Pallade Veneta - Über 16.000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch - Zahlen bleiben anhaltend hoch

Über 16.000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch - Zahlen bleiben anhaltend hoch


Über 16.000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch - Zahlen bleiben anhaltend hoch
Über 16.000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch - Zahlen bleiben anhaltend hoch / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Zahl der Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern bleibt auf hohem Niveau: 2024 wurden in Deutschland 16.354 Fälle registriert und damit nur geringfügig weniger als im Vorjahr 2023, in dem die Fallzahlen einen Rekordwert erreicht hatten. 2024 wurden laut dem am Donnerstag von Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt veröffentlichtem Lagebild 18.085 Opfer erfasst - dies entsprach einem Rückgang von 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Es gab 12.368 Tatverdächtige, von denen rund 95 Prozent männlich waren.

Textgröße ändern:

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von "erschütternden" Zahlen. Sowohl die Gesamtzahl der Fälle als auch die der Opfer lag 2024 über dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

Knapp drei Viertel der Opfer sexuellen Missbrauchs von Kindern waren Mädchen (73,9 Prozent). In mehr als der Hälfte der Fälle (56,9 Prozent) bestand zwischen Opfer und dem oder der Tatverdächtigen nachweislich eine Vorbeziehung, überwiegend waren es Freunde oder Familienangehörige. Ein knappes Drittel der Tatverdächtigen war minderjährig.

Die Zahlen betreffen sexuelle Missbrauchstaten von Kindern bis 13 Jahren. Auch bei Jugendlichen bis 17 Jahren lag die Fallzahl 2024 über dem Fünf-Jahres-Schnitt, allerdings mit 1191 Fällen ebenfalls minimal unter der von 2023.

Bei Jugendpornografie wurden im vergangenen Jahr so viele Fälle wie noch nie gemeldet. 9601 Fälle von Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz wurden registriert, das waren rund 800 mehr als im Jahr zuvor. Bei Kinderpornografie gab es hingegen einen Rückgang - die 42.854 Fälle liegen zwar um 5,2 Prozent unter der Fallzahl des Vorjahrs 2023, sie liegen aber immer noch deutlich über dem Fünf-Jahres-Schnitt.

"Die Zahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sind erschütternd hoch und bleiben auf einem inakzeptablen Niveau", erklärte Minister Dobrindt. "Wir dürfen uns damit nicht abfinden."

Sicherheitsbehörden müssten technisch so ausgestattet werden, "dass sie Täter gerade im Netz identifizieren und laufenden Missbrauch stoppen können", forderte der Minister. Deshalb werde die Bundesregierung die Speicherung von IP-Adressen einführen, "als zentrales Werkzeug, um Kinder besser zu schützen und Täter vor Gericht zu bringen."

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, nannte die Bekämpfung der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche einen "wichtigen Schwerpunkt in der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden".

M.Romero--PV

Empfohlen

Neuer Oberbürgermeister Krause eröffnet Münchner Oktoberfest mit Fassanstich

Mit dem traditionellen Fassanstich und dem Ausruf "O'zapft is - auf eine friedliche Wiesn" beginnt am Samstag (12.00 Uhr) das Münchner Oktoberfest. Erstmals wird der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) das weltweit größte Volksfest eröffnen. Er reicht die erste Maß Bier nach dem Anzapfen an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Trump verbietet Medien CNN, MS NOW und Politico Zutritt zu Weißem Haus

US-Präsident Donald Trump hat den beiden Fernsehsendern CNN und MS NOW - ehemals MSNBC - sowie der Plattform Politico den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärte Trump am Freitag, das Hausverbot trete umgehend in Kraft. "Andere Medien, die Falschinformationen verbreiten, werden folgen", fügte er hinzu.

Sarg von norwegischem König Harald V. nimmt CO2 auf

Der Ende August gestorbene norwegische König Harald V. ist nach Angaben des Königshauses in einem Sarg aus Kohlendioxid absorbierendem Silikatgestein bestattet worden. Haralds letzte Ruhestätte hat die Form eines Schiffes und besteht aus Olivin - einem grünlichen, rund 400 Millionen Jahre alten Silikatgestein, das in Westnorwegen abgebaut wird, wie der Palast am Freitag mitteilte.

Nach Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal: Hinweise auf antisemitisches Motiv

Nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal haben sich die Hinweise auf ein antisemitisches Tatmotiv verdichtet. Äußerungen des 37-jährigen Verdächtige bereits während seiner Festnahme deuteten auf ein antisemitisches Tatmotiv hin, teilte die Staatsanwaltschaft in der nordrhein-westfälischen Stadt am Freitag mit. Der Mann soll am Donnerstag einen Brandsatz an der Eingangstür eines zur Synagoge gehörenden Cafés gelegt haben.

Textgröße ändern: