Pallade Veneta - Italien: Hunderttausende streiken und protestieren für Gaza-Hilfsflotte

Italien: Hunderttausende streiken und protestieren für Gaza-Hilfsflotte


Italien: Hunderttausende streiken und protestieren für Gaza-Hilfsflotte
Italien: Hunderttausende streiken und protestieren für Gaza-Hilfsflotte / Foto: Stefano RELLANDINI - AFP

In Italien haben mehrere hunderttausend Menschen aus Solidarität mit der von Israel abgefangenen Hilfsflotte für den Gazastreifen die Arbeit niedergelegt. Im ganzen Land gingen am Freitag Demonstranten auf die Straße. Angaben der Polizei zufolge versammelten sich allein in Rom etwa 80.000 Demonstrierende. Den Organisatoren zufolge gingen in der Hauptstadt 300.000 Menschen auf die Straße.

Textgröße ändern:

Die Streiks und Proteste führten an mehreren Orten zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Unter anderem kam es zu Verspätungen und Ausfällen im Bahnverkehr.

Landesweit protestierten nach Angaben der größten italienischen Gewerkschaft CGIL mehr als zwei Millionen Menschen. Demnach gab es in etwa hundert Städten Demonstrationen. CGIL-Chef Maurizio Landini sprach von einer "außergewöhnlichen und beispiellosen Teilnahme junger Menschen, die eine friedliche Zukunft wollen".

In Mailand setzte die Polizei Rauchbomben ein, um mehrere hundert Protestierende davon abzuhalten, eine Schnellstraße zu besetzen, wie in Berichten des italienischen Fernsehens zu sehen war. Der Hafen im toskanischen Hafen Liverno war teilweise blockiert.

"Es ist unsere Bürgerpflicht, zu zeigen, wie unzufrieden wir mit dem sind, was in der Welt passiert", sagte der in Rom protestierende 19-jährige Giordano Fioramonti der Nachrichtenagentur AFP. Es sei wichtig, die Palästinenser, die "getötet, gefoltert und massakriert werden" sowie die "Global Sumud Flotilla" zu unterstützen.

Der Unmut der Protestierenden richtet sich auch gegen die italienische Regierung der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie fordern eine stärkere Kritik des israelischen Vorgehens im Gazastreifen sowie ein Waffenembargo. Zudem solle die Regierung dem Beispiel anderer westlicher Staaten folgen und einen palästinensischen Staat anerkennen.

Die CGIL und eine weitere Gewerkschaft hatten zu dem Streik aufgerufen, nachdem die Boote der Hilfsflotte von der israelischen Marine abgefangen worden waren. Die italienische Streikkommission bezeichnete den Ausstand als illegal, da er zu kurzfristig angekündigt worden sei.

Meloni hatte den Streik bereits am Donnerstag verurteilt. Sie bezeichnete die Gaza-Hilfsflotte als "gefährliche und unverantwortliche" Initiative.

Die israelische Marine erklärte, sie habe mehr als 400 Aktivisten, die Teil der Hilfsflotte waren, festgenommen. Vier italienische Parlamentarier, die mit der Hilfsflotte unterwegs waren und festgenommen worden waren, wurden nach Angaben des italienischen Außenministeriums von den israelischen Behörden wieder freigelassen.

Das israelische Außenministerium bestätigte, dass sie abgeschoben wurden. Die übrigen Festgenommen "befinden sich im Prozess der Abschiebung". Insgesamt waren italienischen Angaben zufolge 40 Italienerinnen und Italiener, die Teil der Flotte waren, festgenommen worden.

Die "Global Sumud Flotilla" mit pro-palästinensischen Aktivisten und Hilfsgütern für den Gazastreifen an Bord hatte sich Anfang September auf den Weg gemacht. Mitgereist waren mehrere Prominente, darunter die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, ein Enkel des verstorbenen früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, Mandla Mandela, und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan.

Die Organisatoren der Aktion verfolgten nach eigenen Angaben das Ziel, Hilfsgüter über den Seeweg in den Gazastreifen zu bringen und damit die israelische Seeblockade zu durchbrechen. "Sumud" ist das arabische Wort für "Widerstandskraft".

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

US-Organisationen warnen vor Risiken bei Reisen zur Fußball-WM in den USA

Mehr als 120 US-Organisationen haben Fußballfans und andere USA-Reisende vor "schweren Verletzungen ihrer Rechte" während der Fußball-WM gewarnt. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU begründete die Warnung an "Fans, Spieler, Journalisten und andere Besucher" am Donnerstag mit dem "drakonischen einwanderungs- und menschenrechtsfeindlichen Kurs" der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Der Weltfußballverband Fifa müsse deshalb dringend Druck auf die US-Regierung ausüben.

Italienische Blauhelmsoldaten ersetzen beschädigte Jesus-Statue im Libanon

Italienische Blauhelmsoldaten haben eine von israelische Soldaten beschädigte Jesus-Statue im Libanon ersetzt. Wie die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni am Donnerstag mitteilte, hatte das italienische Kontingent der UN-Mission Unifil die Idee, "dem libanesischen Dorf Debl ein neues Kruzifix zu spenden". Die Errichtung der neuen Statue sei "eine kraftvolle Botschaft der Hoffnung, des Dialogs und des Friedens".

Südafrikas Polizeichef in Korruptionsaffäre suspendiert

Südafrikas nationaler Polizeichef Fannie Masemola ist von Präsident Cyril Ramaphosa im Zuge einer Korruptionsaffäre suspendiert worden. "Angesichts der Schwere der Vorwürfe und der entscheidenden Rolle, die der nationale Polizeichef spielt, habe ich in Absprache mit General Masemola beschlossen, dass er bis zum Abschluss des Verfahrens als vorläufig suspendiert gilt," sagte Ramaphosa am Donnerstag vor Journalisten in Johannesburg. Er ernannte die Finanzchefin der Polizei, Puleng Dimpane, zur Interims-Polizeichefin.

Schleswig-Holstein: Niederlage für Nius im Rechtsstreit mit Ministerpräsident

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig-Holstein hat eine Beschwerde des Nachrichtenportals Nius im Zusammenhang mit Aussagen von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" zurückgewiesen. Amtspersonen könnten insbesondere in Talkrunden als Parteipolitiker oder politisch handelnde Privatpersonen auftreten, so das OVG in seinem Beschluss vom Donnerstag. Damit käme ihnen das Recht auf Meinungsfreiheit zu.

Textgröße ändern: