Pallade Veneta - Bewohnerin von Pflegeheim in Reutlingen steht nach Brand unter Mordverdacht

Bewohnerin von Pflegeheim in Reutlingen steht nach Brand unter Mordverdacht


Bewohnerin von Pflegeheim in Reutlingen steht nach Brand unter Mordverdacht
Bewohnerin von Pflegeheim in Reutlingen steht nach Brand unter Mordverdacht / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Nach dem Brand in einem Reutlinger Pflegeheim mit drei Toten hat die Mordkommission Ermittlungen gegen eine Heimbewohnerin aufgenommen. Die 57 Jahre alte Frau steht im Verdacht, das Feuer absichtlich gelegt zu haben, wie die Polizei in der baden-württembergischen Stadt am Mittwoch mitteilte. Ermittelt werde wegen des Verdachts des dreifachen Mords und elffachen Mordversuchs.

Textgröße ändern:

Bei dem Brand im zweiten Obergeschoss der sozialpsychiatrischen Einrichtung waren am Dienstagabend drei Menschen gestorben - eine 53-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 73 und 88 Jahren. Elf weitere Menschen wurden leicht verletzt. Das Feuer war in einer Wohngruppe ausgebrochen. Zu dieser Zeit befanden sich 37 Bewohner und fünf Pflegekräfte in dem Gebäude.

Die Ermittlungen zu einem möglichen Tatmotiv der Verdächtigen dauerten zunächst an. Laut Polizei wurde die psychisch kranke 57-Jährige durch das Feuer selbst schwer verletzt und kam zur Behandlung in eine Spezialklinik. Sie war zunächst nicht ansprechbar. Die Staatsanwaltschaft prüfte eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Durch das Feuer entstand Sachschaden in vermutlich sechsstelliger Höhe. In die vom Brand nicht betroffenen Wohnbereiche konnten die Bewohner teilweise zurückkehren.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte vor Brandgefahren für Patienten. "Den meisten Bewohnern fehlt die Kraft, sich selbst zu retten", erklärte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Er forderte den flächendeckenden Einbau von Sprinkleranlagen in Pflegeeinrichtungen. Diese müssten "gesetzlicher Standard" werden.

Allein im vergangenen Jahr starben nach Stiftungsangaben 16 Menschen bei mehr als 140 Bränden in deutschen Alten- und Pflegeheimen. "Das zeigt überdeutlich, wie schlecht es hierzulande in der Pflege um den vorbeugenden Brandschutz bestellt ist", erklärte Brysch.

F.Amato--PV

Empfohlen

Tennessee: US-Gericht setzt erste Hinrichtung einer Frau seit 200 Jahren aus

Aufschub in letzter Minute: Ein US-Bundesgericht hat am Mittwoch die Hinrichtung der ersten Frau im Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren kurzfristig ausgesetzt. Die verurteilte Mörderin Christa Pike sollte per Giftspritze hingerichtet werden.

Ärmelkanal-Unglück mit 31 Toten: Schleuser zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Knapp fünf Jahre nach einem Bootsunglück auf dem Ärmelkanal mit mindestens 31 Toten hat ein Gericht in Paris am Mittwoch 13 Männer zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt. Sechs von ihnen wurden der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. Das bislang größte bekannte Bootsunglück von Migranten auf dem Ärmelkanal sei eine "beispiellose Katastrophe, verursacht von einzelnen, die unter Missachtung von Menschenleben von Geldgier getrieben waren", hieß es in der Urteilsbegründung. Ein weiteres Verfahren gegen sieben französische Soldaten, die im Verdacht unterlassener Hilfeleistung stehen, läuft noch.

Milliardenklage nach abgesagter Übernahme von VW durch Porsche scheitert endgültig

17 Jahre nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist eine Musterklage von Anlegern gegen die Autobauer endgültig gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Mittwoch das Urteil des Oberlandesgerichts Celle, das Porsche 2022 Recht gegeben hatte. Es ging in dem Verfahren um die Frage, ob Porsche bei den Informationen für den Kapitalmarkt 2008 verwerflich handelte. (Az. II ZB 21/22)

Mehr als hundert Objekte durchsucht: Bundesweite Razzia in Reinigungsgewerbe

Bei einer großangelegten Razzia im Reinigungsgewerbe sind am Mittwoch mehr als hundert Wohnungen, Unterkünfte, Firmen und Hotels in ganz Deutschland durchsucht worden. Dabei wurden zehn Haftbefehle vollstreckt, wie das Hauptzollamt Berlin mitteilte. Außerdem wurde ein Großteil der zuvor angeordneten Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro vollstreckt.

Textgröße ändern: