Pallade Veneta - Grüne werfen Regierung nach neuen Festnahmen von Afghanen "Totalversagen" vor

Grüne werfen Regierung nach neuen Festnahmen von Afghanen "Totalversagen" vor


Grüne werfen Regierung nach neuen Festnahmen von Afghanen "Totalversagen" vor
Grüne werfen Regierung nach neuen Festnahmen von Afghanen "Totalversagen" vor / Foto: Sanaullah SEIAM - AFP/Archiv

Nach neuen Festnahmen von Afghaninnen und Afghanen mit deutscher Schutzzusage in Pakistan haben die Grünen der Bundesregierung "Wortbruch" und ein "Totalversagen" vorgeworfen. "Schutz muss gewährt werden, wo er zugesagt wurde", verlangten die Grünen-Abgeordneten Marcel Emmerich und Schahina Gambir am Mittwoch in Berlin. "Wer Schutz verspricht und dann auf bürokratische Vorwände verweist, handelt zynisch und verantwortungslos."

Textgröße ändern:

Wie die ARD zuvor unter Berufung auf Informationen ihres Studios Südasien berichtet hatte, geht es um insgesamt acht Mitglieder von zwei afghanischen Familien. Ihnen drohe entgegen deutscher und pakistanischer Zusagen die Abschiebung in ihr Heimatland. Die Menschen waren demnach in der Hauptstadt Islamabad in einem Gästehaus der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) untergebracht. Sie seien dort von pakistanischen Polizisten abgeholt worden. Einer der Betroffenen sei früher in Afghanistan als Rechtsanwalt tätig gewesen.

Bestätigt wurden die Festnahmen auch durch die Organisation Kabul Luftbrücke, die sich für die schutzbedürftigen Menschen aus Afghanistan einsetzt. "Das sind pakistanische Sicherheitsbehörden, die jetzt bei den Gästehäusern von der GIZ in Islamabad mit großen Lieferwagen vorfahren und alle Gäste einsammeln", sagte ihre Sprecherin Eva Beyer der ARD.

Laut dem Bericht ist die deutsche Botschaft in Kabul mit dem Vorgang befasst, Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sich demnach aber zunächst nicht. In einem weiteren Fall wurde laut ARD eine versuchte Festnahme durch pakistanische Polizisten bei einem anderen Gästehaus durch einen der dort tätigen Mitarbeiter verhindert. Diese seien abgezogen, nachdem der Mitarbeiter eingegriffen habe.

"Während acht Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusagen in Islamabad festgenommen werden, reden sich Kanzler und Außenminister die Lage schön", warfen Emmerich und Gambir Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Wadephul vor. Die Grünen-Abgeordneten erinnerten an die Zusicherung Wadephuls, dass es keine weiteren Abschiebungen von Menschen mit deutscher Aufnahmezusage aus Pakistan mehr geben werde. Genau dies drohe nun aber den acht Festgenommenen.

"Das ist ein Wortbruch und ein politisches Totalversagen", kritisierten die Grünen-Abgeordneten. Merz, Wadephul und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) seien "verantwortlich dafür, dass diese Menschen, die für Demokratie, Menschenrechte und Frieden eingestanden sind, wieder um ihr Leben fürchten müssen". Statt sie zu retten, setze die Bundesregierung jedoch "auf schmutzige Deals" mit den in Afghanistan herrschenden radikalislamischen Taliban.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Trump-Regierung will Todesstrafe ausweiten und Erschießungskommandos zulassen

Das US-Justizministerium will die Todesstrafe für Schwerverbrechen auf Bundesebene ausweiten und dafür die Hinrichtungsmethoden unter anderem um Erschießungskommandos erweitern. "Die vorherige Regierung ist ihrer Pflicht, das amerikanische Volk zu schützen, nicht nachgekommen, indem sie sich weigerte, die Höchststrafe gegen die gefährlichsten Verbrecher, darunter Terroristen, Kindermörder und Polizistenmörder zu verhängen", erklärte Justizminister Todd Blanche am Freitag.

US-Staatsanwältin stellt Ermittlungen gegen Notenbankchef Powell ein

Die US-Justiz hat die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell eingestellt und damit den Weg für die Ernennung eines Nachfolgers freigemacht. Staatsanwältin Jeanine Pirro erklärte am Freitag in Onlinediensten, statt der Justiz werde nun die interne Aufsicht der Federal Reserve (Fed) die Kosten für die Renovierung des Notenbankgebäudes untersuchen. Dementsprechend habe sie angewiesen, die Ermittlungen gegen Powell nun einzustellen.

Signal-Hack: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Spionageverdachts

Wegen der Angriffswelle auf Nutzer des Messengerdienstes Signal aus Politik, Behörden und Medien ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Es gehe um den Anfangsverdacht der Spionage, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Freitag. Demnach wurden die Ermittlungen schon im Februar eingeleitet, als deutsche Sicherheitsbehörden erstmals öffentlich vor den Angriffen gewarnt hatten.

Bröckelnde Balkone: Eigentümergemeinschaft muss Sanierung veranlassen

Wenn Balkone am Mehrfamilienhaus dringend saniert werden müssen, muss die Eigentümergemeinschaft aktiv werden und die Renovierungen veranlassen. Das gilt auch dann, wenn eigentlich die einzelnen Wohnungseigentümer zuständig sind, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Freitag entschied. Es ging um einen Streit von der Ostsee: An der Appartementanlage fielen bereits Teile von den bröckelnden Balkonen, die Grünfläche am Haus musste gesperrt werden. (Az. V ZR 102/24)

Textgröße ändern: