Pallade Veneta - Papst ruft bei Freiluft-Messe im Südsudan zu Gewaltverzicht auf

Papst ruft bei Freiluft-Messe im Südsudan zu Gewaltverzicht auf


Papst ruft bei Freiluft-Messe im Südsudan zu Gewaltverzicht auf
Papst ruft bei Freiluft-Messe im Südsudan zu Gewaltverzicht auf / Foto: Tiziana FABI - AFP

Zum Abschluss seines Besuchs im krisengebeutelten Südsudan hat Papst Franziskus bei einer Freiluftmesse zum Gewaltverzicht aufgerufen. "Lassen Sie uns die Waffen des Hasses und der Rache niederlegen", sagte Franziskus vor rund 70.000 Gläubigen in der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Er rief dazu auf, "Antipathien und Abneigungen" zu überwinden, die "im Laufe der Zeit chronisch geworden" seien. Am Sonntagvormittag sollte der 86-jährige Pontifex seine mehrtägige Afrikareise beenden und zurück in den Vatikan reisen.

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An Samstag hatte Franziskus bereits die Führung des Südsudan aufgefordert, die "Würde" für Millionen vertriebene Konfliktopfer wiederherzustellen. Es sei "in diesem von Krieg zerrissenen Land" eine "alltägliche und kollektive Erfahrung geworden, ein Vertriebener oder ein Flüchtling zu sein", hatte Franziskus in Juba vor hunderten Vertriebenen gesagt.

Seit der Unabhängigkeit im Jahr 2011 steckt der Südsudan in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Das Land hat sich immer noch nicht von einem fünfjährigen Bürgerkrieg zwischen den Jahren 2013 und 2018 erholt, in dem fast 400.000 Menschen getötet worden waren.

Trotz eines 2018 abgeschlossenen Friedensabkommens kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Am Donnerstag, einen Tag vor der Ankunft des Papstes, waren infolge eines Viehdiebstahls im Süden des Landes mindestens 21 Menschen getötet worden.

Im Südsudan leben 2,2 Millionen Binnenvertriebene, oft in überbelegten und unterfinanzierten Flüchtlingslagern unter dem Schutz der Vereinten Nationen. Weitere zwei Millionen leben außerhalb des Landes. Von den zwölf Millionen Einwohnern Südsudans leben nach Schätzungen der Weltbank 80 Prozent in extremer Armut. Zwei Drittel der Bevölkerung leiden Hunger.

Vor dem Gottesdienst in Juba am Sonntag hatte der Papst die Menge während einer Fahrt in seinem Papamobil begrüßt und gesegnet. Die Menge empfing Franziskus mit Freudenschreien und Trommelschlägen. "Willkommen im Südsudan!", sangen zahlreiche Gläubige in einem englischsprachigen Lied, als Franziskus vorbeifuhr. Dabei schwenkten sie Flaggen des Südsudans und des Vatikans.

Nach einem ökumenischen Gebet am Samstagabend hatten viele Menschen die Nacht im Mausoleum von John Garang verbracht, dem historischen Anführer der südsudanesischen Unabhängigkeitskämpfer, der 2005 bei einem bis heute ungeklärten Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen war. Weitere Gläubige waren die ganze Nacht hindurch in traditionellen Gewändern über die staubigen Straßen Jubas zur Messe mit Franziskus geströmt. Einige von ihnen trugen ein Kreuz oder ein Bild des Papstes um den Hals.

Begleitet wurde das Oberhaupt der katholischen Kirche im Südsudan von den Vertretern der beiden anderen in dem afrikanischen Land verbreiteten christlichen Konfessionen: dem Erzbischof von Canterbury, Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, sowie dem Moderator der Generalversammlung der Kirche von Schottland.

Zuvor hatte die 40. Auslandsreise des Papstes ihn in die Demokratische Republik Kongo geführt. Der Besuch in den zwei afrikanischen Staaten war ursprünglich bereits für Juli 2022 geplant gewesen, jedoch wegen Franziskus' Knieproblemen abgesagt worden.

Franziskus sollte gegen 11.30 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr MEZ) von Juba aus zurück nach Rom fliegen. Im Flugzeug dürfte er wie auf Papstflügen üblich vor die mitgereisten Journalisten treten.

E.Magrini--PV

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