Pallade Veneta - Kardinal Re bittet für Konklave um richtigen Papst für "Wendepunkt der Geschichte"

Kardinal Re bittet für Konklave um richtigen Papst für "Wendepunkt der Geschichte"


Kardinal Re bittet für Konklave um richtigen Papst für "Wendepunkt der Geschichte"
Kardinal Re bittet für Konklave um richtigen Papst für "Wendepunkt der Geschichte" / Foto: Dimitar DILKOFF - AFP

Mit einer Messe im Petersdom haben sich die Kardinäle im Vatikan auf das am Mittwochnachmittag in der Sixtinischen Kapelle beginnende Konklave eingestimmt. In seiner Predigt appellierte der Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, an die Wahlberechtigten, einen zu den Herausforderungen der Zeit passenden Nachfolger des verstorbenen Papst Franziskus zu finden. Es müsse ein Papst bestimmt werden, "den die Kirche und die Menschheit an diesem schwierigen und komplexen Wendepunkt der Geschichte" brauche.

Textgröße ändern:

Kardinal Re forderte zum Gebet für eine gute Papstwahl auf: "Beten wir, dass Gott der Kirche den Papst gebe, der es am besten vermag, die Gewissen aller wie auch die moralischen und spirituellen Kräfte in der modernen Gesellschaft zu wecken, die von großem technologischen Fortschritt geprägt ist, aber dazu neigt, Gott zu vergessen", sagte er. Die heutige Welt erwarte viel von der Kirche im Hinblick auf die Bewahrung jener grundlegenden menschlichen und geistlichen Werte, die dem Zusammenleben der Menschen diene.

Als eine der wichtigsten Aufgaben für den neuen Papst bezeichnete Kardinal Re es, die Gemeinschaft zu festigen - sowohl die aller Christen, als auch die Gemeinschaft der Bischöfe mit dem Papst. Ein neuer Papst müsse auch für die Einheit der Kirche eintreten - "eine Einheit, die nicht Gleichförmigkeit bedeutet, sondern eine feste und tiefe Gemeinschaft in der Verschiedenheit, solange man dem Evangelium ganz treu bleibt".

In den Gesprächen im Vorkonklave hatten sich teils unterschiedliche Lager unter den Kardinälen gezeigt. Es gab diejenigen, die den Weg von Papst Franziskus mit Reformen fortsetzen wollen - andere, eher konservative Stimmen, forderten hingegen eine stärkere Rückbesinnung auf Traditionen. Insbesondere die seit Franziskus mögliche Segnung homosexueller Paare ist unter konservativen Katholiken umstritten.

Kardinal Re wäre als Kardinalsdekan eigentlich durch sein Amt auch der Leiter des Konklaves. Da er wegen seines Alters von 91 Jahren nicht mehr wahlberechtigt ist, übernimmt dieses Amt nun die bisherige Nummer Zwei des Vatikan, Kardinal Pietro Parolin. Parolin zählte zu den Favoriten für die Papstwahl.

Am Mittwochnachmittag ziehen um 16.30 Uhr die 133 Kardinäle, die über den 267. Papst abstimmen werden, feierlich in die Sixtinische Kapelle ein. Unter den weltberühmten Fresken von Michelangelo stimmen sie von der Außenwelt abgeschirmt in geheimer Wahl so lange ab, bis sich eine Zweidrittelmehrheit auf ein neues Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken weltweit geeinigt hat.

Der erste Wahlgang ist noch am Mittwoch geplant. Ist ein neuer Papst gewählt, steigt weißer Rauch im Vatikan auf, zudem läuten die Glocken des Petersdoms. Franziskus, der erste südamerikanische Papst überhaupt, hatte der katholischen Kirche zwölf Jahre vorgestanden. Er war Ostermontag gestorben.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Starmer lehnt Rücktritt wegen Epstein-Affäre ab

Der britische Premierminister Keir Starmer lehnt einen Rücktritt wegen der Affäre um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ab. Er werde sich nicht zurückziehen, sagte der Regierungschef am Montag vor Abgeordneten seiner Labour-Partei. Starmer wurde bei der Sitzung mit Applaus empfangen, wichtige Minister scharten sich in der größten Krise seiner 19-monatigen Amtszeit um den Regierungschef.

Bericht: Verdächtiger von tödlichem Angriff auf Zugbegleiter zuvor schon auffällig

Der wegen des tödlichen Angriffs auf einen Zugbegleiter festgenommene mutmaßliche Täter war einem Medienbericht zufolge am gleichen Tag schon einmal auffällig geworfen. Bundespolizisten hätten den 26-Jährigen am Tag der Tat bereits um 11.50 Uhr in Kaiserslautern aus einem aus Frankreich kommenden TGV geholt, berichtete der "Spiegel" am Montagabend. Zugbegleiter hätten in dem Vorfall die Behörden alarmiert, weil der Mann im Zug gegen eine Tür getreten habe.

Epstein-Affäre: Charles III. "zutiefst besorgt" über neue Vorwürfe gegen Andrew

Der britische König Charles III. hat sich "zutiefst besorgt" über die neuen Vorwürfe gegen seinen Bruder Andrew im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre gezeigt. In einer am Montagabend in London veröffentlichten Erklärung sicherte der Monarch zudem der Polizei seine Unterstützung bei möglichen Ermittlungen zu. Zuvor hatte die britische Polizei mitgeteilt, dass sie Berichte prüfe, wonach Andrew in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter möglicherweise vertrauliche Informationen an den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben hat.

Nach Zugunglücken: Regierung und Lokführer in Spanien einigen sich auf Aktionsplan

Nach den schweren Zugunglücken in Spanien im vergangenen Monat mit fast 50 Toten haben sich die Regierung und die streikenden Gewerkschaften auf einen Aktionsplan zur Verbesserung der Sicherheit auf den Schienen geeinigt. Vereinbart worden seien unter anderem "Investitionen in die Instandhaltung der Infrastruktur" sowie "das notwendige Personal für deren Umsetzung", sagte am Montag ein Sprecher der Gewerkschaft Semaf nach einem Treffen mit Vertretern des Verkehrsministeriums.

Textgröße ändern: