Pallade Veneta - Rimac Nevera R: Jenseits der Vorstellungskraft

Rimac Nevera R: Jenseits der Vorstellungskraft


Rimac Nevera R: Jenseits der Vorstellungskraft
Rimac Nevera R: Jenseits der Vorstellungskraft

Es gibt Fahrzeuge, die definieren eine Klasse. Und es gibt Fahrzeuge, die definieren einen Maßstab, für den es bislang nicht einmal eine vernünftige Skala gab. Der Rimac Nevera R ist genau so ein Fall: ein vollelektrisches Hypercar, das nicht bloß schneller ist als vieles, was man kennt – sondern dessen technische Logik eher aus dem Umfeld von Hochleistungsprüfständen, Aerodynamik-Laboren und Regelungssoftware stammt als aus der klassischen Sportwagen-Romantik.

Dabei ist der Nevera R nicht als „noch ein Sondermodell“ gedacht. Rimac beschreibt ihn als Gegenentwurf zur Grand-Tourer-Idee des ursprünglichen Nevera: weniger „Hyper GT“, mehr „Hyper Sportscar“. Der Buchstabe R steht dabei sinnbildlich für eine Philosophie, die man im Alltag selten so konsequent umgesetzt sieht: radikal, rebellisch, unerbittlich weiterentwickelt. Das Ziel ist klar – nicht nur Bestwerte in der Gerade, sondern vor allem eine neue Qualität in Kurven, beim Bremsen und in der Rückmeldung an den Fahrer.

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Leistung, die nicht mehr nach „Motor“ klingt, sondern nach System
Der Nevera R setzt auf vier Elektromotoren – jeder für ein Rad. Dieses Layout ist nicht neu im Rimac-Universum, aber in der R-Ausbaustufe wird es auf eine nächste Ebene gehoben. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Maximalleistung, sondern die Art, wie präzise sie verteilt wird. Mit rund 1.571 kW (2.107 hp) bewegt sich der Nevera R in einer Leistungssphäre, in der klassische Vergleiche schnell lächerlich wirken: Nicht, weil Verbrenner „zu schwach“ wären, sondern weil das elektrische System aus Motoren, Inverter, Batterie und Software völlig anders skaliert.

Auf dem Papier ist das beeindruckend. In der Praxis wird es erst dann wirklich greifbar, wenn man die Konsequenzen versteht: Vier Antriebe bedeuten nicht nur Allrad – sie bedeuten, dass die Traktion und das Moment in Millisekunden radindividuell geformt werden können. Aus „viel Kraft“ wird „Kraft am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt“.

Aerodynamik: Abtrieb ohne Theater, Effizienz mit Ansage
Wer den Nevera R nur als „Nevera mit Flügel“ abtut, übersieht den Kern der Überarbeitung. Die R-Variante trägt einen großen, feststehenden Heckflügel und einen deutlich aggressiveren Aero-Aufbau samt großem Diffusor. Der Punkt ist nicht Show, sondern Physik: Mehr Anpressdruck bedeutet höhere Stabilität bei Tempo – und vor allem mehr Potenzial in schnellen Kurven sowie beim Anbremsen.

Rimac beziffert den Zugewinn sehr konkret: 15 Prozent mehr Abtrieb und zugleich 10 Prozent bessere aerodynamische Effizienz. Das ist eine Kombination, die in der Entwicklung anspruchsvoll ist, weil mehr Abtrieb oft mehr Luftwiderstand bedeutet. Genau hier zeigt sich, wie sehr der Nevera R als Gesamtsystem gedacht ist: Die Aerodynamik soll nicht nur „kleben“, sondern auch kontrollierbar bleiben – bei hohen Geschwindigkeiten ebenso wie auf verwinkelten Strecken.

Reifen, Geometrie, Räder: Der Kurvenfokus ist kein Marketing
Ein Hypercar kann nur so gut sein wie der Kontakt zur Straße. Deshalb setzt der Nevera R auf Michelin Cup 2 – Reifen, die klar auf Performance ausgelegt sind. Doch Reifen allein machen aus einem Fahrzeug keinen Kurvenkünstler. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gummimischung, Temperaturfenster, Fahrwerksgeometrie und Regelung.

Rimac nennt auch hier messbare Effekte: 10 Prozent weniger Untersteuern, 5 Prozent mehr Querbeschleunigungs-Grip – und als Resultat eine um 3,8 Sekunden schnellere Rundenzeit auf einem Handlingkurs in Nardò. Dazu passt die Hardware-Seite: Der Nevera R tritt mit 21-Zoll-Rädern hinten und 20 Zoll vorn an – eine Kombination, die Traktion und Lenkpräzision unterstützt und den optisch „nach vorn drückenden“ Stand des Fahrzeugs zusätzlich unterstreicht.

Batterie und Thermik: 108 kWh als Leistungswerkzeug, nicht als Reichweiten-Statement
Im Nevera R arbeitet ein Batteriepaket der nächsten Generation mit 108 kWh. Bemerkenswert ist weniger die reine Kapazität als die Auslegung: Rimac spricht von einem leichteren Paket, das zugleich mehr Leistung und Effizienz ermöglichen soll. Für ein Hypercar, das auf wiederholbare Performance zielt, ist das der entscheidende Punkt. Denn extreme Beschleunigung ist nur die halbe Wahrheit – die andere Hälfte ist, wie stabil Temperaturhaushalt, Leistungsabgabe und Regelung bleiben, wenn das Fahrzeug nicht einmal, sondern immer wieder gefordert wird.

Gerade auf der Rennstrecke werden Batterien und Leistungselektronik gnadenlos entlarvt: Wenn die Thermik kippt, kippt die Performance. Der Nevera R setzt genau deshalb auf eine performanceorientierte Systemauslegung – mit dem Anspruch, die volle Charakteristik nicht nur „für einen Lauf“, sondern im wiederholten Einsatz abrufbar zu machen.

Bremsen: Wenn Beschleunigung absurd ist, muss Verzögerung übermenschlich wirken
In dieser Leistungsklasse ist Bremsleistung keine Nebensache, sondern eine Kernkompetenz. Der Nevera R nutzt EVO2-Bremsen als Carbon-Keramik-System mit Silikon-Matrix-Schicht, ausgelegt auf höhere Standfestigkeit, bessere Kühlung und Dauerbelastung. Das klingt nach Ingenieur-Vokabular – und genau darum geht es: Eine 2.000-PS-Klasse ist nur dann fahrbar, wenn Verzögerung, Pedalgefühl und Temperaturmanagement auf Augenhöhe sind.

Die besondere Pointe: Beim Nevera R sind Bremsen nicht „Komponente“, sondern Teil eines Gesamtversprechens. Ein Auto, das in Sekundenbruchteilen auf extreme Geschwindigkeiten schießt, muss ebenso überzeugend in Sekundenbruchteilen wieder stabil, präzise und kontrolliert zum Stillstand kommen – und zwar ohne, dass der Fahrer das Gefühl hat, gegen die Physik kämpfen zu müssen.

Software als eigentlicher Star: Torque Vectoring der nächsten Generation
Wenn man beim Nevera R einen „Gamechanger“ benennen muss, dann ist es die Software – genauer: das All-Wheel Torque Vectoring (R-AWTV) der nächsten Generation und die darauf abgestimmten Assistenz- und Fahrdynamikfunktionen. Denn vier Motoren sind nur dann ein Vorteil, wenn sie nicht gegeneinander arbeiten, sondern wie ein Orchester spielen.

Rimac hat dafür nicht nur das Torque Vectoring neu abgestimmt, sondern auch Traktionskontrolle, Drift-Mode und Lenkungsabstimmung überarbeitet. Der Anspruch: schärferes Einlenken, klarere Rückmeldung, höhere Vorhersagbarkeit – selbst dann, wenn Bedingungen schlechter werden. In einer Zeit, in der viele Supersportwagen sich über „mehr Leistung“ definieren, wirkt der Nevera R fast wie ein Gegenstatement: Entscheidend ist nicht nur, wie viel Kraft vorhanden ist, sondern wie intelligent sie eingesetzt wird.

Rekorde, die nicht als Show gedacht sind – sondern als Beleg
Rimac ordnet den Nevera R in eine Reihe von verifizierten Performance-Bestwerten ein. Für das Jahr 2025 wird von 24 bestätigten Rekorden gesprochen – darunter Werte, die sich eher wie Laborparameter lesen: 0–60 mph in 1,66 Sekunden, 300 km/h in 8,66 Sekunden und eine dokumentierte Höchstgeschwindigkeit von 431,45 km/h. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass solche Höchstgeschwindigkeiten in der Regel nur unter definierten Bedingungen und mit Freigabe abrufbar sind – denn in dieser Region ist Geschwindigkeit nicht mehr „Fahrleistung“, sondern Risikomanagement.

Das Interessante daran ist weniger der Rekord als die Aussage dahinter: Der Nevera R ist nicht auf eine einzelne Disziplin optimiert, sondern auf ein Paket, das Beschleunigung, Stabilität, Bremsen, Grip und Regelung zusammenführt. Genau dadurch entsteht diese neue, schwer einzuordnende Dimension: Ein Straßenfahrzeug, das in Messwerten und Systemlogik an Prototypen erinnert – und dennoch als Serienfahrzeug gedacht ist.

Exklusivität mit realen Konsequenzen: 40 Fahrzeuge – und eine „Founder’s Edition“
Der Nevera R ist auf 40 Exemplare weltweit begrenzt. In diesem Kontext wirkt „limitiert“ nicht wie Verkaufsargument, sondern wie technische Notwendigkeit: Handaufbau, Materialeinsatz, Entwicklungsaufwand und Individualisierung sind in dieser Liga Teil des Produkts.

Hinzu kommt eine auf zehn Fahrzeuge begrenzte Founder’s Edition, die in der Öffentlichkeit Anfang 2026 sichtbar wurde – inklusive erster Auslieferung im Rahmen eines Winter-Events in St. Moritz. Diese Edition zielt nicht auf mehr Leistung, sondern auf maximale Personalisierung und ein besonderes Besitzer-Erlebnis: von intensiver Konfiguration am Rimac Campus in Zagreb bis zu Fahrertraining durch das Testteam. Das Signal ist eindeutig: Der Nevera R ist nicht nur ein Auto, sondern ein Programm – ein Hochleistungsprojekt mit Straßenzulassung.

Der Moment, in dem „außerhalb normaler Vorstellungen“ wörtlich wird: Rimac-Technik in der Luftfahrt
Wie weit dieses Selbstverständnis reicht, zeigt ein Ereignis aus Februar 2026, das auf den ersten Blick mit Autos wenig zu tun hat: Kunstflugpilot Dario Costa setzte ein Flugzeug auf einem fahrenden Güterzug auf und стартete anschließend wieder – ein Manöver, das nach Angaben der Beteiligten in dieser Form zuvor nicht durchgeführt wurde. Die Eckdaten wirken wie eine Prüffrage aus einem Ingenieurstudium: 120 km/h Zuggeschwindigkeit, 2,5 Kilometer Strecke, 87 km/h Anflug nahe Strömungsabriss, starke Luftverwirbelungen, eine 50-Sekunden-Zeitlücke für Aufsetzen, Abbremsen, Beschleunigen, Abheben.

Und mittendrin: Rimac Nevera und Nevera R als Trainingswerkzeuge. Auf einem Flughafen in Kroatien wurde ein mehrtägiges Testprogramm gefahren, bei dem die Hypercars als hochpräzise, bewegliche Referenzplattform dienten – um Tempo-Synchronisation, Abstandsschätzung und Timing unter realen Bedingungen zu trainieren. Genau hier bekommt die Nevera-R-Idee eine zweite Ebene: Wenn ein Auto als „beweglicher Referenzpunkt“ für ein Luftfahrt-Manöver dient, ist das keine PR-Anekdote, sondern ein Hinweis darauf, wie präzise und reproduzierbar solche Systeme arbeiten können.

Noch spannender: Rimac-Ingenieure unterstützten das Projekt auch abseits der Fahrzeuge – mit einem maßgeschneiderten Sitz für den Piloten, gefertigt mit Know-how aus Verbundwerkstoffen und Ergonomie, und mit Strömungssimulationen zur aerodynamischen Optimierung der Cockpitkanzel. Spätestens an diesem Punkt verschwimmt die Grenze zwischen Automobil- und Luftfahrtentwicklung. Der Nevera R steht damit nicht nur für ein neues Hypercar, sondern für eine technische Kompetenz, die sich in angrenzenden Hochleistungswelten einsetzen lässt.

