Pallade Veneta - Lebenslange Haft für 28-Jährigen wegen Doppelmords an Mutter und Stiefvater

Lebenslange Haft für 28-Jährigen wegen Doppelmords an Mutter und Stiefvater


Lebenslange Haft für 28-Jährigen wegen Doppelmords an Mutter und Stiefvater
Lebenslange Haft für 28-Jährigen wegen Doppelmords an Mutter und Stiefvater / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Wegen eines Doppelmords an seiner Mutter und seinem Stiefvater ist ein 28-Jähriger am Freitag in Hannover zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht in der niedersächsischen Landeshauptstadt sah es nach Angaben einer Sprecherin als erwiesen an, dass der Mann seine Opfer im Mai vergangenen Jahres in deren Wohnhaus in Neustadt am Rübenberge aus "Wut und Frustration" erstochen hatte.

Textgröße ändern:

Die Kammer erkannte auch auf eine besondere Schwere der Schuld, was einen vorzeitige Haftentlassung weitgehend ausschließt. Der Angeklagte leidet an einer Persönlichkeitsstörung mit autistischen Zügen. Nach Überzeugung des Gerichts erreicht diese aber kein die Schuldfähigkeit einschränkendes Maß.

Das Urteil entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung wollte hingegen erreichen, dass ihr Mandat als vermindert schuldfähig eingestuft und in einer Psychiatrie untergebracht wird. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es können Rechtsmittel dagegen eingelegt werden.

Laut Urteil versteckte sich der 28-Jährige in dem Haus seiner Mutter und seines Stiefvaters, bevor er beide nacheinander attackierte und tötete. Das Gericht sah bei den Taten die Mordmerkmale der Heimtücke beziehungsweise der niedrigen Beweggründe als erfüllt an. Tathintergrund war demnach ein Konflikt um Unterstützung, der Angeklagte fühlte sich ungerecht behandelt.

Nach Gerichtsangaben war der Beschuldigte trotz der Persönlichkeitsstörung lange Zeit relativ gut allein zurecht gekommen. Unter dem Eindruck der Coronakrise zog er sich allerdings weit in die Isolation zurück, kündigte seine Arbeit und hatte keine Wohnung mehr. Auch hing er Verschwörungserzählungen an. Seine Mutter und sein Stiefvater sahen sich entgegen seinen Forderungen nicht verpflichtet, ihn bei sich aufzunehmen. Daraufhin kam es zu der Tat.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Tennessee: US-Gericht setzt erste Hinrichtung einer Frau seit 200 Jahren aus

Aufschub in letzter Minute: Ein US-Bundesgericht hat am Mittwoch die Hinrichtung der ersten Frau im Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren kurzfristig ausgesetzt. Die verurteilte Mörderin Christa Pike sollte per Giftspritze hingerichtet werden.

Ärmelkanal-Unglück mit 31 Toten: Schleuser zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Knapp fünf Jahre nach einem Bootsunglück auf dem Ärmelkanal mit mindestens 31 Toten hat ein Gericht in Paris am Mittwoch 13 Männer zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt. Sechs von ihnen wurden der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. Das bislang größte bekannte Bootsunglück von Migranten auf dem Ärmelkanal sei eine "beispiellose Katastrophe, verursacht von einzelnen, die unter Missachtung von Menschenleben von Geldgier getrieben waren", hieß es in der Urteilsbegründung. Ein weiteres Verfahren gegen sieben französische Soldaten, die im Verdacht unterlassener Hilfeleistung stehen, läuft noch.

Milliardenklage nach abgesagter Übernahme von VW durch Porsche scheitert endgültig

17 Jahre nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist eine Musterklage von Anlegern gegen die Autobauer endgültig gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Mittwoch das Urteil des Oberlandesgerichts Celle, das Porsche 2022 Recht gegeben hatte. Es ging in dem Verfahren um die Frage, ob Porsche bei den Informationen für den Kapitalmarkt 2008 verwerflich handelte. (Az. II ZB 21/22)

Mehr als hundert Objekte durchsucht: Bundesweite Razzia in Reinigungsgewerbe

Bei einer großangelegten Razzia im Reinigungsgewerbe sind am Mittwoch mehr als hundert Wohnungen, Unterkünfte, Firmen und Hotels in ganz Deutschland durchsucht worden. Dabei wurden zehn Haftbefehle vollstreckt, wie das Hauptzollamt Berlin mitteilte. Außerdem wurde ein Großteil der zuvor angeordneten Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro vollstreckt.

Textgröße ändern: