nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

B.Cretella--PV

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