Pallade Veneta - Schulleiter mit eigener Situation zufriedener - trotz hoher Belastungen

Schulleiter mit eigener Situation zufriedener - trotz hoher Belastungen


Schulleiter mit eigener Situation zufriedener - trotz hoher Belastungen
Schulleiter mit eigener Situation zufriedener - trotz hoher Belastungen / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Schulleiter in Deutschland sind einer Umfrage zufolge wieder zufriedener mit ihrer Situation. Die Motivation ist zurück auf dem Niveau von vor der Pandemie, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) hervorgeht. Mehr als zwei Drittel der Schulleitungen können ihre Aufgaben demnach zur eigenen Zufriedenheit häufig erfüllen.

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Dennoch würde die Hälfte ihren Beruf nicht weiterempfehlen. Als Hauptbelastungen nannten die Befragten am häufigsten steigende Verwaltungsaufgaben, das wachsende Aufgabenspektrum und eine Anspruchshaltung, dass die Schule alle Probleme lösen solle. 92 Prozent kritisierten, dass die Politik bei ihren Entscheidungen den tatsächlichen Schulalltag nicht genügend beachte.

Den Lehrkräftemangel sehen die Befragten im Vergleich zu einer vorherigen Umfrage als verbessert an. Grund dafür sind vor allem Seiteneinsteiger. Ihre Zahl konnte sich seit 2018 fast verdoppeln. 2022 gaben 36 Prozent der Schulleitungen an, keine offenen Stellen zu haben. 2024 sind es 47 Prozent. Auch der Anteil jener Schulen, die mindestens drei Stellen offen haben, sank von 22 Prozent auf 15 Prozent.

Gleichzeitig nahm das Empfinden, künftig sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen zu sein, binnen zwei Jahren von 43 Prozent auf 31 Prozent ab. Beim Thema Digitalisierung sehen die Befragten jedoch kaum Fortschritte. Zehn Prozent gaben an, keinen einzigen Klassensatz an digitalen Geräten zu haben. Zwei Drittel brauchen nach dem Auslaufen des Digitalpakts weitere Mittel.

Das Recht auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027 kann an einem Drittel der Grundschulen derzeit nicht garantiert werden. Im Vergleich zur Vorgängerumfrage aus dem vergangenen Jahr änderte sich daran nichts. Dabei fehlen vor allem Fachkräfte und Räume. Auch Bürokratie und fehlende finanzielle Mittel wurden als Gründe genannt.

"Das Grundparadoxon im Bildungssystem ist, dass jene, die am weitesten von der Schule vor Ort entfernt sind, die Entscheidungen treffen, welche für diese die größten Auswirkungen haben", erklärte der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov. Er forderte angemessene Rahmenbedingungen für Inklusion, Ganztag und Digitalisierung. Bei Zukunftsthemen gebe es keinen Fortschritt. "Das können wir uns nicht leisten", fügte Neckov hinzu.

Er kritisierte, dass nach dem Auslaufen des Digitalpakts keine Anschlussfinanzierung bereitgestellt wurde. Es sei unverantwortlich, die Schulleitungen so hängen zu lassen. "Viele Kommunen haben kein Geld, um die Digitalisierung auf eigene Rechnung voranzutreiben", erklärte Neckov.

Was die zunehmende Zahl an Seiteneinsteiger auf lange Sicht für die pädagogische Qualität des Unterrichts bedeutet, ist laut Neckov noch unklar. "Daher muss an dem Weg festgehalten werden, mehr Lehramtsstudierende zu gewinnen und Seiteneinsteigende nachzuqualifizieren", fordert er. Für die Erhebung, die im Rahmen des Deutschen Schulleitungskongresses in Düsseldorf vorgestellt wurde, wurden 1311 Schulleitungen befragt.

H.Ercolani--PV

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