Fazit: Der Nevera R ist kein „schnelles Auto“ – er ist ein mobiles Entwicklungsstatement
Der Rimac Nevera R 2026 ist die Art Fahrzeug, die man nicht sinnvoll über „PS“ oder „0–100“ erklärt – obwohl genau diese Zahlen atemberaubend sind. Sein eigentlicher Kern liegt in der Systemidee: vier Motoren, Hochleistungsbatterie, Aerodynamik, Reifen, Bremsen und Regelung als eng verzahnte Einheit. Dazu ein Anspruch, der ungewöhnlich konsequent wirkt: nicht nur Rekorde setzen, sondern Fahrdynamik so zu beherrschen, dass sie reproduzierbar, nutzbar und kontrollierbar bleibt.
So entsteht diese neue Dimension außerhalb normaler Vorstellungen: ein Hypercar, das nicht so tut, als wäre es ein Rennwagen – sondern eines, das Rennwagen-Logik in ein Serienprodukt übersetzt. Und das dabei zeigt, dass Hochleistung heute weniger nach Benzingeruch riecht – sondern nach Software, Strömungsbildern, Materialtechnik und präziser Kontrolle.

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China, BYD und Fragen nach der Zukunft

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Es hat ein Problem damit, im eigenen Land genügend Käufer für diese Waren zu finden.Die jüngsten Wirtschaftsdaten machen den Widerspruch sichtbar. Während die chinesische Industrieproduktion im Mai 2026 weiter zulegte und die Hochtechnologieproduktion besonders kräftig wuchs, gingen die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahr zurück. In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der klassische Einzelhandel lediglich um 1,4 Prozent. Die Industrieproduktion legte im selben Zeitraum um 5,4 Prozent zu. Die Exporte stiegen noch deutlich stärker.China produziert damit schneller, als seine eigene Bevölkerung konsumiert. Genau darin liegt das strukturelle Problem. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat über Jahrzehnte ein Modell perfektioniert, das Investitionen, Infrastruktur, Industrie und Exporte begünstigt. Die Einkommen und die soziale Absicherung der privaten Haushalte hielten mit diesem Produktionsapparat jedoch nicht Schritt.Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft mit zwei Geschwindigkeiten. Auf der einen Seite stehen hochautomatisierte Fabriken, moderne Hochgeschwindigkeitszüge, riesige Solarparks, leistungsfähige Elektroautos und KI-Rechenzentren. Auf der anderen Seite stehen verunsicherte Familien, junge Menschen mit schwierigen Berufsaussichten, überschuldete Immobilienentwickler und Kommunen, deren wichtigste Einnahmequellen wegbrechen.Die chinesische Führung hat dieses Ungleichgewicht inzwischen selbst erkannt. Selbst in amtlichen Wirtschaftsberichten ist von einem ausgeprägten Missverhältnis zwischen starkem Angebot und schwacher Nachfrage die Rede. Die Diagnose ist eindeutig. Die Lösung fällt dennoch schwer, weil sie nicht allein eine Frage der Konjunktur ist. Sie berührt die grundlegende Verteilung von Einkommen, Vermögen und wirtschaftlicher Sicherheit.Über viele Jahre war die eigene Wohnung für chinesische Familien weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Immobilien dienten als Altersvorsorge, Kapitalanlage, Statussymbol und Voraussetzung für familiäre Sicherheit. In einem Finanzsystem mit begrenzten Anlagealternativen floss ein erheblicher Teil der privaten Ersparnisse in Wohnungen. Steigende Immobilienpreise vermittelten Millionen Haushalten das Gefühl, wohlhabender zu werden, selbst wenn ihre laufenden Einkommen nur mäßig zunahmen.Seit dem Beginn der Immobilienkorrektur im Jahr 2021 funktioniert dieser Mechanismus in die entgegengesetzte Richtung. Sinkende Preise vermindern das Vermögen der Eigentümer. Unverkaufte Wohnungen belasten die Bilanzen der Entwickler. Unfertige Projekte erschüttern das Vertrauen potenzieller Käufer. Familien, die hohe Summen für Immobilien aufgebracht haben, deren Marktwert inzwischen deutlich niedriger liegt, reagieren nicht mit zusätzlichem Konsum. Sie sparen mehr.Dass Wohnungen billiger werden, löst das Problem daher nicht automatisch. In einem stabilen Markt können niedrigere Preise neue Käufer anziehen. In einem fallenden Markt erzeugen sie häufig das Gegenteil. Wer mit weiteren Preisrückgängen rechnet, verschiebt den Kauf. Wer um seinen Arbeitsplatz fürchtet, nimmt keine langfristige Hypothek auf. Wer nicht sicher sein kann, ob ein vor Baubeginn bezahltes Projekt tatsächlich fertiggestellt wird, hält sein Geld zurück.Die Immobilienkrise trifft außerdem nicht nur Eigentümer und Bauunternehmen. Sie zieht sich durch weite Teile der Wirtschaft. Stahlhersteller, Zementproduzenten, Möbelunternehmen, Haushaltsgerätehersteller, Makler, Banken und Versicherer hängen direkt oder indirekt vom Wohnungsbau ab. Gleichzeitig verlieren lokale Verwaltungen Einnahmen, weil sie über Jahre einen beträchtlichen Teil ihrer Haushalte mit dem Verkauf von Landnutzungsrechten finanziert haben.In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 brachen diese Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 28,7 Prozent ein. Damit geraten ausgerechnet jene regionalen Behörden unter Druck, die Schulen, Verkehrswege, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Leistungen finanzieren sollen. Sinkende Einnahmen erzwingen Sparmaßnahmen, neue Gebühren oder zusätzliche Verschuldung. Jede dieser Reaktionen kann die Vorsicht der privaten Haushalte weiter verstärken.Es entsteht ein Kreislauf. Die Immobilienkrise schwächt das Vermögen der Familien. Die Familien konsumieren weniger. Die schwächere Nachfrage belastet Unternehmen. Unternehmen senken Preise, verschieben Investitionen oder halten sich bei Neueinstellungen zurück. Unsichere Arbeitsplätze führen wiederum zu noch höheren Ersparnissen. Der technologische Fortschritt kann diesen Vertrauensverlust nicht auf Knopfdruck rückgängig machen.BYD verkörpert diesen Widerspruch besonders deutlich. Das Unternehmen ist zu einem Symbol für Chinas industrielle Stärke geworden. Es produziert Batterien, Fahrzeugkomponenten und komplette Autos in enormem Umfang und hat traditionelle Hersteller in vielen Bereichen unter Druck gesetzt. Im Jahr 2025 verkaufte BYD weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge. Dennoch ging der Jahresgewinn erstmals seit mehreren Jahren zurück.Im ersten Quartal 2026 verschärfte sich die Lage. Der Gewinn brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55,4 Prozent ein, der Umsatz sank um 11,8 Prozent. Im Juni gingen die Verkäufe im chinesischen Heimatmarkt erneut deutlich zurück, während das Auslandsgeschäft nahezu eine Verdoppelung erreichte. Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass BYD vor dem Scheitern steht. Das Unternehmen verfügt über technologische Fähigkeiten, eine weitgehend integrierte Lieferkette und eine wachsende internationale Präsenz. Die Zahlen zeigen jedoch, dass selbst ein führender Konzern der chinesischen Binnenmarktschwäche nicht entkommt.Chinas Autoindustrie leidet unter einem ruinösen Wettbewerb. Hersteller bringen immer neue Modelle auf den Markt, senken Preise und statten selbst preiswerte Fahrzeuge mit Funktionen aus, die früher der Oberklasse vorbehalten waren. Für Kunden erscheint das zunächst vorteilhaft. Für die Unternehmen sinken jedoch die Gewinnspannen. Zulieferer geraten unter Druck, Händler bleiben auf Fahrzeugen sitzen und schwächere Hersteller werden zunehmend von lokalen Hilfen oder günstigen Krediten abhängig.Das Problem besteht nicht in mangelnder Innovation. Es besteht in einer industriellen Kapazität, die der tatsächlichen Nachfrage davongelaufen ist. Der Export wird dadurch zum notwendigen Ausweg. Chinesische Autobauer, Batteriehersteller, Solarunternehmen und Maschinenbauer müssen ihre Produkte verstärkt im Ausland verkaufen, um Fabriken auszulasten und Marktanteile zu sichern.Damit wird eine innere wirtschaftliche Schieflage zu einem internationalen Konflikt. Andere Staaten sehen sich mit günstigen chinesischen Waren konfrontiert, deren Preise nicht nur auf hoher Produktivität beruhen, sondern auch auf massivem Wettbewerb, staatlicher Förderung, günstiger Finanzierung und Überkapazitäten. Zölle, Einfuhrbeschränkungen und industriepolitische Gegenmaßnahmen sind die Folge.Je stärker der chinesische Binnenmarkt schwächelt, desto größer wird der Druck, überschüssige Produktion ins Ausland zu lenken. Je erfolgreicher diese Exportoffensive ist, desto heftiger fällt die politische Gegenwehr in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens aus. China kann seine Nachfrageprobleme deshalb nicht dauerhaft exportieren, ohne neue Handelskonflikte zu erzeugen. Auch künstliche Intelligenz bietet keinen einfachen Ausweg. Sie kann Entwicklungszeiten verkürzen, Fabriken effizienter machen, Logistik optimieren und den Mangel an Arbeitskräften teilweise ausgleichen. Gerade angesichts der alternden Bevölkerung ist Automatisierung für China wirtschaftlich unverzichtbar. Im Mai 2026 stieg die Produktion von Industrierobotern gegenüber dem Vorjahr um 27,9 Prozent. Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien nahm sogar um 40 Prozent zu.Doch höhere Produktivität ist nicht dasselbe wie höhere Nachfrage. Eine KI kann Kosten senken, aber sie kann einer verunsicherten Familie nicht die Sorge vor Arbeitslosigkeit nehmen. Ein Roboter kann fehlende Arbeitskräfte in einer Fabrik ersetzen, aber er zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge und kauft keine Wohnung. Ein Algorithmus kann Konsumvorlieben analysieren, aber er kann kein Vertrauen in ein angeschlagenes Immobilienprojekt schaffen.Unter ungünstigen Bedingungen könnte die schnelle Automatisierung das Nachfrageproblem sogar verschärfen. Werden Arbeitsplätze schneller ersetzt, als neue und gut bezahlte Tätigkeiten entstehen, wächst die Unsicherheit. Fließen die Produktivitätsgewinne überwiegend an Unternehmen, staatliche Institutionen oder Kapitaleigner, während die verfügbaren Einkommen der Haushalte nur langsam steigen, bleibt der Konsum schwach.Technologischer Fortschritt kann eine alternde Gesellschaft produktiver machen. Er kann die Gesellschaft jedoch nicht verjüngen. Im Jahr 2025 wurden in China nur noch 7,92 Millionen Kinder geboren. Gleichzeitig starben 11,31 Millionen Menschen. Die Bevölkerung schrumpfte innerhalb eines Jahres um 3,39 Millionen und damit bereits das vierte Jahr in Folge. 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Die Elektromobilität erlebt 2026 einen weiteren Qualitätssprung. Der Volkswagen ID.7 setzt als geräumige Fastback‑Limousine mit modernem Sprachassistenten neue Maßstäbe, während der Hyundai Ioniq 6 – dessen stromlinienförmiges „Aero‑Profil“ dem Fahrzeug seinen Spitznamen verschafft – mit herausragender Aerodynamik glänzt. Dieser Artikel stellt Ihnen hier die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Modellen vor.Batterie und Reichweite Fahrzeug Batteriekapazität (netto) WLTP‑Reichweite* Ladeleistung und ‑zeit Volkswagen ID.7 Pro S 86 kWh Der ID.7 Pro S erreicht laut Volkswagen mit dem neuen 86‑kWh‑Akkupack Reichweiten um 700 km. Die Pro‑S‑Limousine schafft bis zu 709 km, der Tourer bis 690 km. Der größere Akku kann an Gleichstrom-Schnellladestationen mit bis zu 200 kW geladen werden, wodurch sich der Ladehub von 10 auf 80 % auf rund 26 Minuten verkürzt. Hyundai Ioniq 6 (2025/26) 77,4 kWh (Standard) oder 84 kWh (Long Range) Hyundai gibt für den Ioniq 6 mit 84‑kWh‑Batterie eine Reichweite bis 680 km an; die 63‑kWh‑Version erreicht etwa 521 km. Die 800‑V‑Architektur erlaubt Ultra‑Schnellladen: von 10 auf 80 % in 18 Minuten bei 350 kW Leistung. *Die WLTP‑Reichweiten sind unter optimalen Bedingungen angegeben; reale Reichweiten können je nach Fahrstil und Klima um 15–25 % niedriger liegen.

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