Pallade Veneta - Nach Tod von Professor: Cambridge-Rektor verurteilt "rassistischen Wahn"

Nach Tod von Professor: Cambridge-Rektor verurteilt "rassistischen Wahn"


Nach Tod von Professor: Cambridge-Rektor verurteilt "rassistischen Wahn"
Nach Tod von Professor: Cambridge-Rektor verurteilt "rassistischen Wahn" / Foto: Justine GERARDY - AFP

Nach dem Tod des britischen Professors Jason Arday hat Cambridge-Rektor Chris Smith einen "rassistischen Wahn" im Zusammenhang mit Plagiatsvorwürfen verurteilt. Zwar müsse jeder Vorwurf eines Plagiats "gründlich untersucht" werden, sagte der Rektor der Universität am Montag im Interview mit dem Sender BBC. Zugleich weigere er sich, "an einem rassistischen Wahn um einen bestimmten Akademiker teilzunehmen", fügte er hinzu, ohne Arday namentlich zu nennen.

Textgröße ändern:

Arday hatte vor drei Jahren als jüngster schwarzer Professor der britischen Elite-Universität Cambridge Aufmerksamkeit erregt. Am 5. August war der 41-Jährige von seinem Posten als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten, nachdem zahlreiche Medien über Plagiatsvorwürfe und Zweifel an seinen Angaben zu seinem Lebenslauf berichteten. Er habe "die Grenze dessen erreicht, was irgendeinem Menschen vernünftigerweise zugemutet werden sollte", erklärte Arday.

Am Freitag wurde er schließlich tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden. Die Polizei stufte seinen Tod vorerst nicht als verdächtig ein. Sie vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. Ardays Familie bestätigte seinen Tod und sprach von einer "Mobbing-Kampagne" voller Gerüchte über die akademische Arbeit und das Privatleben des Soziologen.

Die Vorwürfe wurden insbesondere von dem US-Forscher Nathan Cofnas aufgebracht, der die Cambridge-Universität 2024 wegen Rassismus-Vorwürfen verlassen musste. Cofnas' Vorwürfe wurden von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme bezeichneten.

Die Cambridge-Leitung hatte Arday zunächst verteidigt, Anfang August aber eine interne Untersuchung angekündigt. In den Tagen nach Ardays Tod wurde Kritik am Umgang der Universität mit den Vorwürfen laut. Zehntausende Menschen forderten außerdem eine staatliche Untersuchung des Falls und der Berichterstattung in den Medien. Eine entsprechende Petition zählte am Montag fast 32.400 Unterschriften. Für Montagabend ist eine Mahnwache für Arday auf dem Londoner Trafalgar Square geplant.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Fall Arday: US-Botschafter in Belgien kritisiert Suspendierung von US-Forscher

Der US-Botschafter in Belgien, Bill White, hat die Suspendierung des US-Forschers Nathan Cofnas kritisiert, der die Plagiatsvorwürfe gegen den tot aufgefundenen Cambridge-Professor Jason Arday erhoben hatte. Washington werde jede mögliche Beziehung zu der Universität im belgischen Gent überprüfen, schrieb White am Freitag im Onlinedienst X. "Unehrliche, korrupte Institutionen, die sich an Sündenbockverhalten beteiligen oder dieses belohnen, sind für uns keine wünschenswerten Partner", schrieb White.

Frauen machen häufiger höhere Schulabschlüsse als Männer

Frauen schließen die Schule häufiger mit einem höheren Abschluss ab als Männer. 2024 machten rund 258.300 Menschen an allgemeinbildenden Schulen ihr Abitur, wovon 55 Prozent Frauen waren, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Je geringer der formale Schulabschluss ist, desto stärker kehrt sich das Geschlechterverhältnis um.

Generative KI in der Weiterbildung: Masterarbeit zeigt neue Rolle von Lehrenden auf

Warum der erfolgreiche Einsatz von KI nicht bei guten Prompts beginnt, sondern bei pädagogischem Urteilsvermögen und Haltung

"Mobbing-Kampagne": Nach Vorwürfen zurückgetretener Cambridge-Professor tot aufgefunden

Rund eine Woche nach seinem Rücktritt inmitten von Plagiatsvorwürfen ist der britische Cambridge-Professor Jason Arday tot aufgefunden worden. Angehörige und Kollegen des 41-Jährigen sprachen am Samstag von einer "Mobbing-Kampagne" gegen Arday, der vor drei Jahren der jüngste schwarze Professor der britischen Elite-Universität geworden war. Premierminister Andy Burnham beklagte Ardays Tod als "Tragödie in vielerlei Hinsicht".

Textgröße ändern: